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Am Montagabend wurde die Feuerwehr Gemeinde Karlstein, mit dem Einsatzstichwort „Straße reinigen“, gegen 18:50 Uhr auf die St. 3308 im Bereich Kreisel AB 17 alarmiert. Nach Standardeinsatzregel Ölspur rückte der Gerätewagen Umweltschutz, das Tanklöschfahrzeug und der Einsatzleitwagen aus. Vor Ort angekommen ergab die Erkundung, dass sich auf einer länge von geschätzten 150 Metern, ein am Anfang über die ganze Fahrbahnbreite verteilte, weiße und zuerst unbekannte Flüssigkeit ausgebreitete hatte. Die Oberfläche war extrem glatt, mehre Fahrzeugführer berichteten, dass diese schon weggerutscht waren, einer hatte sich sogar mehrfach gedreht und die eigentliche Fahrbahn verlassen. Als erste Maßnahme wurde der Kreisverkehr St. 3308 halbseitig, sowie die AB 17 voll gesperrt. Mit diversen Teststreifen und auch Ölnachweispapier konnte der Stoff nicht weiter eingeordnet werden. Ebenfalls zeigte ein kleinflächiger Versuch mit Chemikalienbinder keinerlei Wirkung. Das eintreffen des bereits angeforderten Straßenbaulastträgers (Staatliches Bauamt), wurde daraufhin abgewartet. 

Als dieser sich von der Situation ein Bild gemacht hatte, entschied man sich eine Nassreinigungsmaschine an die Einsatzstelle zu beordern. Nach bereits einem Meter Nassreinigung begann die Oberfläche derart zu verseifen, dass auch dieser Versuch abgebrochen wurde. Es folgten Versuche mit verschiedenen Ölbindemitteln und trockenem Sand. So bald auch nur ein Tropfen Wasser hinzu kam hatten wir wieder eine Schlittschuhbahn vor Ort! Daraufhin entschied der Einsatzleiter den Kreisbrandmeister für ABC Gefahren an die Einsatzstelle zu alarmieren, alle weiteren Versuche mit den üblichen Mitteln, in verschiedensten Anwendungsvarianten, scheiterten. Daraufhin wurde mit dem KdoW, eine Probe des Materials zur Feuerwehr Frankfurt am Main gebracht. Dort stand dann nach wenigen Minuten Analyse mit modernster Technik das Produkt fest, Lanolin, besser bekannt als „Wollwachs“. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Reinigungsversuche optimiert werden. Benzin, Essigsäure, verschiedenste Alkohole, Spezialreiniger, usw., über 15 Varianten wurden vor Ort getestet, alle ohne Erfolg. Letztendlich entschied man sich schweren Herzens die Sperrung aufrecht zu erhalten und mit Ampeln auszustatten, ebenfalls wurde für den morgen eine örtliche Umleitung durch den Bauhof eingerichtet, da ein komplettes Industriegebiet durch die Sperrung der AB 17 abgeschnitten war. Mit heißem Wasser, welches im Hochdruckvakuumverfahren angewandt wurde, konnten die besten Erfolge erzielt werden. Dieses Verfahren wurde nun bereits die ganze Nacht und wird wahrscheinlich auch noch den restlichen Tag vor Ort eingesetzt. Die Einsatzstelle wurde durch die Feuerwehr, mit einem Lichtmastanhänger, bis zum Tagesanbruch ausgeleuchtet. Die restlichen Feuerwehrkräfte verließen gegen 02:00 Uhr den Einsatzort. 

Der Einsatzleiter vor Ort, Kommandant Andreas Emge, konnte ständig auf ca. 12 Personen vor Ort zurückgreifen, welche im Laufe des Einsatzes ausgetauscht wurden. Ebenfalls vor Ort war der Bürgermeister der Gemeinde Karlstein, Herr Peter Kreß. 

Zur Schadenshöhe und Ursache können wir keinerlei Angaben machen. 

gez. Andreas Emge

Pressesprecher Kreisbrandinspektion Aschaffenburg