Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung der Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies, weitere Informationen zur Datenschutzerklärung finden Sie unter der Schaltfläche "Datenschutz"

112 Newsletter vom 20. Mai 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

wie üblich starte ich auch heute mit der Daten- und Faktenlage. Heute, Donnerstag, 20. Mai, 08:00 Uhr, verzeichnen wir für Bayern insgesamt 630.582 bestätigte Covid-19-Infektionen. Im Vergleich zum Mittwoch (Donnerstag war Feiertag!) der letzten Woche, bis zu dem 618.291 Infektionen gezählt worden waren, sind dies 12.204 mehr. Für die zurückliegenden acht Tage ergibt sich somit ein rechnerischer Schnitt von 1.536 Neuinfektionen pro Tag, nachdem dieser Wert in den Vorwochen bei 1.867, 2.465, 3.212, 3.558, 3.560, 2.492, 2.664, 2.305, 1.888, 1.496, 1.320, 1.104, 1.093, 1.263, 1.646, 1.909, 2.366, 3.265, 3.143, 3.203, 3.912, 4.172, 3.638, 3.475, 3.606, 3.432, 3.597, 2.918, 2.153, 1.243, 652 bzw. 372 lag. Die jüngste Entwicklung dieser Zahlenkolonne verläuft ausgesprochen erfreulich. Es wird immer deutlicher, dass die dritte Welle gebrochen und auf dem Rückzug ist. Das belegt auch das Bundeslagebild. Dieses wies in den zurückliegenden acht Tagen im Tagesdurchschnitt 9.771 und damit knapp 2.700 Neuinfektionen weniger als vor einer Woche aus.

Im Ländervergleich liegt Bayern heute mit einer 7-Tage-Inzidenz von 69 – nach 107, 124, 161, 180, 178, 119, 142, 114, 96, 77, 68 und 58 an den vorangegangenen Vergleichstagen – weiterhin auf Platz 7 des Negativ-Rankings. Auch bei diesem Parameter setzt sich die mittlerweile bundesweit eingetretene Entspannung der Lage fort, zumal sich diese flächendeckend bessert. Selbst das nach wie vor am stärksten belastete Thüringen (107 nach 168 und 207) schreitet mit den vom Wahl-Thüringer Johann Wolfgang von Goethe in die deutsche Sprache eingebürgerten Siebenmeilenstiefeln steil bergab der 100er-Grenze entgegen. Der Bundesschnitt liegt heute bei 68 (108) und außer Thüringen weisen wieder alle Länder eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 aus. Dieser freie Fall macht Laune.

Die Reproduktionszahl R gibt an, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt. Der Parameter schwankt die letzten Tage zwischen 0,76 und 0,79. Damit sind täglich mehr Menschen aus dem Infektionsgeschehen ausgeschieden, als neu dazukommen. Auch das ist eine wohltuend gute Entwicklung.

Die Positivrate – also die Zahl der laborpositiven PCR-Tests im Verhältnis zu deren Gesamtzahl – hat sich im Wochenvergleich enorm verbessert. Sie schwankte in Bayern in den zurückliegenden Tagen zwischen 3,0 und 3,9 Prozent (Vorwoche: 4,0 und 6,0) bei einem 7-Tages-Mittel von 3,24 (4,84). Im Vergleich dazu liegt die bundesweite Positivrate nach wie vor deutlich höher bei deutlich verbesserten 8,76 Prozent (10,90). Die Nachfrage nach PCR-Tests ist neuerlich gesunken und liegt im 7-Tage-Mittel bei ca. 47.300 (53.000) Stück.

Ich komme nun zum Infektionsgeschehen in den bayerischen Regionen und auch auf diesem Feld entwickeln sich die Kerndaten positiv. Aktuell liegen nur mehr zwei Gebietskörperschaften bei der 7-Tage-Inzidenz jenseits der Marke von 200 – und das nur vergleichsweise knapp. Es sind dies die Stadt Schweinfurt mit einem Wert von 212 sowie die Stadt Memmingen mit 204. In den günstigeren Korridoren werden – im Unterschied zur aktuellen Lage in diversen Sportligen – immer mehr „Abstiegshoffnungen“ wahr, nachdem bei den 7-Tage-Inzidenzen im Wochenvergleich nahezu flächendeckend das Minuszeichen regiert. So reihen sich im Korridor zwischen 300 und 200 aktuell nur noch die genannten zwei (5, 7) kreisfreien Städte ein, vor drei Wochen waren das noch 26. Zwischen 200 und 100 finden sich aktuell 16 (45) Gebietskörperschaften und unterhalb der magischen Marke von 100 rangieren heute 78 (46) und damit noch einmal 32 Kommunen mehr als letzte Woche. Den besten Wert verzeichnet heute die Stadt Bayreuth mit lange nicht mehr zu Buche stehenden 16,0 und nicht zuletzt an diesem Wert wird deutlich, dass der Druck im Kessel signifikant sinkt.

Dies gilt gottlob mittlerweile auch für die Situation in den bayerischen Kliniken. Lautete hier letzte Woche die ohnehin schon verbesserte statistische Faustformel, „es liegen ca. 2.500 Corona-Patienten in der Klinik und davon ca. 700 auf „Intensiv“, so gilt jetzt „1.900 zu 600“.

Dass COVID-19 trotz aller Verbesserung der Lage eine gefährliche Krankheit ist und bleibt, zeigen uns die nach wie vor täglich gemeldeten Corona-Sterbefallzahlen. Diese belaufen sich täglich bayernweit auf etwa 20 bis 40 neue Fälle und addieren sich im Freistaat mittlerweile auf über 14.700. Dass hinter den nackten Zahlen schwere menschliche Schicksale stehen, wird einem spätestens immer dann wieder deutlich, wenn es persönlich bekannte Menschen oder andere getroffen hat, die einem aus bestimmten Gründen näher stehen. So hat dieser Tage ein Angehöriger der Bayerischen Polizei seinen wochenlangen Kampf gegen COVID-19 verloren. Der Herr möge ihm den ewigen Frieden schenken.

Mit leicht gemischten Gefühlen schaue ich auf die Impflage. Einerseits ist es bei den Erstimpfungen auch in der zurückliegenden Woche gut vorangegangen. Mit knapp 5,2 Millionen Menschen haben knapp 40 Prozent der bayerischen Bevölkerung eine erste Impfung erhalten. Auf der anderen Seite zeichnet sich für die nächsten gut zwei Wochen ab, dass zwar Impfzentren und Arztpraxen massiv impfen könnten, jedoch die Impfstofflieferungen so knapp ausfallen werden, dass diese in erster Linie für die aus medizinischen Gründen nun nach und nach fällig werdenden Zweitimpfungen zu verwenden sind. Das wird die Ausdehnung der Grundimmunisierung vieler Impfwilliger abbremsen und es bleibt zu hoffen, dass die Hersteller ihre Zusagen auch einhalten, wonach ab der zweiten Juniwoche die Liefermengen massiv aufwachsen werden.

Liebe Leserinnen und Leser, vor den Pfingstferien hat sich der Ministerrat einmal mehr mit zahlreichen Themen der Pandemiebekämpfung befasst. Erfreulicherweise konnten wir uns lagebedingt primär mit einzelnen Lockerungsschritten befassen und naturgemäß standen hierbei in meinem Fokus als Sportminister insbesondere die Themen des organisierten und nicht organisierten Sports. Beim Sport haben wir es immer wieder mit widerstreitenden Erfordernissen zu tun. Sport ist unzweifelhaft für Körper und Seele außerordentlich gesund und hat darüber hinaus auch in seiner sozialen Wirkung als Gemeinschaftserlebnis herausragende Bedeutung für das Wohlbefinden der Menschen, bringt aber gerade deshalb vielfach sehr viele Menschen auf Tuchfühlung zusammen, sei es, dass sie sich als Aktive auf dem Sportplatz oder als Zuschauer an der Seitenlinie oder auf der Tribüne zusammenfinden. Glücklicherweise lässt es die Infektionslage nun zu, den nächsten Öffnungsschritt zu tun. Zwischenzeitlich hat der Gesundheitsminister auch bereits die nötigen Rechtsänderungen verordnet, sodass die neuen Lockerungen bereits seit heute 00:00 Uhr in Kraft sind.

Das bedeutet zunächst, dass es in den kreisfreien Städten und Landkreisen Lockerungen geben kann, für die die zuständige Kreisverwaltungsbehörde im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium eine stabile 7-Tage-Inzidenz unterhalb der Marke von 100 festgestellt hat. Liegt die Inzidenz oberhalb dieser Grenze, braucht es noch etwas Geduld. Liegt die 7-Tage-Inzidenz sogar stabil unter 50, nennt die Verordnung bereits weitere Erleichterungen und können auf dieser Grundlage die zuständigen Stellen weitere Erleichterungen zulassen. Jedenfalls bedarf es eines grundlegenden Hygienekonzeptes, aus dem sich dann weitere Anforderungen wie etwa Abstandsregeln, Maskenpflicht oder die Nutzung sanitärer Einrichtungen sowie besondere Verhaltensvorschriften ergeben. Das neue Rahmenkonzept Sport haben wir bereits vorletzte Woche geliefert, sodass alle Vereine und Anbieter über eine Hilfestellung verfügen, um für „ihre“ Turnhalle oder „ihren“ Sportplatz auf die örtlichen Verhältnisse abgestimmte Hygienekonzepte zu erarbeiten.

In dieses Gerüst passen sich also nun die neuen Regelungen ein. Nach diesen kann – wie bisher – kontaktfreier Sport in geschlossenen Räumen – und nunmehr klarstellend geregelt – einschließlich im Innenbereich von Sportstätten getrieben werde, wenn alle Teilnehmer einen PCR-, POC-Antigen- oder Selbsttest vor längstens 24 h durchgeführt haben und ein negatives Testergebnis nachweisen können. In U-50-Gebieten besteht kein Testerfordernis.

Ab morgen dürfen unter den genannten Rahmenbedingungen unter freiem Himmel Gruppen von bis zu 25 Personen Kontaktsport treiben, was natürlich den kontaktlosen Sport einschließt. Mit anderen Worten: Es darf auch Fußball gespielt werden! In Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100, aber über 50 mit Test, unter 50 auch ohne einen solchen.

Fitnessstudios come home! Aufgrund einer Änderung im Bundesrecht waren diese zuletzt regelungstechnisch den Freizeiteinrichtungen zugeordnet, „wohnen“ jetzt aber wieder beim Sport. Fitnessstudios dürfen in Unterhundertgebieten und auf Basis eines Hygienekonzeptes unter der Voraussetzung öffnen, dass die Kunden einen Termin gebucht haben und einen aktuellen negativen Testnachweis besitzen. Dieser entfällt wiederum in Unterfünfziggebieten, nicht jedoch die vorherige Terminanmeldung. Rein praktisch sollte das alles kein größeres Problem darstellen, also wer mag „rein in die Muckibude und ran an die Maschinen!“

Und schließlich konnten wir auch fürs Sportpublikum was tun. Ich hatte darauf bestanden, die Sport-Schauer nicht schlechter zu stellen als die Besucher kultureller Freiluftveranstaltungen. Deshalb gilt jetzt für beide Bereiche, dass unter freiem Himmel bis zu 250 negativ getestete Personen von festen Sitzplätzen aus anderen Menschen beim Spielen und Schwitzen zuschauen dürfen. Und Sie ahnen es schon: Liegt die 7-Tage-Inzidenz U100/Ü50, müssen die Zuschauer getestet sein, in U50-Gebieten geht`s auch ohne Test.

Der Verbandsfunktionäre tönender und zahlreicher Sportfreunde stiller, meist brieflicher Protest zeigen mir, dass sich viele Sportlerinnen und Sportler in Bayern weitergehende Lockerungen erhofft hätten. Und dennoch: Mit diesem Pfingstpaket ist vielen Sportfreunden ganz erheblich geholfen und ich hege die Hoffnung, dass wir schon in der nächsten Ministerratssitzung für die Zeit nach den Pfingstferien im Sport nochmals deutlich nachsteuern können.

Liebe Leserinnen und Leser, verschiedentlich hatte ich Sie über die Fortschreibung der bayerischen Einreisequarantäneverordnung, der „EQV“, unterrichtet. Mit Wirkung zum
13. Mai 2021 haben wir nun „unserer“ bayerischen EQV „Servus“ gesagt, denn zu diesem Termin ist die Corona-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV) des Bundes in Kraft getreten und hat insoweit die EQV und deren 15 „Geschwister“ der anderen Länder ersetzt. Möglich geworden war dies, weil der Bund, der bis dahin die Quarantäneregelungen über eine Muster-Verordnung gesteuert hatte, die dann 16 Landesregierungen in teilweise voneinander abweichende Landesverordnungen umgegossen hatten, nunmehr aufgrund einer im Infektionsschutzgesetz neu geschaffenen Regelungskompetenz unmittelbar selbst in die Hand nehmen kann.

Hierbei hat der Bundes-Verordnungsgeber keine gänzlich neue Vorschrift geschaffen, sondern Vorhandenes aufgebohrt, zusammengeführt und verschmolzen. Insoweit ist diese ausgesprochen vielschichtige und spröde Materie nun kompakter geregelt und hoffentlich auch in der Anwendung griffiger. Auch wenn die Aufmerksamkeit für die EQV gerade in Zeiten weitreichender Einreisebeschränkungen zu Österreich und Tschechien ungleich höher war, so bedeutet dies nicht, dass die neue CoronaEinreiseV keine praktische Relevanz besäße, ganz im Gegenteil. Die Verordnung betrifft ohne Ansehung der Staatsangehörigkeit alle, die in der nächsten Zeit aus den verschiedensten beruflichen oder privaten Gründen nach Deutschland einreisen. Neben beruflich Reisenden wird die Regelung angesichts näher rückender Haupturlaubswochen vor allem auch für alle bedeutsam, die aus dem Ausland kommend in Deutschland Urlaub machen oder als Inländer nach einem Auslandsaufenthalt wieder zurückkehren. Normative Kernelemente der Betrachtung sind hierbei die Themenfelder Registrierungspflicht, Quarantäne/Absonderung sowie Test- und Nachweiserfordernisse.

Die CoronaEinreiseV zeichnet sich durch eine vergleichsweise klare Gliederung aus. So ist allen individuellen Pflichten ein allgemeiner Teil vorangestellt, der 17, teils stark untergliederte Begriffsdefinitionen aufnimmt. Diese legen u.a. fest, wodurch sich ein Risikogebiet bestimmt, welche Umstände ein solches zu einem Hochinzidenzgebiet oder ein Virusvariantengebiet „qualifizieren“, welchen Anforderungen ein Testnachweis genügen muss, wer Grenzpendler oder Grenzgänger ist, wie es sich mit Transitreisen verhält u.v.a.m.

Auch mit Blick auf die besonderen Regelungsgegenstände ist das Bemühen des Verordnungsgebers deutlich zu erkennen, möglichst viel Struktur in das regulatorische Dickicht zu bringen. So haben die hier besonders interessierenden Themenfelder wie „Einreiseregistrierung“ (§ 3) „Quarantäne“ (§ 4) und „Test/Testersatz“ (§ 5) und damit die Kernelemente der Bekämpfung eines einschleppbaren Infektionsrisikos, jeweils eigene normative „Hausnummern“ erhalten. Zudem findet sich über alle Kernvorschriften hinweg ein wiederkehrendes Grundmuster. So benennen diese allein die jeweils an die Normadressaten gerichteten generellen Pflichten. Die zahlreichen und weitgehend einheitlich ausgestalteten Ausnahmetatbestände bündelt § 6.

Thema Digitale Einreiseanmeldung (DEA), § 3. Es gilt der Grundsatz, dass jeder sich über das Einreiseportal DEA registrieren muss, der nach Deutschland einreisen will und sich in den
10 Tagen davor in einem vom RKI benannten Risikogebiet einschließlich einer qualifizierten Form Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet aufgehalten hat. Dies gilt jedoch u.a. nicht für Personen, die ein Risikogebiet lediglich im Transit durchquert haben oder die Deutschland ausschließlich im Transit durchqueren. So etwa Niederländer, die auf dem Weg zum Wolfgangsee und von dort zurück mit ihrem Wohnanhänger quer durch Deutschland fahren, ohne länger Halt zu machen. Ohnehin wenig wahrscheinliche Fahrtunterbrechungen zum Tanken – schließlich ist der Sprit in Österreich billiger – oder Ruhepausen sind in infektionsschutzrechtlicher Hinsicht unschädlich und lösen deshalb keine Registrierungspflicht aus.

Weitere Ausnahmen von der Registrierungspflicht gelten für Grenzpendler – Inländer, die im Ausland arbeiten – oder Grenzgänger – Ausländer, die in Deutschland beschäftigt sind – und damit beruflich bedingt mindestens wöchentlich einreisen –, oder Personen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder die für weniger als 24 Stunden nach Deutschland einreisen. Diese Variante firmiert in der allgemeinen Wahrnehmung als „kleiner Grenzverkehr“, sie hat gerade am vergangenen Wochenende Furore gemacht, weil sie Tagesausflüglern von und nach Österreich erstmals seit langem wieder einen weitgehend problemlosen Grenzübertritt erlaubt hat.

Immer wieder tritt die Frage auf, was „kleiner“ Grenzverkehr bedeutet. Der Begriff hat im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren. In den Vor-Schengen-Zeiten ging es primär um den erleichterten Grenzübertritt für die beiderseits der Grenze ansässigen Menschen. Üblicherweise war nur der sich bis ca. 30 Kilometer Tiefe ins Hinterland erstreckende „Zollgrenzbezirk“ umfasst. Derlei Limitierungen der Reisefreiheit gibt es dank der europäischen Integration längst nicht mehr und folgerichtig spricht die Verordnung auch ohne jede räumliche Begrenzung lediglich vom Grenzverkehr. Das Adjektiv „klein“ bezieht sich deshalb primär auf die Dauer des Aufenthalts von weniger als 24 Stunden. In der Mehrzahl der praktischen Fälle dürfte es sich um die klassischen „Tagesausflügler“ handeln, richtiger wäre es deshalb, an Stelle von einem „kleinen“ von einem „kurzzeitigen“ Grenzverkehr zu sprechen.

Ich komme zum Stichwort Absonderungspflicht gem. § 4. Hier lautet der Grundsatz, dass jeder, der nach Deutschland einreisen will und sich in den 10 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet einschließlich einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet aufgehalten hat, unmittelbar nach der Einreise in Quarantäne muss. Aber auch hier bestehen zahlreiche Ausnahmen. Sie begünstigen zunächst all jene, die sich nicht registrieren müssen, zudem u.a. auch Personen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Rechtspflege, der Volksvertretung, Regierung und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Kommunen erforderlich ist.

Quarantänerechtlich privilegiert sind des Weiteren Besuche bei Verwandten ersten oder zweiten Grades (Eltern-Kind, Großeltern-Enkel), Besuche des nicht dem gleichen Hausstand angehörenden Ehegatten oder Lebenspartners sowie die Ausübung eines geteilten Sorge- oder Umgangsrechtes, zudem Urlaubsrückkehrer aus „einfachen“ Risikogebieten (periculum area simplex), für die – neben weiteren Voraussetzungen – das Auswärtige Amt (AA) keine infektiologisch begründete Reisewarnung ausgesprochen hat. Das ist derzeit noch für die meisten unserer Nachbarstaaten der Fall, also auch für Österreich mit Ausnahme der Enklaven Jungholz und Kleinwalsertal. Das kann sich aber alles schnell ändern, zumal Österreich aus einfachen Risikogebieten wie etwa Deutschland kommende Urlaubsreisende bereits von der Quarantänepflicht freigestellt hat. Konsultieren Sie also immer zunächst die Homepage des AA, ehe Sie sich auf den Weg machen. Wer sich als Reiserückkehrer aus einem einfachen Risikogebiet angesichts der bisherigen Zurückhaltung des AA schon die vollen 10 Tage in Quarantäne sieht, den kann ich dennoch beruhigen. Denn diese endet vorzeitig für genesene, geimpfte oder getestete Personen, wenn diese den entsprechenden Nachweis an das Gesundheitsamt übermitteln.

Die Darstellung der Quarantäne-Ausnahmetatbestände ließe sich noch erheblich erweitern, das würde aber den Rahmen dieses Newsletters sprengen, sodass ich Sie bitten darf, bei Interesse einfach hier zu klicken und in der Verordnung nachzulesen. Aber Achtung! Ausnahme heißt nicht gänzliche Regelfreiheit! Für zahlreiche Ausnahmekonstellationen gelten der Einreise zeitlich unmittelbar vor- oder nachgelagerte Testnachweispflichten. Sind diese nicht erfüllt, greifen die skizzierten Ausnahmen nicht! Dann kann man sich allenfalls vorzeitig freitesten, um die Quarantäne kommt man zunächst aber nicht umhin.

Bei den sog. Nachweispflichten, § 5, geht es im Kern speziell um die Frage, wie eine einreisewillige Person mittels eines negativen Tests oder ersatzweise durch den Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer überstandenen COVID-Erkrankung belegen kann, dass von ihr trotz Aufenthaltes in einem Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet kein signifikantes Infektionsrisiko ausgeht. Die Vorschrift ist leider etwas unübersichtlich geraten, was aber nicht legistischem Ungeschick, sondern dem nachvollziehbaren Umstand geschuldet ist, dass die unterschiedlich gefährlichen Verhältnisse in „einfachen“ Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten und Virusmutationsgebieten nach einer differenzierten Betrachtung verlangen. Deshalb gibt es hier drei Grundsätze mit jeweils korrespondierenden Ausnahmen.

Wer (älter als sechs Jahre ist und) in den letzten 10 Tagen in einem „normalen“ Risikogebiet war, muss spätestens 48 Stunden nach der Einreise über einen Test-, Genesenen- oder Impfnachweis verfügen, außer, er kann einen Ausnahmetatbestand in Anspruch nehmen, der ihn bereits von der Registrierungspflicht freistellt, siehe oben.

Und wer in einem Hochinzidenzgebiet war oder unter Inanspruchnahme eines Beförderers auf dem Luftweg einreist, muss bereits bei der Einreise einen entsprechenden Test-, Genesenen- oder Impfnachweis vorlegen. Ausnahme: Die Person ist durch das Hochinzidenzgebiet lediglich durchgereist und/oder reist nach Deutschland nur zur Durchreise ein.

Waren die genannten Personen in den letzten 10 Tagen in einem Virusvariantengebiet, muss bei der Einreise explizit einen Testnachweis vorliegen, ein Genesenen- oder Impfnachweis ist in dieser besonders riskanten Konstellation nicht ausreichend. Deshalb gibt es diesbezüglich – Ausnahme von der Regel – keine Ausnahme, außer, man ist Grenzpendler, dann muss nicht täglich bei jeder Einreise, sondern „nur“ mindestens zweimal pro Kalenderwoche ein Test vorgenommen werden, der dann hoffentlich negativ ausfällt.

Unter dem Strich steht trotz aller Zufriedenheit über eine passable Regelungslage die Einschätzung, dass allein § 4 Abs. 3 uneingeschränkt begrüßt werden kann. Dieser bestimmt, dass die Absonderungspflicht längstens bis zum 30. Juni 2021 anzuwenden ist und eröffnet so den Blick auf bessere Zeiten, in denen es der CoronaEinreiseV nicht mehr bedarf.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen allen frohe und gesegnete Pfingsten mit ein paar erholsamen Stunden und Tagen. Allen, die Urlaub haben, wünsche ich eine gute Zeit mit infektiologisch unbedenklicher Abwechslung und vielen schönen Eindrücken. Und allen, die die Stellung halten, allen voran denen, die sich an ihrem jeweiligen Platz Corona entgegenstellen, wünsche ich, dass der Stress sich in Grenzen halten möge!

Bayern bewegt sich!

Mit besten Grüßen
Ihr


Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister