|
Schaum
ist ein ideales Löschmittel, wenn es richtig eingesetzt wird.
Da Einsätze mit Schaum sehr selten sind, sind wiederkehrende
Übungen die einzige Möglichkeit für die Einsatzkräfte,
sich das notwendige Wissen anzueignen.
Wenn aber heute überhaupt noch mit Schaum geübt wird,
entsprechen diese Übungen fast nie den notwendigen Anforderungen.
Oft sehen Schaumübungen folgendermaßen aus:

|
-
Aus
20 Liter Schaummittel wird einige Minuten lang Schaum erzeugt.
Dabei wird jedoch nur die Funktion der Schaumgeräte überprüft.
Mit Ausbildung hat dies nichts zu tun.
-
Eine für das verwendete Schaumrohr viel zu kleine Brandfläche
wird einmal entzündet und gelöscht. Das Feuer wird
ohne Probleme unter Kontrolle gebracht.
Das heißt, es werden keine Grenzen aufgezeigt und eine
falsche Sicherheit vorgetäuscht
|
|
Dies hat
auch die Kreisbrandinspektion und der Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg
erkannt und mit der Anschaffung einer Schaumbox die Ausbildungsmöglichkeiten
im Landkreis Aschaffenburg verbessert. Mit dieser Schaumbox, die
allen Mitgliedsfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes zur Verfügung
steht, können im Modell verschiedene Brände dargestellt
und unter realistischen Bedingungen gelöscht werden.
|
|
Die
Schaumgeräte wurden entsprechend verkleinert. Der gewählte
Maßstab beträgt 1:10. Dies bedeutet, daß die
Geräte und die Wurfweite 10 mal kleiner sind als die Originalgeräte.
Der Durchfluß ist 1000 mal geringer als der des Originals.
Das bedeutet, daß ein Schaummittelverbrauch von 250 Liter
für eine Übung mit den Originalgeräten, sich auf
250 Milliliter mit den Modellgeräten reduziert. Da der Flüssigkeitsdurchsatz
der Schaumrohre 1000 mal geringer ist, kann auch die Brandfläche
um den gleichen Wert reduziert werden, ohne an Wirkung zu verlieren.
Aus diesen Reduzierungen ergeben sich folgende interessante Vorteile:
Das richtige
Verhältnis zwischen Brandfläche und Schaumrohrleistung
zeigt deutlich die Grenzen auf. Die Brandrauchentwicklung der
größten Brandfläche (0,90m X 0,40m
=0,36m²) ist minimal und gestattet problemlos wiederkehrende
Brandübungen ohne Probleme. Durch den geringen Schaummittelverbrauch
ist eine Umweltbeeinträchtigung nicht zu erwarten. Mit etwa
zwei Litern Schaum-mittel und 10 Liter Brandflüssigkeit kann
jeder Teilnehmer einer 15 Personen starken Gruppe sein eigenes
Übungsfeuer bekämpfen.
|
|
|
|
Die kleine
Brandfläche erlaubt es, das Brandverhalten von Schaum aus
einer geringen Entfernung optimal zu beobachten.
Die Betreuung dieser Schaumbox hat die FF Mainaschaff übernommen.
Interessierte Feuerwehren können sich mit Hilfe des Online
Formular am Ende dieses Berichtes direkt mit der Feuerwehr Mainaschaff
- Sachgebiet
Ausbildung - Herrn Joachim Taupp in Verbindung setzen.
|
|
Für
eine Ausbildungseinheit ist ca. 1,5 Stunden für den theoretischen
Teil und nach einer kurzen Pause ca. 1,5 Stunden für den
praktischen Teil einzuplanen. Um eine geordnete und sinnvolle
Ausbildung durchführen zu können sollten folgende Voraussetzungen
beachtet werden:
|
|
Theoretischer
Teil:
- geeigneter
Schulungsraum mit Verdunklungsmöglichkeit
- Leinwand
- Tageslichtschreiber
- Stromanschluß
Praktischer
Teil:
- befestigte
Fläche (mind. 5 X 5 Meter)
- bei
Dunkelheit beleuchtet
- Stromanschluß
230 V
- Wasseranschluß
mit Gartenschlauch
- wasserfester
Tisch (möglichst Festgarnitur)
- Schaummittel
der örtlichen Feuerwehr ( ca. 2 Liter)
- Brandflüssigkeit:
Spiritus: 1 Liter, Benzin ca. 10 Liter
- Entsorgungsmöglichkeit
für die Löschmittel- und Brandgutreste
- Brandschutzkleidung
für alle Teilnehmer
|
|
Bei der
Anmeldung bitte nicht zu kurzfristig planen, da sonst der gewünschte
Termin vielleicht nicht mehr zur Verfügung steht. Bitte mehrere
Ausweichtermine angeben.
|
|
Hinweis:
Bei
den Brandversuchen ist eine Position im Eingangsbereich einer
Fahrzeug- oder Waschhalle ideal. Die Schaumbox steht so witterungsgeschützt
im Gebäude, der Rauch kann so ungehindert abziehen.
|