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Erfolgreiches 8. Symposium zur Psychosozialen Notfallversorgung

Berlin/Fulda – „Herausforderungen für die Psychosoziale Notfallversorgung von der Digitalisierung bis zur Hochwasserkatastrophe“ umschrieb Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), den Schwerpunkt des 8. Symposiums der DFV-Stiftung „Hilfe für Helfer“. Die jüngste Veranstaltung in Fulda bot eine Vielzahl von unterschiedlichen Fachreferaten. Thematisch gingen diese gleichzeitig auf die äußeren Einflüsse der Pandemie bis Umweltkatastrophen ein, die sowohl die Gesellschaft als auch die Feuerwehr in den vergangenen zwei Jahren bestimmt haben. Organisiert wird die erfolgreiche Veranstaltungsreihe durch die DFV-Stiftung „Hilfe für Helfer“ in Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). In diesem Jahr nahmen 60 Personen an der Veranstaltung in Fulda teil. „Die psychosoziale Unterstützung ist ein wichtiger Bestandteil des Einsatzgeschehens in unserer Feuerwehr“, sagte Banse, der auch Vorsitzender der Stiftung ist. „In Fulda ist auch der neue Schulterschluss mit der wichtigen Arbeit im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ geglückt. Stiftungsmotiv und Projektauftrag sind in vielen Bereichen deckungsgleich und wichtige gesellschaftspolitische Verpflichtung“, konstatierte der Feuerwehrpräsident.

Prof. Dr. Peter Sefrin, Vorsitzender des Stiftungsbeirats, betonte und freute sich, dass sowohl die Prävention und Nachsorge im Bereich der psychosozialen Betreuung als auch das Thema Gewalt gegen Einsatzkräfte im gemeinsamen Blickpunkt der Stiftung stehen. „Wir wollen den Betroffenen die erforderliche Hilfe zukommen zu lassen“, bekräftigte er. Per Videobotschaft äußerte sich BBK-Vizepräsident Dr. Thomas Herzog: „Die Pandemie war auch ein Katalysator für die Digitalisierung, dies gilt auch für die Themen der Stiftung Hilfe für Helfer“, fasste er zusammen.

„Die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr hat vielfache Spuren hinterlassen“, beschrieb Erneli Martens, DFV-Bundesbeauftragte für Feuerwehrseelsorge, einen der Schwerpunkte des Symposiums. „Wir haben Dinge gesehen, die nicht in unserer Vorstellung existierten“: Dieser Satz von Referentin Edeltraud Lenz machte deutlich, wie außergewöhnlich belastend der Einsatz im rheinland-pfälzischen Ahrtal war. Hier kamen gleich mehrere Stresskomponenten zusammen – so etwa der Druck auf Entscheidungsträger und traumatische Eindrücke. Waren es zu Beginn des Einsatzes nur wenige Einsatzkräfte, die sich zur psychosozialen Nachbetreuung meldeten, waren es mit zeitlichem Abstand zum Einsatz immer mehr Einsatzkräfte, die das Angebot annehmen wollten.

Dr. Robert Steinhauser stellte die App „HEiDI – Die Hilfe-App für Einsatzkräfte“ vor, die mit den Bereichen Einsatzmanagement, Handbuch und Werkzeugliste zur Nachsorge eingesetzt werden und wichtige Unterstützung leisten kann. Auch Manuel Mahnke stellte eine App vor: „Berliner Einsatz Nachsorge – BEN“ befindet sich noch in der Entwicklung als Ergänzung der Primärprävention. Die beiden Referate machten aber auch deutlich, dass die wichtigste Frage ist, ob die Hilfe auch angenommen wird.

Marco Reppien beschrieb den Feuerwehreinsatz bei einer Messer-Attacke in Hamburg und band einige Seminarteilnehmer in der Rolle der damaligen Einsatzkräfte ein. Die Eindrücke wurden so besonders spürbar. „Die Grausamkeit der Tat hat die Sache noch einmal verschlimmert“, erläuterte er. Reppien berichtete zudem von der Zusammenarbeit des Kriseninterventionsteams der Polizei und der Notfallseelsorge der Feuerwehr. Zum Thema Rechtsbeistand für Feuerwehrangehörige referierte Ludolf von Klencke. Zunächst beleuchtete er die aktuelle Rechtslage zum Tatbestand „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ und ging dabei auch auf den „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ auf Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ein. Er gab Hinweise zur Anwendung von Rechtsmitteln, zur Einbeziehung von Rechtsanwälten und zur Kostenübernahme bei Rechtsstreitigkeiten. Hier muss Transparenz geschaffen und Hemmnisse müssen niederschwelliger werden. Diese beiden Vorträge wurden durch das Projekt „Faktor 112“ des Deutschen Feuerwehrverbandes im Rahmen des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesinnenministeriums unterstützt.

Erneli Martens beleuchtete kritisch die Frage „Helfen – eine sinnvolle Aufgabe?!“ „Wer hilft macht das vor allem deshalb, weil er selbst es für sich braucht“, lautete ihre These als Antwort auf die Frage, warum man selbst hilft. Damit einhergehende Aspekte von Burnout, Dankbarkeit und Wertschätzung fanden dabei besondere Beachtung. Zum Abschluss des Symposiums schlossen sich zahlreiche positive Rückmeldungen über den abwechslungsreichen fachlichen Verlauf an. Alle Vorträge sind unter https://www.feuerwehrverband.de/dfv/hfh-vorstellung/hfh-symposien/ online einsehbar. Das 9. Symposium „Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren“ soll am 11. Mai 2023 in Fulda stattfinden.

Quelle: Hilfe geben, wenn der Einsatz Spuren hinterlässt