Am Mittwoch gegen 16 Uhr brach im Bereich „Katzenbuckel“ bei Hainstadt (Landkreis Offenbach) ein größerer Waldbrand aus, der sich auf rund 25.000 Quadratmeter ausdehnte. Um ein Wiederaufflammen der Brandflächen während der Nacht zu verhindern, wurden am Abend sogenannte Kreisregner installiert. Für deren kontinuierliche Wasserversorgung forderte die Einsatzleitung insgesamt sechs Wechselladerfahrzeuge (WLF-L) mit Abrollbehälter Tank 10.000 an. Fünf Fahrzeuge kamen aus Hessen (Hanau, Mühlheim, Groß-Umstadt, Nidderau und Gründau), eines aus Bayern von der Freiwilligen Feuerwehr Karlstein.
Die Anforderung erreichte die Freiwillige Feuerwehr Karlstein gegen 21:10 Uhr. Bereits 20 Minuten später trafen das WLF-L mit AB Tank 10.000 sowie der Kommandowagen (KdoW 2) im Bereitstellungsraum am Gerätehaus Hainstadt ein. Nach der Einweisung durch den zuständigen Abschnittsleiter begann die Wasserversorgung der Kreisregner. Das Fahrzeug der Feuerwehr Hanau speiste dabei als sogenannter „Anker“ die Schlauchleitung ein.
Der ursprünglich geplante Wasserbedarf von rund 1.800 Litern pro Minute reduzierte sich auf etwa 1.200 Liter, da nicht alle vorgesehenen Kreisregner eingesetzt wurden. Dadurch musste etwa alle acht Minuten ein WLF mit 10.000 Litern Löschwasser an der Einsatzstelle eintreffen. Dank der kurzen Entfernung zur Wasserentnahmestelle konnte dieser Pendelverkehr problemlos aufrechterhalten werden. Zeitweise wurde die Beregnung unterbrochen, wodurch zusätzliche Reserven geschaffen werden konnten.
Die Wasserversorgung lief die gesamte Nacht über. Um 2 Uhr erfolgte ein Fahrerwechsel. Für die zweite Besatzung endete der Einsatz am Donnerstag um 9:45 Uhr nach insgesamt 12,5 Stunden mit der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft. Allein die beiden Besatzungen der Freiwilligen Feuerwehr Karlstein transportierten 70.000 Liter Löschwasser zur Einsatzstelle. Gemeinsam mit den übrigen Fahrzeugen wurden in der Nacht rund 400.000 Liter Löschwasser bereitgestellt. Dadurch konnte die körperlich anspruchsvolle Arbeit der sogenannten Hand Crews deutlich reduziert werden. Ab 6 Uhr übernahmen frische Einsatzkräfte die aufwendigen Nachlöscharbeiten im betroffenen Waldgebiet.
Nur zwei Stunden später wurden die Freiwillige Feuerwehr Karlstein und die Freiwillige Feuerwehr Kahl erneut nach Hainstadt alarmiert. Die Einsatzleitung des Kreises Offenbach forderte zusätzliches Personal zur Ablösung der Hand Crews an. Nach Rücksprache mit Kreisbrandrat Wissel alarmierte die Integrierte Leitstelle Bayerischer Untermain um 11:17 Uhr den Zug 13 Kahl/Karlstein. Dieser rückte mit Einsatzleitwagen 1, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16, Tanklöschfahrzeug 16/24 Trupp, (15 Einsatzkräfte aus Karlstein) sowie Löschgruppenfahrzeug 10 und Schlauchwagen 2000 (neun Einsatzkräfte aus Kahl) in Richtung Hainstadt aus.
Vor Ort wurde der Zug aufgeteilt. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kahl unterstützten beim Umbau der Kreisregner. Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Karlstein sollten mit Motorsägen durch den Brand geschädigte Bäume fällen, da zahlreiche Stämme hohlgebrannt waren oder ihre Wurzeln keinen ausreichenden Halt mehr boten. Diese Arbeiten wurden später von einem Harvester übernommen. Gegen 15 Uhr trat der Zug geschlossen die Heimfahrt in den Landkreis Aschaffenburg an. Anschließend stellten die Freiwillige Feuerwehr Karlstein und die Freiwillige Feuerwehr Kahl ihre Einsatzbereitschaft wieder her.
Der Einsatz verdeutlicht die aktuell hohe Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden. Gleichzeitig zeigt er, wie wichtig eine moderne Ausstattung mit Spezialtechnik wie Kreisregnern und Abrollbehältern Tank ist. Ohne diese Technik hätten die Einsatzkräfte die gesamte Nacht mit deutlich höherem Personalaufwand im schwierigen Gelände arbeiten müssen.














Text: Andreas Emge, FF Karlstein
Bilder: FF Karlstein / FF Kahl