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Das Hilfeleistungskontingent von Stadt und Landkreis Aschaffenburg ist am Samstag, 24.07.2021 gegen 13.30 Uhr mit 186 Einsatzkräften und 50 Fahrzeugen wieder wohlbehalten auf dem Aschaffenburger Volksfestplatz angekommen. Dort mussten sich alle Einsatzkräfte sowohl einem Antigen-Schnelltest als auch einem PCR-Test unterziehen, bevor die sichtlich abgekämpften Feuerwehrleute schließlich an ihre Heimatstandorte weiterfahren konnten. Alle Schnell-Testungen waren glücklicherweise negativ.

Kontingentführer Kreisbrandinspektor Frank Wissel dankte allen Helfern in einer kurzen Abschlussansprache für ihren Einsatz im Katstrophengebiet im Landkreis Ahrweiler. Landrat Dr. Alexander Legler, der am gestrigen Freitagabend bereits zu „seinen“ Einsatzkräften gefahren war, dort übernachtet hatte und gemeinsam mit dem Verband zurückkam, hieß ebenfalls alle Einsatzkräfte, auch im Namen von Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing, wieder zu Hause herzlich Willkommen. „Ihr habt Großartiges geleistet, dass euch die Menschen in Ahrweiler nicht vergessen werden“, so Landrat Legler. Er bedankte sich auch bei KBI Wissel, der so Legler, mit Nachdruck bei der dortigen Einsatzleitung erst um einen Einsatzauftrag „kämpfen“ musste. Er überreichte allen Helfern als kleines Dankeschön ein „Flut-Brot“, von dessen Erlös je ein Euro als Hilfe an die von der Flutkatastrophe betroffenen Bäckereien gespendet wird.

Auch wenn der Einsatz des Hilfeleistungskontingentes hiermit beendet ist, gehen unsere Hilfeleistungen in der Region um Ahrweiler weiter. Am Montag, 26.07.2021 werden sich 6 Feuerwehrleute mit drei Wechselladerfahrzeugen der Feuerwehren Aschaffenburg, Großostheim und Karlstein wieder auf den Weg in das Katastrophengebiet machen und dort mit großen Schuttmulden die dortigen Einsatzkräfte beim Abtransport der Geröll- und Abfallberge unterstützen.

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Sehr geehrte Kommandanten,
sehr geehrte Gerätewarte,

da das Kontingent aus dem Einsatz in Bad Neuenahr - Ahrweiler wieder zurück ist, hier nochmal eine kleine Gedankenstütze für die Nachbereitung.

- Solltet ihr durch Wasser gefahren sein, kontrolliert bitte nochmals die Achsen und Bremsen
- komplette Reinigung der Unterböden
- eventuell Nachkonservierung des Unterboden
- Kontrolle der Reifen auf Beschädigungen oder Verunreinigungen
- Reinigung der Pumpen (TP4, Chiemsee, Flyt) nach Herstellerangaben
- Reinigung und Prüfen aller sonstiger eingesetzter Gerätschaften
- Auffüllen aller verbrauchter Materialien
- Reinigung und Druckprüfung der Fahrzeugpumpen / Tragkraftspritzen
- Überprüfung der Stromerzeuger 

Das soll nur als eine kleine Gedankenstütze dienen und muss natürlich nicht unbedingt an jedem Fahrzeug alles durchgeführt werden. Es sollte je nach Einsatzart und Einsatzschwere für jedes Fahrzeug und Gerät entschieden werden.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Jörg Klingmann

KBM Technik

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Führungskräfte, liebe Kameradinnen und Kameraden,

aus der Geschäftsstelle in Unterschleißheim, in der ich soeben nach dem rund 36 Stunden dauernden  Besuch vor Ort im Kreis Ahrweiler wieder eingetroffen bin, berichte ich noch kurz von den Eindrücken, die ich wahrgenommen habe.

Die Katastrophe, die sich in dem den bayerischen Einsatzkräften zugewiesenen Gebiet des Ahrtales ereignete, hatte und hat unvorstellbare, geradezu apokalyptisch anmutende Ausmaße.  Diese beschreibe ich hier nicht näher, da sie allgemein in den Medien präsent sind.

Das von unserem Innenministerium über die Regierungen entsandte erste Kontingent konnte in den letzten Tagen bereits an vielen verschiedenen Einsatzstellen wirkungsvoll Hilfe leisten. Die weitere Verlängerung des Einsatzes war  daher nur zu verständlich.

Nach den Regierungsbezirken Oberpfalz und Niederbayern, sind für die nächste Woche auch schon Oberbayern und Schwaben durch das Ministerium für einen möglichen Einsatz verständigt. Die weitere Absprache erfolgt jeweils zwischen den Regierungen und den betroffenen Kreisbrandräten.

Die Unterkunft für unsere Kräfte vor Ort in RP ist auf einem ehemaligen Flugplatz in Mendig gut situiert, sind doch von dort mittlerweile wieder nahezu alle Orte des Ahrtales über Straßen in vertretbarer Zeit erreichbar.

Dank der profunden Führungsarbeit von Kontingentführer Steffen Weber, Reg. Von Unterfranken, und der mittlerweile ebenso  gut funktionierenden Stabsarbeit in der Gesamteinsatzleitung, in der die Berufsfeuerwehr München maßgeblich unterstützt, erwartet die nachrückenden Kräfte eine strukturierte Einsatzsituation.

Ich danke hier erneut allen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden die bereits im Einsatz waren und noch gehen, für ihre hohe Motivation und ihr umsichtiges Agieren.

Sowohl innerhalb der Blaulichtfamilie, als auch im Kontakt mit der Bevölkerung und den vielen Spontanhelfern wird das Miteinander und die Solidarität laufend spürbar.

Beim Austausch mit dem Präsidenten des LFV RP, Frank Hachemer, wurde mir die unglaubliche Dimension der Naturkatastrophe geschildert. Darüber hinaus haben wir die weiteren Möglichkeiten zur Unterstützung der Betroffenen wie z.B. Spendenaktionen oder Erholungsaufenthalte in Bayerisch Gmain diskutiert.

Weitere Informationen hierzu folgen.

In diesem Zusammenhang will ich nicht unerwähnt lassen, dass nach meiner Beobachtung die professionelle Hilfe zur Bewältigung der traumatisierenden Ereignisse sowohl für Einsatzkräfte, als auch die Bevölkerung umfassend geleistet wird.

Ich wünsche allen, die in dieser großen Not tatkräftig mithelfen, die Folgen zu lindern, weiter Kraft und den vielen Betroffenen dazu Trost und  Zuversicht.

Die bayerischen Feuerwehrler fühlen mit allen Betroffenen, egal ob daheim, in NRW oder RP – es gilt: Gemeinsam sind wir stark!

Es grüßt Sie und Euch übers Wochenende ein nachdenklicher

Johann Eitzenberger

Vorsitzender

LandesFeuerwehrVerband Bayern e.V.
Carl-von-Linde-Straße 42
85716 Unterschleißheim

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Führungskräfte, liebe Kameradinnen und Kameraden,

aus aktuellem Anlass informieren wir, dass das Innenministerium den Hilfeleistungseinsatz der bayerischen Feuerwehren zunächst bis voraussichtlich 29.07. verlängert hat.

Aus diesem Grund werden die drei bisher in Rheinland-Pfalz anwesenden Kontingente am Samstag durch Kontingente aus der Oberpfalz und Niederbayern abgelöst.

Mit freundlichen Grüßen

Johann Eitzenberger

Vorsitzender

LandesFeuerwehrVerband Bayern e.V.
Carl-von-Linde-Straße 42
85716 Unterschleißheim

UPDATE Änderung der Ankunftszeit des Hilfeleistungskontingent

(Stand 24.07.2021-10:40 Uhr)

Das Hilfeleistungskontingent der Feuerwehren von Stadt und Landkreis Aschaffenburg wird 

am Samstag, 24.07.2021 gegen 13.30 Uhr 

auf dem Aschaffenburger Volksfestplatz zurück erwartet.

Landrat Dr. Alexander Legler und Oberbürgermeister Jürgen Herzing werden die Einsatzkräfte nach ihrem 5-tägigen Einsatz im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz, Lkr. Ahrweiler wieder in der Heimat begrüßen.

Kontingentführer Kreisbrandinspektor Frank Wissel steht den Medienvertretern für einen O-Ton gerne zur Verfügung. Die Pressesprecher der Kreisbrandinspektion sind als Ansprechpartner ebenfalls vor Ort.

Für Rückfragen zur Ankunft steht Pressesprecher Markus Fischer (0151 2240 1547) auch telefonisch zur Verfügung.

Änderungen der Ankunftszeit werden über unsere Social-Media-Kanäle bekanntgegeben.

Den vierten Tag infolge waren heute (Freitag, 23.07.21) 186 Einsatzkräfte mit 50 Fahrzeugen aus der Stadt und dem Landkreis Aschaffenburg damit beschäftigt, die Folgen des Unwetters in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu beseitigen.

Auch heute mussten viele Keller und Garagen ausgepumpt und von Schlamm befreit werden. Ebenso wurden Trümmerteile, defekte Geräte und Möbel aus Häusern geräumt - teilweise mit schwerem Gerät. Weiterhin fuhren die Feuerwehrleute mit den Wechselladerfahrzeugen Schutt und Sperrmüll zu den vorgesehenen Sammelstellen. Dabei wurden unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte durch eine Vielzahl freiwilliger Spontanhelfer tatkräftig unterstützt.

Neben den Aufräumarbeiten stellten die Feuerwehrleute die Versorgung der Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser sicher. Hierzu mussten mehrere hundert Meter Schlauch in teilweise unwegsamem Gelände verlegt werden.

Aktuell plant Kontigentführer Kreisbrandinspektor Frank Wissel mit seinen Führungskräften die Rückfahrt des Hilfeleistungskontigents. Die Heimkehr ist für Samstag geplant. Die Einsatzkräfte werden gegen 15:00 Uhr auf dem Aschaffenburger Volksfestplatz erwartet. Nach einem erfolgten Corona-Test werden die Feuerwehrdienstleistenden in ihr wohlverdientes Wochenende verabschiedet werden.

Am Donnerstagabend besuchte der Verbandsvorsitzende des LandesFeuerwehrVerbandes Bayern Johann Eitzenberger die Mannschaft. Eitzenberger dankte den Einsatzkräften der Hilfeleistungskontigente, die stellvertretend für 320.000 Feuerwehrleute aus Bayern hier im Krisengebiet der Bevölkerung als verlässlicher Partner zur Seite stehen. Für den heutigen Abend wird der Landrat des Landkreises Aschaffenburg Dr. Alexander Legler vor Ort erwartet.

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Um den riesigen Massen an Sperrmüll, Treibgut und Schlamm Herr zu werden, kommen die Wechselladerfahrzeuge und der RW Kran zum Einsatz.
Es müssen die Straßen und Rettungswege geräumt werden um ein weiteres Vorgehen zu ermöglichen!
Trotzdem ist viel Handarbeit notwendig - das Team ist voll dabei!
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Die vergangenen Tage haben wir immer wieder Bilder aus dem Katastrophengebiet gezeigt. Wie auf den Bildern zu sehen ist, gehen unsere Helfer & Helferinnen körperlich an Ihre Grenzen!
Deshalb ist es wichtig, dass sie sich nach dem Einsatz ordentlich waschen können!
Durch den Landkreis wurde deshalb der Abrollbehälter DekonP (Personen) mit zusätzlichem Material beschafft. Der Abrollbehälter absolviert aktuell seine Feuertaufe noch vor der offiziellen Übergabe und Einweihung.
Auch der Transport und die Lagerung von Trinkwasser ist mit speziellem für diese Lagen konzipiertem Trinkwasser Equipment nun möglich.
Dies versetzt uns in die Lage, unser Personal auch in Bereichen zu versorgen, die keine intakte Infrastruktur mehr haben. Auch der Gang zur Toilette wurde dabei schon im Vorfeld bedacht.
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Wir trauern mit der Freiwillige Feuerwehr Markt Goldbach um Ihren ehemaligen stellv. Kommandanten und Ehrenmitglied Otto Windischmann, der am 22.07.2021 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Otto trat am 01.01.1949 als 18 jähriger in die Freiwillige Feuerwehr Goldbach ein.

Neben seinen Tätigkeiten im Vereinsleben vertrat er die Feuerwehr als stellv. Kommandant in den Jahren 1970 – 1985.

Auch nach Ende seiner aktiven Dienstzeit blieb Otto der Feuerwehr erhalten. Sei es bei Festen und Veranstaltungen. Otto war ein verlässliches, engagiertes Mitglied, der immer ein Lächeln im Gesicht trug.

Die Feuerwehr Goldach ist Otto für sein unermüdliches Wirken in seiner Feuerwehr und dem Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr Markt Goldbach e.V. sehr dankbar. Durch sein außerordentliches Engagement konnte viel für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Goldbach erreichet werden.

Unser aller Mitgefühl gilt seiner Familie.

Wir werden ihm in Dankbarkeit stets ein ehrendes Gedenken erhalten.

Lieber Otto, Ruhe in frieden

Bild Windischmann

Feuerwehr im Einsatz

Am Donnerstagabend (22.07.21) ging die Mitteilung über eine leblose Person ein, die in einem Altkleidercontainer feststeckte. Ein sofort verständigter Notarzt konnte nur noch den Tod der jungen Frau feststellen. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg führt die weiteren Ermittlungen.

Etwa gegen 19:45 Uhr befanden sich zwei Zeuginnen im Bereich eines Altkleidercontainers am Ostring und konnten hierbei eine weibliche Person feststellen, welche mit dem Oberkörper in dem Container feststeckte. Sie verständigten die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken und eine Streife der Aschaffenburger Polizei sowie die örtliche Feuerwehr begaben sich umgehend vor Ort.

Für die junge Frau, die nach kurzer Zeit durch die Feuerwehr befreit werden konnte, kam jedoch jede Hilfe zu spät. Ein sofort verständigter Notarzt konnte nur noch den Tod der 25-Jährigen feststellen.

Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat noch vor Ort die Ermittlungen übernommen. Derzeit gibt es keinerlei Hinweise auf eine Straftat, vielmehr wird von einem tragischen Unfallgeschehen ausgegangen.

Pressemeldung des PP Unterfranken

Auch heute (Donnerstag, 22.07.2021) machten sich die Einsatzkräfte aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg nach dem Frühstück wieder auf den Weg in ihre zugewiesenen Einsatzabschnitte in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Hier war die Aufgabe weiterhin das Ausräumen von Kellern sowie das Beseitigen von Wasser und Schlamm. Bei den Tätigkeiten unterstützten Saugwagen verschiedener Firmen die Feuerwehr. Vor allem das Untergeschoss einer Schule beschäftigte die Einsatzkräfte heute über längere Zeit. Der Keller der Bildungseinrichtung mit einer Größe von ca. 1600 m2 stand teilweise bis zu drei Meter unter Wasser und musste ausgepumpt werden. Bevor die Tätigkeiten der Feuerwehr beginnen konnten begutachtete unser Fachberater Bau (Michael Reising, Feuerwehr Großostheim) das Gebäude begutachten und bewertete die Einsturzgefahr.

Zusätzlich wurde heute mit vier Wechselladerfahrzeugen der Feuerwehr Schutt und Sperrmüll aus den Straßen abgefahren. Für die Beladung der Mulden kamen unter anderem ein Teleskoplader der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und ein Radlader des THWs zum Einsatz.

Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing besuchte zusammen mit dem Katastrophenschutzsachbearbeiter der Stadt Aschaffenburg Michael Steiner heute Morgen die Einsatzkräfte im Krisengebiet. Das Stadtoberhaupt verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Tätigkeiten der Feuerwehr, dankte für deren unermüdlichen Einsatz und überbrachte Grußworte. Für den heutigen Abend hat sich der Verbandsvorsitzende des LandesFeuerwehrVerbandes Bayern Johann Eitzenberger bei der Mannschaft angekündigt.

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Liebe Leserinnen und Leser,

in der zurückliegenden Woche wurden natürlich alle anderen Themen von den apokalyptischen Unwetterereignissen in Westdeutschland und auch dem in einzelnen Gemeinden des Landkreises Berchtesgadener Land aufgetretenen katastrophalen Starkregen überlagert. Gerade die Bilder aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie die enorm hohe Zahl der dort zu beklagenden Toten sind im Grunde unfassbar und machen sprachlos. Deshalb ist es mir ein Anliegen, diese in ihren ganzen Dimensionen – jedenfalls für Deutschland – bisher außerhalb unserer Vorstellungskraft liegenden Schadenereignisse auch an dieser Stelle anzusprechen. Wir gedenken der Toten, trauern mit deren Angehörigen, wünschen den Verletzten baldige und vollständige Genesung und wünschen allen Betroffenen viel Kraft, diese traumatischen Erlebnisse gut zu verarbeiten und hoffentlich bald wieder den Weg in ein einigermaßen normales Leben zu finden.

Vor dem Hintergrund dieser dramatischen Ereignisse finde ich das Vorgehen der Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und NRW sehr umsichtig, die alles daransetzen, dass sich die beiden katastrophischen Herausforderungen dieser Tage nicht am Ende miteinander verquicken und so gegenseitig verstärken. Denn natürlich ist angesichts einer großen Zahl aus halb Deutschland angereister, über viele Stunden bei sehr hoher körperlicher Belastung Schulter an Schulter eng zusammenarbeitender, organisierter und freiwilliger Helferinnen und Helfer die Gefahr nicht gering, dass es hierbei vermehrt zu Corona-Infektionen kommt. Deshalb sind die extra für die Krisengebiete angestoßenen Sonderimpfaktionen sehr gut!

Die Situation in den bayerischen Hochwassergebieten war und ist schlimm, ist aber in punkto Ausmaß und Dramatik mit der Lage in Westdeutschland nicht ansatzweise zu vergleichen, sodass wir uns in Bayern schon wieder weitgehend auf das Tagesgeschäft konzentrieren können. Zu diesem gehört in Bezug auf Corona als absolutes Kernelement die Lagearbeit, weshalb ich auch heute explizit auf die Datenlage eingehen möchte. Heute, Donnerstag, 22. Juli, 08:00 Uhr, verzeichnen wir für Bayern insgesamt 651.222 bestätigte Covid-19-Infektionen. Im Vergleich zum Donnerstag der letzten Woche, bis zu dem 649.597 Infektionen registriert wurden, sind dies 1.625 mehr. Daraus errechnet sich ein Tagesschnitt von 232 Neuinfektionen, nachdem dieser Wert in den Vorwochen bei 168, 90, 170, 256, 465, 612, 820, 1.536, 1.867, 2.465, 3.212, 3.558, 3.560, 2.492, 2.664, 2.305, 1.888, 1.496, 1.320, 1.104, 1.093, 1.263, 1.646, 1.909, 2.366, 3.265, 3.143, 3.203, 3.912, 4.172, 3.638, 3.475, 3.606, 3.432, 3.597, 2.918, 2.153, 1.243, 652 bzw. 372 lag. Damit setzt sich auch diese Woche der bereits letzte Woche erkennbare Trend einer moderaten Zunahme der Neuinfektionen fort. Es verdichtet sich das Bild, dass wir den Beginn der u.a. vom RKI schon seit Längerem vorausgesagten Zunahme der Neuinfektionen erleben, die im Lichte der bisherigen Lockerungen, des Freizeit- und Urlaubsverhaltens breiter Bevölkerungsschichten, einer noch nicht ausreichenden Impfquote sowie der im Vergleich der bisherigen Varianten hohen Infektiosität der Delta-Variante als zwangsläufig anzusehen ist. Diesen Eindruck bestätigen auch die Lagebilder aus anderen EU-Staaten wie Frankreich und Spanien, zudem aus Israel, Großbritannien und den USA, die uns in der jeweiligen Entwicklung einige Wochen voraus sind.

Besagte Trendwende auf niedrigem Niveau zeigt sich auch in den länderspezifisch ermittelten 7-Tage-Inzidenzen. Für Bayern hat das RKI heute eine solche von 11,8 festgestellt – nach 9, 6, 6, 8, 14, 22, 38, 41, 69, 107, 124, 161, 180, 178, 119, 142, 114, 96, 77 und 68 an den vorangegangenen Vergleichstagen. Bundesweit verzeichnen wir heute einen Wert von 12,2 (8). Die Einzelwerte liegen jetzt zwischen 22,6 für Berlin (Vorwoche 11,6 für Bremen) und 2,7 für Meck-Pom (Vorwoche 2,3 für Sachsen-Anhalt). Tendenziell scheinen die Anstiege außerhalb Bayerns etwas stärker, weshalb wir seit einigen Wochen erstmals wieder unterhalb des Bundessschnitts liegen. Das ist aber ausdrücklich keine Entwarnung!

Die Reproduktionszahl R gibt an, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt. Liegt der Wert bei 1, scheiden aus dem statistisch betrachteten und in seinen Faktoren gewichteten Infektionsgeschehen täglich genauso viele Menschen aus, wie neu dazukommen. Dieser Parameter, in dessen Berechnung verschiedenste statistische Größen Eingang finden, pendelte zunächst lange bei Werten zwischen etwa 0,6 und 0,8. Letzte Woche hat dieser Wert die Hürde „1“ deutlich auf 1,25 übersprungen und sich nunmehr bei dieser Marke festgesetzt. Dieses Verharren belegt, dass wir uns noch in einem linearen und eben nicht in einem exponentiellen Wachstum des Infektionsgeschehens bewegen. Wir müssen alles dafür tun, dass das auch so bleibt.

Positiv zu sehendes Verharrungsvermögen zeigt auch die Quote der auf die Gesamttestzahl bezogenen Fälle mit Corona-positivem Ergebnis, die sog. „Positivrate“. Lag die Schwankungsbreite lange zwischen 0,6 (0,7) und 1,0 (0,8) Prozent, war sie diese Woche durchgehend bei 0,9. Die Nachfrage nach PCR-Tests liegt bei einem 7-Tages-Mittel von jetzt ca. 25.500 im Wochenvergleich sogar leicht über dem Wert von letzter Woche. Das ist gut!

Ich darf nun auf das regionale Infektionsgeschehen überleiten. Auch hier zeigt sich flächendeckend und weitgehend einheitlich eine leichte strukturelle Zunahme des Infektionsgeschehens. Das belegen zum einen die statistischen Werte an den beiden Enden der Tabelle aller 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte. Lag der Höchstwert letzte Woche bei 30,5, so beträgt dieser heute 33,6. Und hatten wir letzte Woche noch sechs Gebietskörperschaften mit einer reinen Weste von 0,0, so sind das heute noch zwei. Und lagen vor sieben Tagen noch 45 Landkreise bzw. kreisfreie Städte unterhalb einer 7-Tage-Inzidenz von 5, so sind es jetzt nur noch 24.  Am stärksten betroffen sind derzeit die Städte Bamberg und Amberg mit 33,6 bzw. 32,2.

Sehr gut läuft es weiterhin in den Kliniken. Hier lautet die wöchentliche Faustformel aus der Gesamtzahl der hospitalisierten Corona-Patienten und denen auf „Intensiv“ nicht mehr wie letzte Woche „310 zu 70“, sondern jetzt „280 zu 60“. Zum Glück bildet sich diese positive Entwicklung auch im Corona-bezogenen Sterbegeschehen ab. Dieses liegt bei einem sehr günstigen 7-Tages-Mittel von jetzt 2,28 (2,15), auch wenn jeder Einzelfall sehr tragisch ist.

Der weitere Verlauf der Pandemie steht und fällt mit dem Erfolg der Impfkampagne. Das belegen nicht nur die Modellrechnungen der einschlägig forschenden Wissenschaftler, sondern auch die praktischen Erfahrungen der Kliniken in den USA und Großbritannien. Mit zunehmenden Infektionszahlen steigen dort auch wieder die Klinikbelegungen. Nahezu alle schwer erkrankten oder gar verstorbenen Corona Patienten sind nicht geimpft.

Und wie ist es bei uns? Das wissen wir nicht so genau, denn bis dato sind die Kliniken nicht verpflichtet, Daten zu einer eventuell vorliegenden Impfung, dem dabei eingesetzten Impfstoff, einer überwundenen Corona-Vorerkrankung oder einer Nichtimpfung ihrer Patientinnen und Patienten an das RKI zu melden. Deshalb ist es gut und höchste Zeit, dass das Bundeskabinett gestern entsprechende Meldepflichten beschlossen hat. Bis wir in Deutschland über eine ordentliche Datenlage verfügen, wird es jedoch einige Zeit dauern.

Aber schon jetzt liegt nach den Erfahrungen etwa in den USA der Schluss sehr nahe, dass auch gegen die Delta-Variante das Impfen unsere beste und gegen exponentiell steigende Infektionszahlen einzige durchschlagende Waffe ist. In Anbetracht dessen bekümmert mich das aktuelle Impfgeschehen in Bayern. So wurden gestern an einem ganz normalen Werktag außerhalb der Ferienzeit lediglich 21.500 Erstimpfungen verabreicht. Damit sind in Bayern 58,3 Prozent der Menschen zumindest einmal und 45,6 Prozent vollständig geimpft. Der verbleibende Anteil ist aber zu groß, als dass man achselzuckend zur Tagesordnung übergehen könnte. Man wird den gefährlichen Zusammenhang zwischen einem individuellen Impfverzicht und den gesamtgesellschaftlichen Nachteilen noch deutlicher argumentativ herausstellen und auch im täglichen Leben erfahrbar machen müssen, etwa, indem der Zugang zu Großveranstaltungen für vollständig Geimpfte signifikant einfacher ist, als für „nur“ Getestete.

Liebe Leserinnen und Leser, letzte Woche hatte ich Ihnen berichtet, dass die hohen Infektionszahlen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen maßgeblich mit organisierten Abiturientenreisen eines spezialisierten Reiseanbieters zusammenhingen. Wie angedeutet, handelt es sich um ein überregionales Phänomen, dass Abschlussjahrgänge nahezu vollzählig in den Club-Urlaub fahren und dann in eine Corona-Problematik geraten. Folgende Schilderung gebe ich nicht, um irgendjemandem die Urlaubsfreude zu vergällen, sondern um generell und über das Einzelbeispiel hinaus zur Vorsicht zu mahnen. Urlaub ja! Leichtsinn nein!

So sind dutzende Abiturientinnen und Abiturienten eines anderen bayerischen Gymnasiums ebenfalls nach Korfu in besagte Anlage gereist, die einen per Flugzeug, die anderen per Bus. Die ersten Tage waren erwartungsgemäß schön und in der Gesellschaft zahlreicher Alters- und Situationsgenossen aus mehreren europäischen Staaten voller mediterraner Lebensfreude, ehe die ersten positiven Corona-Schnelltests dem weiteren Verlauf des Abi-Urlaubs eine ungeplante Wendung verliehen. Sofort nahm ein Ärzteteam bei allen Abstriche für PCR-Tests, die das unschöne Schnelltestergebnis bestätigten und weitere Positivfälle zu Tage förderten. Von da an trennten sich die Wege einzelner Teilgruppen. Die positiv getesteten Abi-Touris kamen sofort vor Ort in ein spezielles und offenbar auf diesen Fall perfekt vorbereitetes Hotel für 14 Tage in Quarantäne. Die negativ Getesteten traten umgehend die Heimreise an. Die „Flieger“ wurden bei der Ankunft in München neuerlich getestet – mit weiteren positiven Einzelfällen. Das bedeutete für diese und die in den Sitzreihen davor und dahinter reisenden Kontaktpersonen der Kategorie 1 häusliche Quarantäne. Die Busgruppe wurde bei der Rückkehr bereits an der Bushaltestelle von einer Delegation des Gesundheitsamtes erwartet und ebenfalls getestet, woraus sich weitere Quarantänefälle ergaben. Zum Glück ist kein Betroffener so schwer erkrankt, dass ein Klinikaufenthalt nötig geworden wäre.

Derlei Urlaubserlebnisse der Marke „Odyssee“ braucht kein Mensch, zumal diese noch weitere Konsequenzen hatten. So sah sich die Schulleitung ob dieser Umstände gezwungen, die kurz nach dem Rückkehrtermin geplante feierliche Zeugnisübergabe, zu der nach der eigentlich günstigen Infektionslage immerhin die Eltern zugelassen waren, komplett abzusagen. Die noch in Griechenland oder im Elternhaus in Quarantäne befindlichen Absolventen hätten schon deshalb ihr Zeugnis nicht entgegennehmen können. Zudem trugen die negativ getesteten Griechenlandreisenden ein latentes Risiko, ebenfalls angesteckt zu sein und/oder nach der glücklichen Heimkehr die zu Hause gebliebenen Jahrgangskollegen infiziert zu haben oder noch bei der Feier das Virus in die Schule zu tragen. Für die paar Ungefährdeten hätte sich die Zeugniszeremonie nicht rentiert. Damit war dieses feierliche „Einmalimlebenerlebnis“, das einen bedeutenden Markstein im Werdegang eines jungen Menschen darstellt, zerstoben. Aber nicht nur das. Die Griechenlandfahrer durften ihr Abiturzeugnis auch nicht selbst im Sekretariat abholen, sondern waren gehalten, am Tag der ausgefallenen Feier eine Person des Vertrauens zur Zeugnisabholung zu schicken. Meist war es an Mama oder Papa, die, soweit die Sprösslinge bereits volljährig sind, mit einer Vollmacht ausgestattet in die Schule zu kommen, um in einem auf dem Schulhof extra errichteten Behelfszelt à la Corona-Schnelltest-Stelle das in eine Klarsichthülle eingeschobene Abiturzeugnis entgegenzunehmen. Steriler kann eine Schullaufbahn kaum ein Ende finden, was für ein Jammer!

Liebe Leserinnen und Leser, die am 26. September stattfindende Bundestagswahl rückt mit Riesenschritten näher und langsam nimmt auch der Wahlkampf hierzu Fahrt auf. Was in normalen Jahren keine Frage wäre, ist unter dem Eindruck der Pandemie ein Kernthema. Dieses lautet, wie das Recht der Parteien, für sich zu werben und das Recht der Bürgerinnen und Bürger, mit den Kandidatinnen und Kandidaten ggf. in einen direkten Diskurs zu treten, mit den Erfordernissen des Infektionsschutzes in Einklang zu bringen ist. Immerhin hat der Bundeswahlausschuss neben den insgesamt 9 bereits im Bundestag und den Länderparlamenten vertretenen „etablierten Parteien“ weitere 44 Vereinigungen zur Wahl zugelassen.

Generell kann man sagen, dass die Frage nicht so sehr lautet, „ob“ Parteien und Vereinigungen Wahlkampf machen können, sondern „wie“ dieser konkret auszugestalten ist. Das wiederum hängt ganz entscheidend von den Umständen des Einzelfalles ab sowie von den näheren Umständen dessen, was eine Partei oder ein Kandidat in diesem speziellen Kontext zu tun gedenkt, um auf sich aufmerksam zu machen. Kernfragen sind hierbei insbesondere:

Handelt es sich um eine Versammlung i.S. des Art. 8 GG oder um eine sonstige Veranstaltung oder keines von beiden? Findet die Aktivität unter freiem Himmel oder in geschlossenen Räumen statt? Ist die Wahlkampfaktivität mit einem gastronomischen Angebot verbunden?

Entscheidend für alle weiteren rechtlichen Beurteilungen ist das Ergebnis der Prüfung, ob eine geplante Wahlkampfveranstaltung dem Versammlungsbegriff des Grundgesetzes unterfällt. Denn angesichts der elementaren Bedeutung des Meinungsstreits und der öffentlichen Debatte für die politische Willensbildung im demokratischen Verfassungsstaat genießt die Versammlungsfreiheit im Vergleich zu anderen Grundrechten wie etwa die allgemeine Handlungsfreiheit einen herausgehobenen Stellenwert. Einschränkungen kommen deshalb nur unter strenge(re)n Anforderungen in Betracht. Oder positiv gewendet: Kann das Vorliegen einer Versammlung bejaht werden, wird im Vergleich zu einer sonstigen Veranstaltung regelmäßig ein Mehr an Möglichkeiten bestehen.

Ob es sich bei einer bestimmten Wahlkampfaktivität tatsächlich um eine Versammlung handelt, beurteilt nach pflichtgemäßem Ermessen die örtlich zuständige Versammlungsbehörde. Das sind die Landratsämter oder Verwaltungen kreisfreier Städte als Kreisverwaltungsbehörden (KVB). Diese sind gehalten, Veranstalter in Bezug auf die konkrete Ausgestaltung einer solchen Aktivität zu beraten, und so kann ich nur jedem, der eine Wahlkampfveranstaltung durchführen will, ans Herz legen, sich rechtzeitig mit der KVB in Verbindung zu setzen. Dies auch deshalb, weil von vorne herein und entsprechend der Ziele und Wünsche der Verantwortlichen Gestaltungsspielräume ausgelotet und gestaltet werden können.

Nicht jede Veranstaltung wird schon deshalb zur Versammlung, weil ein Politiker anwesend ist, eine Parteiflagge aufgehängt wird oder Flyer einer Kandidatin verteilt werden. Entscheidend ist vielmehr, dass es sich um eine Zusammenkunft von mindestens zwei Personen zur gemeinschaftlichen, überwiegend auf die Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung gerichteten Erörterung oder Kundgebung handelt. Das ist m. E. für politische Reden am Marktplatz, Podiumsdiskussionen oder Kandidatenpräsentationen zu bejahen und gilt auch dann, wenn etwa am Rande der Veranstaltung eine Hüpfburg aufgestellt ist, auf der die Kinder herumtoben können, während die Eltern dem Redner zuhören. Anders läge die Sache, würde es sich um ein „Gartenfest“ o.ä. handeln, bei dem klar Freizeitaktivitäten oder Unterhaltung im Vordergrund stehen, auch wenn diese erkennbar von einer zur Wahl stehenden Partei angeboten werden, die sich über derlei Angebote bei den Wählerinnen und Wählern in ein gutes Licht rücken will. Dann geht es eben nicht um öffentliche Meinungsbildung, sondern um „gut Wetter“ und dieses allein genießt nicht den besonderen Schutz von Artikel 8 GG.

Diese Einstufung bedeutet aber nicht das Ende aller wahlkampfbezogener Optionen, sondern leitet zu §7 der 13. Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (13. BayIfSMV) über. Danach sind u.a. öffentliche Veranstaltungen aus besonderem Anlass – hier Wahlkampf – und mit einem von Anfang an klar begrenzten und geladenen Personenkreis – hier z.B. Parteiortsgruppe – zulässig, sofern weitere Voraussetzungen erfüllt sind. Diese beziehen sich u.a. auf die aktuelle 7-Tage-Inzidenz. Liegt diese bei mindestens 50, dürfen in geschlossenen Räumen bis zu 25 und unter freiem Himmel bis zu 50 negativ getestete Personen zusammenkommen, bei einer günstigeren Inzidenz 50 bzw. 100 auch ohne Test. Genesene oder Geimpfte können nicht herausgerechnet werden. Zudem empfiehlt sich stets und dringend die Beachtung der Hygieneregeln, namentlich das Einhalten von Mindestabständen nach dem allgemeinen Abstandsgebot aus § 2 der 13. BayIfSMV.

Kann aber das Vorliegen einer Versammlung bejaht werden, richten sich die weiteren infektionsschutzrechtlichen Prüfungen nach § 9 der 13. BayIfSMV. Im Unterschied zu öffentlichen Veranstaltungen gilt für Versammlungen, dass sie nicht nur einem von Anfang an begrenzten und geladenen Publikum, sondern generell jedermann zugänglich sind, dass im Ergebnis deutlich mehr Personen zugelassen sind oder von der Versammlungsbehörde zugelassen werden können, dass keine Grenzwerte in Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz bestehen, dass aber im Gegenzug strengere Anforderungen an die einzuhaltenden Hygienemaßnahmen gelten. Dies betrifft insbesondere den Mindestabstand von 1,5 Metern und die Pflicht zum Maskentragen, die in geschlossenen Räumen ausdrücklich den hohen FFP-2-Standard fordert.

Gerade in Bezug auf Versammlungen in geschlossenen Räumen wird immer wieder die Frage an mich herangetragen, wie es sich mit den besonderen Anforderungen für die Gastronomie verhält, wenn eine Wahlkampfversammlung nicht etwa in einer Turnhalle oder einem unbewirtschafteten Pfarrsaal etc., sondern im Saal einer Gaststätte stattfinden soll. Manche wähnten sich dort benachteiligt, weil dann womöglich auf die infektionsschutzrechtlichen Anforderungen des § 9 auch noch die gem. § 15 der 13. BayIfSMV speziell für die Gastronomie geltenden Maßgaben oben drauf „gesattelt“ würden. Hier verfahren wir wie folgt: Mietet etwa eine Partei oder ein Kandidat unter Verzicht auf ein gastronomisches Angebot nur den Saal an, bleibt es allein bei den Anforderungen des § 9 der 13. BayIfSMV. Soll es dagegen nach dem Motto „Ohne Mampf kein Wahlkampf“ gehen und Speisen oder Getränke angeboten werden, dann kann § 15 der 13. BayIfSMV nicht übergangen werden. Das bedeutet insbesondere die Beachtung des betrieblichen Hygienekonzepts, etwa für die Laufwege zu den Toiletten sowie die in der Gastronomie ohnehin übliche Kontaktdatenerhebung.

Ein im Wahlkampf gern genutztes Instrument ist die Aufstellung von sogenannten Info-Ständen. An Marktplätzen, in Fußgängerzonen oder anderen Örtlichkeiten, die viel Laufkundschaft erwarten lassen, stehen Kandidaten meist, nun ja, wie der Name schon sagt, an Stehtischen, halten Kugelschreiber, Flyer und anderes Info-Material, gelegentlich auch Blumen für die Damen bereit und hoffen auf kurze persönliche Gesprächskontakte, um spätestens in der Wahlkabine einen wahlentscheidungsleitenden Wiedererkennungseffekt zu bewirken. Wenn Sie nun fragen, ob der Infostand rechtlich gesehen eine Versammlung oder öffentliche Veranstaltung ist, so meine ich: weder noch. Dies jedenfalls so lange, wie nicht eine große Zahl von Menschen stehen bleibt und der Kandidat beginnt, sich als Redner an alle zu wenden. Dann würden aber auch umgehend die versammlungsspezifischen Anforderungen gelten, wie Mindestabstand und Maskenpflicht, siehe oben.

Unterbleibt aber eine solche, sehr seltene Mutation eines Infostandes, dann gelten an diesem die allgemeinen Kontaktbeschränkungen gem. § 6 der13. BayIfSMV. Hierbei kommt es wieder auf die 7-Tage-Inzidenz an: liegt diese unter 50, dann dürfen bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Hausständen zusammenstehen, liegt der Wert bei mindestens 50, dann ist – neben dem Kandidaten – die Anwesenheit von bis zu neun Personen aus maximal zwei weiteren Haushalten gestattet. Die Anforderungen beider Szenarien sollten angesichts der kurzfristigen Verweildauer von Passantinnen und Passanten gut einzuhalten sein. Gerade wegen des erheblichen Personendurchlaufes empfiehlt sich aber eine besonders penible Beachtung der Hygieneregeln, etwa die Bereitstellung von Desinfektionsmittel.

Last but not least möchte ich auch noch den sog. Haustürwahlkampf ansprechen. Auch diese Form der Wahlwerbung ist ihrer rechtlichen Natur nach weder dem Versammlungs- noch dem Veranstaltungsbegriff zuzuordnen, sodass auch in dieser Hinsicht die allgemeinen Kontaktbeschränkungen das Maß der Dinge bilden.

Mit besten Grüßen & Korfuzius sagt: Ob Urlaub oder Urwahl – Klugheit, Umsicht und Vorsicht mögen Dich leiten!

Ihr

Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister

Führung und Sanitätsdienst 
Hier ist der ELW des Landkreises Aschaffenburg im Schadensgebiet zu sehen. Nahe am Einsatzort koordiniert er mit Hilfe der Führungskräfte der Kreisbrandinspektion und der UG OEL Glattbach die verschiedenen Einsätze im Gebiet Ahrweiler. Die Leitung aller fränkischen Kräfte (Kontingent Bayern) ist im Bereich unserer Basis in Mendig.
Als fester Bestandteil des Kontingents haben die Malteser aus Aschaffenburg die sanitätsdienstliche Betreuung der Helfer übernommen. Sie führen auch die Reiseapotheke der Truppe.

Reiseapotheke“ für ein Feuerwehrhilfeleistungskontingent"

- Kopfschmerzmittel (z.B. ASPIRIN o.ä.) 200 Einheiten
- Kopfschmerzmittel (andere wg. Unverträglichkeit) 200 Einheiten
- Durchfallmedikament (Kohletabletten) 200 Einheiten
- Paracetamol
- Ibuprofen 400 (bis 400 rezeptfrei) 100 Einheiten
- Hustensaft 5 Flaschen (z.B. Spitzwegerich)
- Medikament gegen Übelkeit (z.B. Vomex o.ä.) 200 Einheiten
- Nasenspray / Nasentropfen 10 Einheiten (Meerwasserspray)
- Medikament gegen Sodbrennen (z.B. Bayer Talcid o.ä.) 100 Einheiten
- Heil- und Wundsalbe (z.B. Bepanthen o.ä.)
- Salbe od. Gel gegen Prellungen und Verstauchungen (z.B. Mobilat o.ä.)
- Salbe od. Gel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand (z.B. Fenistil o.ä.)
- Mittel gegen Flüssigkeitsverlust (z.B. Elotrans o.ä.)
- Beruhigungsmittel (Baldrianextrakt)
- Insekten- bzw. Mückenschutzmittel
- Calcium / Magnesium
- ABC-Salbe (5 Tuben)
- Eisspray (5 Dosen)
- Augentropfen
- Medikament gegen Halsschmerzen (z.B. Neo-Angin o.ä.)
- Menstruationsmedikamente
- Binden / Tampons
- Kreislaufmedikament
- Blasenplaster
- „normale“ Pflaster (Großpackung)
- Pflaster 2,5 cm (Leukosilk)
- Verbandmull 8cm
- Verbandpäckchen groß / klein
- Kompressen 10 x 10 cm
- Elastische Binden
- Wunddesinfektion (z.B. Kodanspray o.ä.)

- Brandwundenverbandtuch groß / klein
- Rettungsdecken (10 Stück)
- Fieberthermometer
- Pinzette chirurgisch / anatomisch
- Schere / Kleiderschere / Verbandschere
- Sicherheitsnadeln
- Ersatzbrillen verschiedene Stärken (z.B. Discount-Markt)
- Nagelschere / Feile
- Lippenstifte (z.B. Labello o.ä.) 15 Stück mit Lichtschutzfaktor
- Papiertaschentücher (z.B. Tempo - 100 Pack)
- Desinfektionsmittel (z.B. Sagrotan o.ä.) – v.a. auch in kleinen Gebinden (20-50 ml)
- Infektionsschutzhandschuhe (1000 Paar)
- Ohrstöpsel (1000 Paar)
- Handschutzcreme (10 große Tuben)
- Sonnencreme Lichtschutzfaktor 20 oder mehr (50 Flaschen)

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Gemeinsame Pressemitteilung Stadt und Landkreis Aschaffenburg vom 22. Juli 2021

Kinderärztliche Beratung im Impfzentrum

An diesem Wochenende, dem 24. und 25. Juli werden von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr
wieder Kinderärztinnen und Kinderärzte als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner 
im gemeinsamen Impfzentrum vor Ort sein.

Denn auch Kinder und Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren können im 
Impfzentrum von Stadt und Landkreis Aschaffenburg mit BioNTech geimpft werden, 
sofern es der eigene Wunsch sowie derer der Erziehungsberechtigten ist. Jugendliche 
ab 16 Jahren können auch ohne Begleitung von Erziehungsberechtigten erscheinen.

Die Personen müssen sich vor Ort ausweisen können. Soweit vorhanden, ist auch die 
Mitnahme des Impfpasses empfehlenswert. Eine vorige Terminvereinbarung oder eine 
Registrierung unter https://impfzentren.bayern/citizen sind weiterhin entbehrlich. Eine 
Registrierung spart beim Besuch des Impfzentrums allerdings ein paar Minuten Zeit.

Eine allgemeine Impfempfehlung Minderjähriger hat die STIKO nicht ausgesprochen, so 
dass jederzeit der Einzelfall zu betrachten ist. Das gemeinsame Impfzentrum folgt mit 
dieser Öffnung also weiterhin sämtlichen Empfehlungen der STIKO.
Da schon bei der Alarmierung des Hilfeleistungskontingetes klar war, eine Versorgung im Katastrophengebiet ist schwierig, wurde beschlossen unsere komplette Grundkomponente gemäß Vorplanung und HiKo Richtlinie mit zu aktivieren.
Diese bestehen aus
3.1 Treibstoff / Materialerhaltung​
3.2 Verpflegung/ Unterbringung​
3.3 Sanitätsdienst​
Noch in der Nacht begann die Männer und Frauen der Verpflegung unter der Leitung unseres Zugführers Andreas Waldschmitt und des Chefkoch Rolf Heeg mit der Arbeit. Getreu des Leitspruch „Ohne Mampf kein Kampf“ wurde noch in der Nacht damit begonnen Marschverpflegung vorzubereiten. 500 Brötchen wurden für das HiKo belegt und verpackt.
Im Schadengebiet ist unsere Basis das Kasernengelände in Menzig. Hier werden aktuell 500 Personen aus den drei fränkischen Kontinenten (AB Stadt und Kreis, Miltenberg und Bayreuth) durch das 22 köpfige Team versorgt.
Aber auch die Materialerhaltung ist bei der aktuellen Schadenlage wichtig! Das Team um den Schirrmeister der Stadt Aschaffenburg ist unermüdlich mit Reperaturen bzw. mit der Kraftstoffversorgung beschäftigt.
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Sehr geehrte Damen und Herren, werte Führungskräfte, liebe Kameradinnen und Kameraden,

nachdem gestern die bayerischen Einheiten (Stadt und Landkreis Aschaffenburg, Lkr.e Miltenberg und Bayreuth) bereits operativ tätig waren, wird der Einsatz heute mit u.a. Kontrolltätigkeiten, Auspumparbeiten, Sicherungsmaßnahmen sowie Bergeeinsätzen weitergeführt.

Seitens des GMLZ liegt zudem eine aktuelle Information vor, dass zu den ursprünglichen Hilfeersuchen vorerst keine weiteren Ressourcen von Rheinland-Pfalz mehr angefordert werden.

Für heute Nachmittag ist ein Treffen der Verbandsspitzen des Landesfeuerwehrverbandes aus Rheinland-Pfalz und Bayern vorgesehen, bei dem über weitergehende Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen beraten wird.

Mit der Zuversicht auf eine mögliche Entspannung der Lage und dem großen Dank an alle für die auch an uns gemeldete mögliche Unterstützung verbleiben wir bis voraussichtlich morgen Abend,

mit freundlichen Grüßen

Johann Eitzenberger

Vorsitzender

LandesFeuerwehrVerband Bayern e.V.
Carl-von-Linde-Straße 42
85716 Unterschleißheim

Unsere Einsatzkräfte waren auch heute wieder den ganzen Tag in der Stadt Bad-Neuenahr-Ahrweiler im Einsatz. Die Einsatztätigkeiten konzentrierten sich auf die vom Hochwasser am stärksten betroffenen Straßen direkt an der Ahr. Hier sind die Wohnhäuser bis zum ersten Stock durch die Flutwelle in Mitleidenschaft gezogen worden. In vielen Kellern steht nach wie vor bis zu 50cm dicker Schlick. Die Anwohner haben dort bereits ihre Möbel, sowie die angeschwemmten Trümmer aus den Gebäuden geräumt. Der verbliebene Schlamm muss zunächst verdünnt und aufgeweicht werden. Hierzu fördern unsere Feuerwehrleute Wasser über Schlauchstrecken in die Stadt. Anschließend wird das verdünnte Schlickwasser mit den Hochwasserpumpen aus den Kellern gepumpt und über die Straßen abgeführt. Dort sorgen wiederum Einheiten der Feuerwehr, gemeinsam mit Anwohnern und freiwilligen Helfern, mit Schaufeln, Radladern und Pumpen dafür, dass diese befahrbar bleiben. Außerdem wurde mit unseren Wechselladerfahrzeugen und organisierten „Abrollbehältern Mulden“ Geröll und Müll abgefahren. Unsere Trinkwasserkomponente hat für die Bevölkerung eine Ausgabestelle für Trinkwasser eingerichtet, da die Trinkwasserversorgung in unserem Einsatzabschnitt weiterhin unterbrochen ist. Nach einem langen, kräftezehrenden Tag haben sich unsere Einsatzkräfte gegen 17:00 Uhr auf die Rückfahrt in unsere Unterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Heeresflugplatzes in Mendig gemacht. Unsere Logistikkomponente ist ebenfalls im Dauereinsatz und kümmert sich um die Versorgung unserer Feuerwehrleute. Die Einsatzdauer im Katastrophengebiet ist aktuell noch ungewiss, nach ersten Einschätzungen der Kontingentführung werden unsere Kräfte wohl bis Freitag in Ahrweiler die Bevölkerung bei den Aufräumungsarbeiten unterstützen.

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„Politische Forderungen im laufenden Einsatz sind pietätlos“
Deutscher Feuerwehrverband verspricht umfangreiche Analyse der Ereignisse

Berlin – Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), erteilt politischen Forderungen während des noch laufenden Einsatzes im Westen Deutschlands eine klare Absage: „Es ist für mich pietätlos. Gerade haben wir die Nachricht vom Tode einer jungen Feuerwehrkameradin in Rheinland-Pfalz erhalten. Vier weitere Feuerwehrangehörige sind in Nordrhein-Westfalen im Einsatz gestorben. Jetzt ist nicht die Zeit für Schnellschüsse. Wir sind in einigen Regionen immer noch in der Phase der Nothilfe; es geht akut um die Bewältigung der Lage vor Ort!“
 
„Wenn der Einsatz beendet ist, muss er umfangreich, fachlich, objektiv und ohne politische Hintergedanken analysiert werden – auch im Bereich der Warnung der Bevölkerung. Wir werden uns dann an der umfangreichen Auswertung beteiligen. Nötige Verbesserungen werden wir dann auch mit Nachdruck einfordern“, verspricht Banse.
 
Aus ganz Deutschland sind immer noch Kräfte vor Ort, auf der Rückkehr vom Einsatz oder in Bereitschaft. „Es ist wichtig, dass über die gesamte Dauer der Lage eine geregelte Ablösung von Feuerwehrkräften möglich ist – das ist nur mit dem flächendeckenden System möglich, in dem es in fast jedem Ort eine Freiwillige Feuerwehr gibt“, so der DFV-Präsident. Er bedankt sich bei allen Menschen, die den Einsatz der Feuerwehrangehörigen ermöglichen: „Mein Dank natürlich vor allem den Feuerwehrleuten, aber auch deren Familienangehörigen und Arbeitgebern!“
 
Deutschlands System der flächendeckenden Gefahrenabwehr durch die Feuerwehren ist in Form und Größe einzigartig. Es wird getragen von einer Gemeinschaft von Menschen, die haupt- und ehrenamtlich sowohl in öffentlich-rechtlicher als auch in privater Trägerschaft tätig sind. Die Gemeinschaft der Feuerwehrangehörigen sichert ein verlässliches System schneller und kompetenter Hilfe in Deutschland. Insgesamt sind 1,34 Millionen Menschen in den Feuerwehren aktiv. Sie sind eine tragende Säule im Katastrophenschutz in Deutschland.