Ein schweres Unwetter mit Starkregen und teils kräftigen Gewittern hat in der Nacht zum Mittwoch zahlreiche Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg gefordert. Der erste Alarm ging um 03:41 Uhr bei den Einsatzkräften ein. In den darauffolgenden Stunden mussten insgesamt rund 300 Einsätze abgearbeitet werden. Besonders betroffen waren die Gemeinden Waldaschaff, Bessenbach, Haibach, Mainaschaff, Stockstadt und Großostheim.
Die Einsatzkräfte wurden überwiegend zu vollgelaufenen Kellern alarmiert. Darüber hinaus mussten umgestürzte Bäume beseitigt, abgebrochene Äste entfernt sowie durch den Starkregen herausgespülte Kanaldeckel gesichert werden.
Einzelne Unwettereinsätze mussten zudem die Freiwilligen Feuerwehren Hösbach, Hösbach-Bahnhof, Hörstein und Rothenbuch in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen abarbeiten.
Zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren wurden zusätzliche Einheiten in die besonders betroffenen Bereiche entsandt. So unterstützte der Landkreislöschzug 1 mit den Feuerwehren aus Alzenau und Michelbach-Kälberau die Einsatzkräfte in Stockstadt bei der Abarbeitung der zahlreichen Schadensstellen. Der Landkreislöschzug 5, bestehend aus den Feuerwehren Schöllkrippen und Kleinkahl, unterstützte die Einsatzkräfte in Haibach. Ebenfalls kam dort der bei der Feuerwehr Schimborn stationierte Gerätewagen Logistik 2 zum Einsatz. Das Fahrzeug ist mit einem staatseigenen Hochwassermodul ausgerüstet und dadurch speziell für Einsätze bei Hochwasser- und Wasserschadenslagen geeignet. Zur Beladung gehören unter anderem acht sogenannte Flutboxen mit jeweils einer Kellerentwässerungspumpe und einem Druckschlauch sowie ein leistungsstarker Wassersauger, der auf einer Gitterbox verlastet ist.
Zur Unterstützung der Feuerwehr der Stadt Aschaffenburg wurden außerdem der Landkreislöschzug 11 mit den Feuerwehren Glattbach und Johannesberg sowie der Landkreislöschzug 7 mit den Feuerwehren Laufach und Sailauf in das Stadtgebiet Aschaffenburg entsandt. Sie unterstützten dort bei der Bewältigung der zahlreichen Unwettereinsätze.
Neben den wetterbedingten Einsätzen mussten die Einsatzkräfte auch weitere Notfälle bewältigen. In Johannesberg kam es während des Unwetters zu einem Verkehrsunfall, der ebenfalls den Einsatz der Feuerwehr erforderte. In Bessenbach löste eine durch das Unwetter verursachte Brandmeldeanlage einen weiteren Einsatz aus. Darüber hinaus wurde die Drehleiter der Feuerwehr Haibach zur Unterstützung bei einem gemeldeten Zimmerbrand in die Stadt Aschaffenburg alarmiert. Die Einsatzkräfte konnten die Anfahrt jedoch abbrechen, da die Lage durch die zuerst eingetroffenen Kräfte schnell unter Kontrolle gebracht worden war. Die Feuerwehr Stockstadt wurde zudem zu einem First-Responder-Einsatz alarmiert und übernahm bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die medizinische Erstversorgung. Die Feuerwehr Mainaschaff wurde zu einer Brandnachschau alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass austretender Wasserdampf aus einer Heizungsanlage die Ursache für die gemeldete Rauchentwicklung war, sodass ein Eingreifen der Feuerwehr nicht erforderlich war.
Während der gesamten Einsatzlage stand die Inspektionsspitze der Kreisbrandinspektion in engem und kontinuierlichem Austausch mit Landrat Dr. Alexander Legler sowie mit Lea Röth, Geschäftsbereichsleiterin des Geschäftsbereichs 1 – Bauwesen, Katastrophen- und Zivilschutz am Landratsamt Aschaffenburg. So war eine fortlaufende Beurteilung der Einsatzlage sowie eine enge Abstimmung der erforderlichen Maßnahmen während des gesamten Einsatzgeschehens sichergestellt.
Die Kreisbrandinspektion bedankt sich ausdrücklich bei allen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern für ihren engagierten und professionellen Einsatz in der Nacht. Ein besonderer Dank gilt auch den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unkompliziert für den Feuerwehrdienst freigestellt haben. Viele der ehrenamtlichen Einsatzkräfte waren bis in die Mittagsstunden im Einsatz und konnten ihre reguläre Arbeit deshalb nicht oder nur verspätet antreten. Diese Unterstützung durch die Arbeitgeber ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung des ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschutzes.
Durch das schnelle und koordinierte Handeln konnten die zahlreichen Einsatzstellen zügig abgearbeitet und den Bürgerinnen und Bürgern schnell und zuverlässig geholfen werden.









