Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung der Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies, weitere Informationen zur Datenschutzerklärung finden Sie unter der Schaltfläche "Datenschutz"

112 Newsletter vom 13. August 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie gewohnt beginnt auch der heutige Newsletter mit einer Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern. Sie zeigen erfreulicher Weise weiterhin, dass die Lage insgesamt unter Kontrolle ist, wir die Entwicklung aber auch genau im Auge behalten müssen. Heute, Donnerstag, 13. August 2020, verzeichnen wir 52.432 bestätigte COVID-19-Infektionen (Stand: 08:00 Uhr). Das sind im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche 849 Fälle mehr (Vorwoche + 762). Im Durchschnitt der letzten sieben Tage bedeutet dies rund 121 Neuinfektionen pro Tag (Vorwoche 109). An bzw. mit einer Corona-Infektion verstorben sind mittlerweile 2.625 Personen. Das sind im Vergleich zum Donnerstag letzter Woche 3 Corona-Tote mehr. Beide für die Gesamtsituation essentiellen Parameter sind damit weiterhin erfreulich stabil.

Wieder genesen sind heute amtlich ausgewiesen 48.200 Personen oder 760 mehr als vor sieben Tagen. Die Zahl der aktuell an COVID-19-Erkrankten beläuft sich momentan in Bayern auf 1.610 im Vergleich zu 1.520 letzte Woche, 1.270 vor zwei und 1.030 vor drei Wochen. Hier zeigt sich also leider weiterhin eine steigende Entwicklung.

Die auf den Tag abstellende Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich heute entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts auf R=0,83 (nach R=0,84 in der Vorwoche). Damit liegt dieser Wert auch diese Woche unter 1 und stellt sich damit günstig dar.

Wie immer gebe ich Ihnen auch eine Einschätzung zu den 7-Tage-Inzidenzen für die Landkreise und kreisfreien Städte Bayerns. Mit dem Landkreis Dingolfing-Landau verzeichnen wir immer noch einen echten Hotspot. Die Inzidenzrate liegt mit rund 94 (Vorwoche rund 232) dabei zwar immer noch weit über dem Schwellenwert von 50, ist aber im Vergleich zur Vorwoche stark rückläufig. Meine Hoffnung scheint sich also bewahrheitet zu haben, dass wir mit unseren breit angelegten Testungen und Quarantänemaßnahmen die Infektionsherde auf die betroffenen Betriebe eingrenzen und der Bevölkerung im Landkreis so weitergehende Maßnahmen ersparen konnten. Um derartige Infektionsketten in landwirtschaftlichen Betrieben künftig noch effizienter zu vermeiden, sollen in landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten künftig nur noch Personen beschäftigt werden dürfen, die bei Beginn der Beschäftigung über ein ärztliches Zeugnis verfügen, dass bei ihnen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus bestehen. Zur Durchsetzung der Testpflicht werden diese landwirtschaftlichen Betriebe verpflichtet, die Erntehelfer und Saisonarbeitskräfte den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden zu melden. Daneben wird für Erntehelfer und Saisonarbeiter von ausgewählten Großbetrieben, die bereits in Beschäftigung sind, eine Reihentestung durchgeführt.

Ansonsten liegt in Bayern erfreulicherweise kein Landkreis über einer 7-Tages-Inzidenz von über 20. Die Zahl der Landkreise bzw. kreisfreien Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von Null liegt jetzt bei 9 (Vorwoche 19). Insgesamt gibt es 12 Landkreise, die eine Inzidenz größer 10 aufweisen, 21 Landkreise bewegen sich zwischen 5 und 10. Die übrigen Landkreise weisen eine Inzidenz unter 5 auf. Damit zeigt sich in vielen Landkreisen eine insgesamt weiterhin relativ stabile Situation.

Die Entwicklung zeigt auch diese Woche: Wir müssen weiter wachsam bleiben und mit Nachdruck darauf achten, dass wir die Abstands- und Hygieneregeln auch nach wie vor sorgfältig einhalten. Corona kennt keine Ferien! Nur so können wir auf uns selbst und auf andere bestmöglich Acht geben und Ansteckungen effizient vermeiden.

In der Vorwoche, habe ich betont, dass das augenblickliche Infektionsgeschehen in Bayern keinen Anlass zu Hysterie gibt, da trotz steigender Neuinfektionen pro Tag die Zahlen der hospitalisierten Corona-Patienten sowie die Zahlen der an und mit Corona Verstorbenen weiterhin auf niedrigem Niveau verharren. Dieser Trend hält Gott sei Dank weiterhin an. Und auch die Zahl der Krankenhausbetten, die von Covid-19-Patienten belegt sind, liegt mit aktuell 84 weiterhin unter dem vergleichbaren Vormonatswert (Stand 13. Juli 2020: 105 hospitalisierte Covid-19-Patienten). Bei den Covid-Patienten, die intensivmedizinisch beatmet werden müssen, ist die Lage ebenso erfreulich stabil. Denn hatten wir zur Hochphase der Pandemie noch rund 850 Beatmungsplätze belegt, so sind es aktuell 18.

Dass wir uns in Bayern aber nicht auf diesen Erfolgen bei der Eindämmung der Pandemie ausruhen, haben wir erst diesen Montag wieder unter Beweis gestellt. In der Ministerratssitzung vom 10. August 2020 haben wir aufgrund der steigenden Infektionszahlen nochmals die Bedeutung von Hygieneregeln, Mindestabständen, Mund-Nasen-Bedeckungen und Testungen betont. Dazu wurde unter anderem der Beschluss gefasst, die Bayerische Teststrategie fortzuentwickeln und unsere hohen Testkapazitäten nochmals massiv auszubauen. Dazu soll in jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis umgehend ein Bayerisches Testzentrum eingerichtet werden, in dem sich jeder kostenlos testen lassen kann. Damit gewährleistet der Freistaat ein flächendeckendes Testangebot, das auch für die Reihentestungen von Lehrkräften und Schulpersonal sowie Erzieherinnen und Erziehern am Ende der Sommerferien genutzt werden soll. Die Kosten der Testungen trägt der Freistaat Bayern, soweit sie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung oder anderen Kostenträgern übernommen werden. Dafür nehmen wir eine Menge Geld in die Hand und investieren nochmals rund 272 Millionen Euro.

Wie gut unsere bayerischen Testkapazitäten nachgefragt werden, zeigt sich nicht zuletzt an den Corona-Teststationen, die wir für Reiserückkehrer eingerichtet haben. Hier wurden bislang mehr als 85.000 Tests durchgeführt. Diese überwältigend hohe Nachfrage sowie die aufgrund der Gefahr durch vermehrte Reiserückkehrer möglichst zeitnahe Einrichtung der Testzentren hat allerdings zwischenzeitlich dazu geführt, dass rund 44.000 Test-Ergebnisse nicht zeitnah übermittelt werden konnten, da anfänglich tausende Tests händisch erfasst wurden und es so zu einer starken Verzögerung kam. Darunter befanden sich auch mehr als 900 positive Test, an deren Übermittlung seit gestern mit Hochdruck gearbeitet wird. Die zuordenbaren Ergebnisse werden bis zur Stunde so rasch wie möglich übermittelt.

Mit Stand heute sind inzwischen alle Teststationen an Autobahnen und Bahnhöfen auf private Dienstleister übergegangen. Mit diesen ist für die Zukunft vereinbart worden, dass die Testergebnisse künftig vornehmlich digital innerhalb von 24 bis 48 Stunden übermittelt werden sollen. Dennoch ein großes Dankeschön an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die in der Interimsphase ihr Bestes in den Testzentren geleistet haben. Ich betone auch deutlich: Unsere bayerische Teststrategie ist vollumfänglich richtig und wird so fortgesetzt. Um die Fehler in der Umsetzung zu beheben, hat die Staatsregierung umgehend und konsequent alle nötigen Schritte in die Wege geleitet.

Um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen, haben wir im Ministerrat außerdem beschlossen, an jeder Kreisverwaltungsbehörde eine „Koordinierungsgruppe Corona-Pandemie“ einzurichten. Zu ihren Aufgaben gehören u.a. die umgehende Organisation von Reihentestungen in betroffenen Betrieben und Einrichtungen, die konsequente Umsetzung von Quarantänen und Kohortierungen gegenüber asymptomatisch infizierten Personen und Kontaktpersonen sowie eventuell nötige Absperrungen. So können wir im Fall eines Corona-Ausbruchsgeschehens noch schneller und effizienter handeln und vor Ort alle Kräfte der Gesundheits- und Sicherheitsverwaltung, der Hilfsorganisationen und des Gesundheitswesens effizient zusammenführen und koordinieren.

Und um die Moral bei der Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen Bestimmungen zu stärken, habe ich außerdem die Polizei angewiesen, die Einhaltung der Maskenpflicht und der Mindestabstandsregeln verstärkt zu kontrollieren und insbesondere Verstöße gegen die Maskenpflicht konsequent zur Anzeige zu bringen. An Brennpunkten wie Innenstädten, Badeseen, Parks und sonstigen Orten, in denen erfahrungsgemäß erhöhte Menschenansammlungen anzutreffen sind, wird durch verstärkte Polizeipräsenz die Bedeutung der Infektionsschutzregeln verdeutlicht.

Themenwechsel: Nebst der Panne bei der Benachrichtigung der Corona-Ergebnisse habe ich mich auch darüber geärgert, dass in Düsseldorf am 4. September mit Billigung der Stadt ein Pop-Konzert mit bis zu 13.000 Zuschauern stattfinden soll und der Vorverkauf dafür bereits diese Woche angelaufen ist, halte ich angesichts wieder steigender Corona-Zahlen für völlig unangemessen und verantwortungslos. Weitere Lockerungen hin zu derartigen Großveranstaltungen sind aktuell nicht vertretbar und könnten unsere mühsam erreichten Erfolge bei der Pandemiebekämpfung zunichte machen. Ich appelliere darum an die politisch Verantwortlichen, hier hinsichtlich der Größendimension der Veranstaltung nochmals deutlich nachzujustieren.

Aber auch diese Woche gibt es natürlich Erfreuliches zu vermelden: Heute hat in den großen bayerischen Städten eine Schwerpunktkontrollaktion der Bayerischen Polizei zur Einhaltung der Maskenpflicht im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehr stattgefunden, die bis zur jetzigen Stunde andauert. Und diese Aktion war ein voller Erfolg: So verhält sich der Großteil der Bevölkerung verantwortungsbewusst und beachtet die bestehenden Regelungen. Mehr noch, ich betone ausdrücklich: Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger befürwortet das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ausdrücklich und erachtet dies als zwingend erforderlich. Dafür ein herzliches Dankeschön! Denn gerade im ÖPNV leistet das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung einen überaus wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie. Ein wichtiger Beitrag, um dem Coronavirus weiterhin erfolgreich die Stirn zu bieten.

Vergessen wir nicht: Corona kennt auch in der Urlaubzeit keine Ferien. Das Gebot der Stunde lautet darum weiterhin: Testen, testen, testen! Denn nur durch Testen machen wir den unsichtbaren Feind Corona sichtbar!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister