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Die Grundlage der Winterschulung 2020/2021 bildet die Anleitung zur Durchführung der Ausbildung in didaktisch-methodischer Hinsicht. Dieser Beitrag wird sowohl als Druckbeilage für die „brandwacht“ als auch in digitaler Form auf der Homepage „Feuerwehr-Lernbar Bayern“ den Ausbildern zur Verfügung gestellt. Die fachlichen Inhalte der Ausbildung stellt sich jeder Ausbilder eigenständig aus den Instruktions- und Übungsblättern sowie den Präsentationen und Filmen zusammen, die auf der Feuerwehr-Lernbar Bayern zu finden sind.
Feuerwehr-Lernbar Bayern 

Als Hintergrundwissen für die Ausbilder und Schulungsteilnehmer dient die eigens dafür erstellte
Lehrunterlage, die ebenfalls auf der Feuerwehr-Lernbar Bayern zu finden ist.
„Basisunterlage“

Die Schulung im Bereich des Einfachen Rettens und Sicherns gründet auf den aktuellen Methoden und Erkenntnissen sowie der erst kürzlich zur Einführung empfohlenen aktualisierten FwDV 10. Sie berücksichtigt außerdem die in Bayern gebräuchliche Ausstattung bzw. gibt den Feuerwehren Hinweise auf mögliche Erweiterung der Ausstattung, falls dies zum örtlichen Einsatzkonzept und Gefahrenpotenzial passt.

Alle Schulungsunterlagen eignen sich selbstverständlich als Grundlage für die regelmäßige Fortbildung der Feuerwehren, die zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden kann und soll.

112 Newsletter vom 10. Dezember 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

ich darf Ihnen heute die 25. Ausgabe meines Corona-Wochennewsletters vorlegen. Es entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie, dass dieses kleine Jubiläum zeitlich ausgerechnet mit der erneuten Feststellung des Corona-Katastrophenfalles zusammenfällt, nachdem der erste Wochennewsletter mit dem Ende des ersten Katastrophenfalles herauskam und insoweit das tägliche Format abgelöst hatte. In der aktuellen Phase will ich es jedenfalls bis auf Weiteres beim wöchentlichen Erscheinen belassen. Denn mittlerweile sind wir alle deutlich erfahrener im Umgang mit der Pandemie, als das im Frühjahr der Fall war und insoweit gehe ich davon aus, dass eine wöchentliche Information der Leserinnen und Leser ausreicht.

Natürlich beginne ich auch heute mit einer Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern. Heute, Donnerstag, 10.12.2020, 08:00 Uhr, verzeichnen wir 244.133 bestätigte COVID-19-Infektionen (Vorwoche 218.665). Das sind im Vergleich zum letzten Donnerstag 25.468 mehr (nach 24.326, 25.243, 24.022, 25.177, 20.425, 15.074, 8.702, 4.561, 2.601 und 2.292 die Wochen davor). Dies bedeutet für die zurückliegenden Tage einen rechnerischen Schnitt von ca. 3.638 Neuinfektionen. Für die 12 vorangegangenen Wochen lagen die Vergleichswerte bei 3.475, 3.606, 3.432, 3.597, 2.918, 2.153, 1.243, 652, 372, 327, 375 bzw. 376.

Diese Durchschnittszahlen sehen vergleichsweise „hergebracht unauffällig“ und im mittelfristigen Trend liegend aus und doch lassen die jüngsten Tageszahlen aufhorchen. Denn anders als in den letzten Wochen, als wir beim 7-Tage-Vergleich kaum größere Ausschläge beobachtet haben – da waren es an einen Tag mal 165 mehr, dann waren es am nächsten Tag wieder 115 weniger – sieht dies aktuell anders aus. So lag der gestrige Tageswert satte 657 Neuinfektionen über dem Vergleichswert der Vorwoche, ohne dass es dafür einen erfassungstechnischen Grund gäbe. Ganz ähnlich stehen die Dinge bundesweit. Hier lag der gestrige Wert 3.545 Fälle über dem Vergleichswert der Vorwoche. Das ist noch kein exponentielles Wachstum, aber bei einer Verstetigung dieses Trends könnte daraus schnell eines werden. Und das darf auf gar keinen Fall geschehen, zumal das Gesundheitssystem bereits jetzt stark belastet ist.

Im innerdeutschen Ranking steht Bayern auf Platz 3 (Vorwoche: 2) direkt hinter Sachsen, das eine 7-Tage-Inzidenz von 310 (Vorwoche 267) verzeichnen muss, und Thüringen mit einem Wert von 192 (Vorwoche 139). Mit der wieder gestiegenen Rate von jetzt 186 (Vorwoche 172) liegt Bayern nun vor Berlin (176), Baden-Württemberg (160) und Hessen (151). Am anderen Ende der Skala finden sich auch diese Woche die Küstenstaaten Mecklenburg-Vorpommern (66) und Schleswig-Holstein (59), die allerdings jetzt beide auch jenseits der „roten Linie“ von 50 liegen.

Wie Sie wissen, schaue ich bei der Beurteilung der Lage nicht allein auf die Zahl der Neuinfektionen. Zwar bildet dieser Parameter das Kernelement, aber auch andere Kenngrößen liefern wichtige Hinweise, etwa die Positivrate. Sie setzt die Zahl der laborpositiven Tests ins Verhältnis zu deren Gesamtzahl. Die Positivrate lag in Bayern in den zurückliegenden Tagen bei Werten zwischen 7,6 und 9,9 Prozent (Vorwoche: 6,4 und 9,1 Prozent), was bei einer in etwa gleichbleibenden Zahl der täglichen Testungen leider weiterhin auf eine erhebliche innere Stabilität der zweiten Welle hindeutet und insoweit die eben aus dem Infektionsgeschehen hergeleitete Besorgnis nicht gerade zu entkräften vermag.

Weitere bedeutende Gradmesser sind für die Einschätzung der Corona-Situation seit jeher die Kenngrößen „Sterbefallzahl“ und „Hospitalisierungssituation“. An oder mit einer Corona-Infektion sind in Bayern mittlerweile 4.644 Personen verstorben. Das sind im Vergleich zur Vorwoche 562 Sterbefälle mehr nach 424, 344, 264, 198 bzw. 65 in den fünf vorvergangenen Wochen. Diese Entwicklung macht angesichts ihrer Wucht, die sich binnen Wochenfrist entwickelt hat, betroffen. Denn bei dieser Kenngröße war an jedem der zurückliegenden Tage der Tageswert deutlich, teils mehr als ein Drittel, höher als der jeweils eine Woche davor gemessene Wert. Und der gestrige Tageswert von 108 binnen 24 Stunden registrierten Todesfällen markierte einen traurigen Rekord. Bundesweit bietet sich übrigens ein nahezu identisches Bild. Hier war gestern mit 590 zu beklagenden Corona-Sterbefällen ein All-time-high zu verzeichnen, der bisherige Höchstwert lag bei 487.

Aktuell sind in Bayern 60.300 Personen an COVID-19 erkrankt (Vorwochen 58.600, 56.840, 52.970, 45.780, 34.420, 23.100 bzw. 13.190) und damit 1.700 (Vorwoche: 1.800) mehr als letzten Donnerstag. Stand heute befinden sich von den 60.300 erkrankten Personen 4.663 in einer Klinik (in den Vorwochen 4.015, 3.730, 2.626, 2.243, 1.751, 1.072, 614, 328, 243, 213, 215, 166, 215 bzw. 106). Von diesen wiederum befinden sich 3.872 auf einer Normalstation und 791 (Vorwochen: 726, 683, 530, 491, 367, 151 bzw. 100) auf „Intensiv“.

Lassen Sie uns nun noch kurz das Augenmerk auf die lokalen Entwicklungen richten. Dies zeigen zunächst die absoluten Werte der 7-Tages-Inzidenzen. Den höchsten Einzelwert verzeichnet aktuell der Landkreis Regen mit dem Höchstwert von 607,2 (479,0). Dahinter folgt die Stadt Hof mit 416,8 Neuinfektionen binnen sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner. Auf Platz 3 findet sich nunmehr der Landkreis Freyung-Grafenau mit 344,6, gefolgt vom Landkreis Passau (312,5), der Stadt Nürnberg (310), dem Landkreis Erding (297,4) und der Stadt Fürth (295,7). Natürlich drängt sich die Frage nach den Ursachen auf und die ist weiterhin nur sehr schwer zu beantworten. Einzig Alten- und Pflegeheime lassen sich verschiedentlich als Hotspots herauskristallisieren, so in Passau, Hof und im Landkreis Regen, die alle drei ohne ihre Hotspots irgendwo im Mittelfeld liegen würden. Jenseits der Heime bleibt das Bild diffus, denn nur eine Minderheit der außerhalb dieser Einrichtungen Infizierten kann (oder will) die eigene Infektion konkret verorten.

Bildet man Cluster, dann liegen von den 96 Landkreisen und kreisfreien Städten heute weiterhin zwei jenseits einer Marke von 400. In dem Segment zwischen 300 und 400 sind es nunmehr 3 (Vorwoche: 4) Gebietskörperschaften, bei Werten zwischen 200 und 300 liegen 28 (16) Gebietskörperschaften und in einem Korridor mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 100 und 200 finden sich weitere 58 (67) Kommunen. Den niedrigsten Wert verbucht nunmehr der Landkreis Bamberg mit 64,6. Insgesamt betrachtet hat es binnen Wochenfrist leider eine deutliche Stärkung des Clusters „200-300“ gegeben, zu Lasten der darunterliegenden Cluster. Das ist keine gute Entwicklung, die insoweit demselben Trend folgt wie die Entwicklung bei den Neuinfektionen. Alle Parameter senden dieselbe Botschaft: Die Werte gehen nicht entscheidend zurück. Im Gegenteil: Es deutet sich an den zentralen Messpunkten zur Bewertung der Lage eine Verschlechterung an. Zudem ergibt sich ein ganz ähnlicher Befund für Gesamtdeutschland. Heute weist das Robert Koch-Institut (RKI) als Tageswert den neuen Höchstwert von 23.679 neuen COVID-19-Fällen aus, nach 22.046, 22.268, 22.609, 21.866, 19.990, 16.744, 11.287 und 6.638 Neuinfektionen an den Vergleichstagen der Vorwochen.

Liebe Leserinnen und Leser, angesichts dieser Tendenzen wird es Sie kaum verwundern, dass ich Ihnen einmal mehr über eine Nachjustierung der Regelungslage zu berichten habe. Vor einer Woche hatte ich ja noch die leise Hoffnung geäußert, wir könnten diesbezüglich bis Weihnachten „safe“ sein. Hergeleitet hatte sich diese Erwartung von einem Silberstreif am Horizont, den das RKI projiziert hatte. Danach hätte bei einem Beibehalten der bisher getroffenen Maßnahmen zwar kein steiler Abfall der Infektionszahlen, aber doch ein langsamer und dabei stetiger, sinkflugartiger Abwärtstrend eintreten können. Gestützt war diese Annahme auf das sog. Nowcasting. Das ist eine auch in der Meteorologie zur Anwendung kommende Methode, bei der anhand einer mathematischen Betrachtung und Gewichtung bestimmter, in der Vergangenheit erfasster Parameter der zukünftige Verlauf einer Entwicklung prognostiziert werden kann. Auch wenn das RKI die Rechenmodelle im Laufe der Zeit und im Lichte der Erfahrungen mit der Pandemie mittlerweile stark verbessert hat, so ist ihm doch Ähnliches widerfahren, das die „Wetterfrösche“ nur zu gut kennen. Die Wettervorhersage trifft das tatsächliche Wettergeschehen in aller Regel ziemlich, aber eben doch nicht ganz genau. Die Wetterbesserung tritt tatsächlich ein, aber womöglich etwas später oder nicht ganz so strahlend wie vorhergesagt. Und so war es mit dem „Newcasting-Blick“ auf den Pandemieverlauf auch. Zwar verzeichnen wir nach wie vor zum Glück noch kein neuerlich exponentielles Wachstum, sondern die berühmte Seitwärtsbewegung, diese zeigt aber, wie beschrieben, tendenziell eher nach oben. Damit rückt das Zwischenziel einer flächendeckenden 7-Tage-Inzidenz von 50 weiter weg. Und als dann zum Wochenende die Infektionszahlen in Hotspots wie Passau, Regen oder Nürnberg noch einmal gestiegen sind, zudem auch aus einzelnen Bezirken erste Hinweise kamen, dass wegen einer absehbaren Volllast auf den Intensivstationen demnächst von der Möglichkeit einer Verlegung von Patienten in andere Regionen Gebrauch gemacht werden müsse, und die Corona-bezogenen Sterbefälle in Bund und Land Höchststände erreicht haben, hat Ministerpräsident Dr. Markus Söder das Kabinett am vergangenen Sonntag zusammengerufen, um über Maßnahmen zu beraten, mit denen die für die Weihnachtsfeiertage geplanten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen abgesichert und gleichzeitig eine echte Trendumkehr eingeleitet werden können.

Hierzu hat der Ministerrat einen mit dem Leitsatz „Daheimbleiben“ überschriebenen Zehn-Punkte-Plan beschlossen, der am Dienstag nach einer Regierungserklärung des Ministerpräsidenten im Landtag intensiv diskutiert wurde und dessen Maßgaben regelungstechnisch mit einer Änderung der 10. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung umgesetzt wurden. Diese ist seit gestern 00:00 Uhr in Kraft und gilt zunächst bis einschließlich 05.01.2020. Den Link zur neuen Verordnung finden Sie hier.

Die v.a. aus der Sicht des Innenministers maßgeblichen Kernelemente des Ministerratsbeschlusses darf ich Ihnen kurz skizzieren. Hier ist zuallererst die erneute Ausrufung des Katastrophenfalles zu nennen, die ich als der für den Katastrophenschutz zuständige Minister vorgestern verfügt habe. Das damit verbundene Regularium gilt seit gestern 00:00 Uhr.

Dies bedeutet organisatorisch, dass im Innenministerium, auf Ebene der Regierungen sowie bei den kreisfreien Städten und Landkreisen als Kreisverwaltungsbehörden die Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) wieder aufgerufen wurden. Nachdem wir ja aus einem seit dem Frühjahr laufenden Prozess kommen, der auch nach Ende des Katastrophenfalles vom Frühjahr nicht komplett eingestellt wurde, wir also nicht bei null anfangen, und zudem in Anbetracht einer außergewöhnlich langanhaltenden Lage die Schonung der Ressource Personal im Auge behalten müssen, werden wir für die „FüGKen“ zunächst mit einem Präsenzdienst von Montag bis Freitag jeweils 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr arbeiten. Außerhalb dieser Dienstzeit sowie an Sonn- und Feiertagen ist eine telefonische Rufbereitschaft sicherzustellen. So wie ich die Sache sehe, wird es – im Unterschied zum Frühjahr – jetzt nicht um die Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung gehen, sondern vor allem um die Steuerung der Krankenhausbelegung, der noch intensiveren Anwendung der Teststrategie sowie der Vorbereitung der Umsetzung der Impfstrategie. Da ist jeweils schon eine ganze Menge geschehen, aber mit den Regularien des K-Falles eröffnen sich gerade beim erstgenannten Punkt effektivere Entscheidungsprozesse.

Übrigens: Was es ganz generell bedeutet, in einer Pandemie im Katastrophenfallmodus zu arbeiten, haben wir am Beispiel des vergangenen Frühjahrs – Titel: 92 Tage K-Fall – in einer Broschüre und einem Film aufbereitet, die Sie auch online abrufen können.

Zweites Kernelement des Ministerratsbeschlusses ist die Reduzierung vor allem der privaten Kontakte jenseits des engsten persönlichen Umfeldes. Denn man kann den so banalen wie folgenschweren Zusammenhang gar nicht oft genug wiederholen: Die einzige Chance des Virus, sich zu verbreiten, sind physische Kontakte zwischen Menschen. Also gilt: Je weniger Kontakte, desto weniger Neuinfektionen; je mehr Kontakte, umso mehr Ansteckungen. Das ist aber nicht das Ende der Geschichte, denn daran anschließend betreibt die Natur eine Art Sortiermechanismus. Dieser teilt nach der Schwere des Krankheitsverlaufes in verschiedene Gruppen ein. Viele Betroffene merken nichts oder haben allenfalls Befindlichkeitsstörungen. Aus der absoluten Zahl der Neuinfizierten wird aber stets auch ein bestimmter Prozentsatz an symptomatisch erkrankten Patienten hervorgehen. Ca. 1-2 Prozent aller Infizierten wird so schwer an COVID-19 erkranken, dass die Betroffenen entweder in ein normales Klinikbett, ein Klinik-Intensivbett oder, noch tragischer, auf das Sterbebett kommen. Die entscheidende Größe, nach der sich alles Weitere anteilig bestimmt, ist somit die absolute Zahl der Neuinfektionen. Die Gleichung lautet also: Viele Infizierte = anteilig mehr Kranke = anteilig mehr Schwerkranke = anteilig mehr Corona-Todesfälle. Und umgekehrt: Weniger Infizierte = weniger Kranke usw.

Leider haben wir in den letzten Wochen auch im Teillockdown zu viele unnötige und gefahrgeneigte Kontakte gesehen. Etwa an „To go-Verkaufsstellen“ für Glühwein, in deren unmittelbarem Umfeld sich stetig anwachsende Menschentrauben gebildet haben, zumal es meist nicht bei einem „Glüli“ geblieben ist und es deshalb kaum ein Gehen, aber vielfach ein Kommen gab. Daneben musste die Polizei immer wieder Privatpartys mit Angehörigen von deutlich mehr als zwei Hausständen oder den erlaubten fünf Personen auflösen und man konnte insgesamt den Eindruck gewinnen, dass noch zu viele permanent nach dem Schlupfloch suchen, um den bestehenden Regeln zu entkommen. Deshalb gilt seit Mittwoch eine landesweite Ausgangsbeschränkung. Die Wohnung darf nur verlassen werden, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Als solcher zählen etwa die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, die Inanspruchnahme medizinischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen, der Besuch bei Angehörigen therapeutischer Berufe sowie Blutspenden, Versorgungsgänge, der Besuch von zulässig geöffneten Geschäften und Dienstleistungsbetrieben (inkl. Weihnachtsbesorgungen), der Besuch eines anderen Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen nicht überschritten wird, der Besuch bei Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen u.a.m.

Eine erweiterte Ausgangssperre gilt in Hotspots, das sind kreisfreie Städte und Landkreise mit einer Inzidenz von über 200. In dieser Situation ist, begrenzt auf die Zeit zwischen 21:00 Uhr und 05:00 Uhr, der Katalog triftiger Gründe, sich außerhalb der eigenen Wohnung aufzuhalten, verkürzt, u.a. fehlen der Besuch eines anderen Hausstandes oder die sportliche Betätigung. Aber natürlich darf man auch dann noch von der Arbeit nach Hause oder von dort zur Arbeit, zur notwendigen medizinischen Behandlung oder mit dem Hund Gassi gehen.

Ob „Ihre“ Stadt oder „Ihr“ Landkreis zum Hotspot geworden sind, entnehmen Sie bitte der örtlichen Tagespresse. Wer es amtlich haben will, checkt das Amtsblatt der jeweiligen Gebietskörperschaft. Und auch auf der Homepage des Innenministeriums und des Gesundheitsministeriums werden wir täglich die Liste der betroffenen Gebietskörperschaften fortschreiben. Hierfür werden wir die Kreisverwaltungsbehörden, die Maßnahmen anordnen und nach entsprechender Besserung der Lage wieder aufheben, veranlassen, die jeweiligen Veröffentlichungen in ihrem Amtsblatt auch „nach München“ zu übermitteln.

Egal ob Hotspot oder nicht: Der Konsum von Alkohol ist nach den neuen Regeln in Innenstädten und sonstigen Orten unter freiem Himmel bis auf Weiteres untersagt. Glühwein-To Go ist also nicht generell ausgeschlossen, aber nur im engen Wortsinne möglich. Schließlich heißt es ausdrücklich „To go“ und nicht „For here“ oder „To stay“! Also Glühwein kaufen, heimtragen, dort trinken.   

Die für den 23. bis. 26.12. vorgesehene „Sonderregelung Weihnachten“ mit erweiterten Kontaktmöglichkeiten für private Treffen bleibt unangetastet. Demgegenüber entfällt die auf Bundesebene besprochene Erstreckung der Lockerung bis zum Neujahrstag in Bayern und ich prognostiziere, dass dem zumindest noch einige Länder folgen werden. Und sollte sich die Lage deutlich verschärft darstellen, so will ich nicht ausschließen, dass auch die Ministerpräsidentenkonferenz und die Bundeskanzlerin noch vor Weihnachten erneut auf den Plan treten.  

Vorschriften sind das eine, deren Beachtung das andere. Deshalb sind immer wieder Kontrollen nötig. Denn auch wenn sich die meisten Menschen vorbildlich an die Maskenpflicht halten, so ist für die anderen und die, die in der Gefahr stehen, vom „rechten Weg abzukommen“, gelegentlich eine Ermahnung, in gravierenderen Fällen auch eine Verwarnung mit Verwarnungsgeld oder eine Anzeige nötig. Deshalb hat Bayern an diesem Montag am bundesweiten Kontrolltag zur Einhaltung der Maskenpflicht im ÖPNV mitgewirkt. Hierbei hat die Polizei immerhin 2014 Verstöße feststellen müssen. In der Folge haben unsere Ordnungshüter 663 Verwarnungen mit Verwarnungsgeld von 55,- Euro verhängt, im Übrigen auch Anzeigen erstattet. Eine solche kostet den Betroffenen üblicherweise 250,- Euro plus Gebühren.

Und natürlich werden wir gerade in den kommenden Wochen die geltenden Ausgangsbeschränkungen und an den Hotspots die Ausgangssperren intensiv polizeilich überwachen.    

Wie Sie vielleicht den Medien entnommen haben, tagen seit gestern Abend die Innenminister und -senatoren der Länder und des Bundes, die sog. Innenministerkonferenz oder kurz die „IMK“. Diese tritt routinemäßig zweimal jährlich im Frühjahr und im Herbst zusammen, um sich zu aktuellen innenpolitischen Themen abzustimmen.

Bei dieser Gelegenheit wurde es für mich wieder einmal geradezu mit Händen greifbar, wie sehr Corona auch die beinahe schon ritualisierten Abläufe in der Politik beeinflusst. Üblicherweise handelt es sich bei der IMK um eine Präsenzveranstaltung, deren besonderer Wert darin liegt, in verschiedenen Formaten u.a. auch mal im ganz kleinen Kreis an einem Tisch zu sitzen und gleichsam in einem geschützten Raum Gedanken auszutauschen. Diesmal fand die Tagung als Hybridveranstaltung statt. D.h. es haben sich nicht die Minister aus allen Ländern wie sonst üblich in einer Stadt des aktuellen Vorsitzlandes, derzeit Thüringen, getroffen, sondern die meisten Kollegen waren von zu Hause per Video zugeschaltet. Im Bundesinnenministerium in Berlin kamen allein der Hausherr, der amtierende IMK-Vorsitzende, der Sprecher der SPD geführten Innenministerien und ich als amtierender Sprecher der CDU/CSU-geführten Innenministerien zusammen, um gleichsam als Sachwalter der Daheimgebliebenen auch aus deren Diskussionsbeiträgen die erforderlichen Dokumente und Erklärungen zu erstellen. Ein Unterfangen, das unter strikten Abstandsregeln und mit einem stark reduzierten Arbeitsstab gar nicht so einfach ist. Aber auch unter den gegebenen Umständen hat dieses Instrument des gelebten Föderalismus sehr gut seine koordinierende Wirkung entfaltet.

Natürlich haben wir als Innenminister hauptsächlich über andere als Corona-Themen beraten, aber daran vorbeigekommen sind wir nicht. Dies vor allem bei der Frage, welche sicherheitspolitischen Herausforderungen sich aus Bewegungen wie den sog. „Querdenkern“ und den vielen diffusen, teils obskuren Strömungen ergeben, die zur Erreichung eigener Ziele auf den Zug der Corona-Kritiker aufspringen wollen.

Einen gewissen Etikettenschwindel stellt hierbei schon die Verwendung des Begriffs „Querdenker“ dar. Denn „Querdenken“ ist in seinem Ursprung eine in den 1960er Jahren von dem britischen Mediziner und Kognitionswissenschaftler Edward de Bono entwickelte Denkmethode, die durch die Anwendung von Kreativitätstechniken zur Lösung von Problemen und zur Ideenfindung eingesetzt werden kann (Quelle: Wikipedia, „Laterales Denken“). Kreativ und offen ist in der Gedankenwelt der Corona-Querdenker wenig, insofern wäre die Bezeichnung „Engstirner“ passender. Wobei ich auch an dieser Stelle betonen möchte, dass es nicht verboten ist, engstirnig oder verbohrt zu sein und entsprechende Thesen zu vertreten – das ist alles von der verfassungsrechtlich verbürgten Meinungsfreiheit gedeckt.

Allerdings wird es hoch problematisch, wenn besorgte oder gar verängstigte und deshalb womöglich auch leichter manipulierbare Menschen in die Fänge sektenartig agierender Tatsachenleugner, Verschwörungsideologen, militanter Impfgegner und verschiedentlich auch von Esoterikern, vor allem aber von Personen und Organisationen mit rechtsextremistischem Weltbild geraten. Diese nutzen ganz offensichtlich immer öfter von Gegnern der Anti-Corona-Maßnahmen veranstaltete Versammlungen sowie einschlägige Internet-Foren, um sich die Reichweite der Protestbewegung in bis dato nicht erreichbare Gesellschafts- und Bevölkerungsschichten hinein zu erschließen. Ich bin mir mit meinen Kollegen aus Bund und Ländern absolut einig, dass wir es bei dieser sich gerne bürgerlich gebenden, aber ganz und gar nicht harmlosen „Querdenker“-Bewegung mit einem Phänomen zu tun haben, das bewusst mehr und mehr die Grenzen zwischen gerade noch von der Meinungsfreiheit gedeckten Positionen und solchen, die in Richtung Verfassungsfeindlichkeit und Extremismus gehen, verschwimmen lässt. Auf diesen schleichenden Prozess haben Polizei und Verfassungsschutz in Bund und Ländern ein waches Auge.

Glühwein „To Go“ gleich vor Ort schlürfen ist ein „No Go“!!!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister

Vereinsrechtliche Sonderregelungen erleichtern die Arbeit von Vereinen – so bleiben Sie auch während der Corona-Krise handlungsfähig.

Das „Gesetz über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie“ (GesRuaCOVBekG), das im März 2020 eingeführt wurde, beinhaltet vereinsrechtliche Erleichterungsregelungen. Zunächst bis Ende 2020 befristet, wurden die Regelungen jetzt bis Jahresende 2021 verlängert! Die Regelungen umfassen insbesondere drei Punkte.

VERLÄNGERUNG DER AMTSZEIT DER VORSTANDSMITGLIEDER

Wenn nicht schon in der Sat­zung regelt, dass ein Vorstand so lange im Amt bleibt, bis ein Nach­fol­ger bes­tellt ist, stün­den – ohne die neuen Regelungen – jene Vereine vor einem Pro­b­lem, bei denen die Amts­zeit von Vor­stands­mit­g­lie­dern aus­läuft und die Nach­be­set­zung nicht oder nicht recht­zei­tig erfol­gen kann: Der Vorstand würde automatisch mit Ablauf der Amtszeit ausscheiden, der Verein wäre nicht mehr handlungsfähig. Arti­kel 2 § 5 Abs. 1 des GesRuaCOVBekG hilft, indem Vor­stands­mit­g­lie­der auch nach Ablauf ihrer Amts­zeit im Amt blei­ben, bis sie abbe­ru­fen wer­den oder ein Nach­fol­ger bes­tellt ist.

DURCHFÜHRUNG VON ONLINE-MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN OHNE SATZUNGSERLAUBNIS

Grund­sätz­lich sind Sit­zun­gen eines Vereins als Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen abzu­hal­ten. Wenn die Satzung nicht vorsieht, dass von dieser Grundregel abgewichen werden kann, freuen Sie sich über die Arti­kel 2 § 5 Abs. 2 des Geset­zes: Danach kön­nen Vereine Online-Sit­zun­gen und Versammlungen durch­füh­ren, auch wenn dies nicht durch die Sat­zung legiti­miert ist.

VEREINFACHUNG DER SCHRIFTLICHEN BESCHLUSSFASSUNG

Nach Arti­kel 2 § 5 Abs. 3 des GesRuaCOVBekG genügt die Stimmabgabe von 50 % der Mitglieder; eine Stimme kann schriftlich abgegeben werden. Die Bedingungen: Alle Mit­g­lie­der müssen betei­ligt werden und min­des­tens die Hälfte von ihnen muss ihre Stimme inn­er­halb der Ent­schei­dungs­frist schriftlich, z.B. per E-Mail, abgeben haben.

BFH-Info v. 15.12.2020

Wechsel auf der Kommandobrücke des Verein Bayer. Feuerwehrerholungsheim e.V.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem überraschenden, aber aus privaten Gründen verständlichen, Rücktritt des langjährigen 1. Vorsitzenden Heinrich Waldhutter musste für das Amt des 1. Vorsitzenden im Verein Bayer. Feuerwehrerholungsheim ein Nachfolger gewählt werden.

Heinrich Waldhutter war von 1996 bis 2004 Schatzmeister des Vereins, wurde 2004 zum 2. Vorsitzenden und 2010 zum 1. Vorsitzenden des Vereins Bayer. Feuerwehrerholungsheim e.V. gewählt.
In dieser jahrzehntelangen Zeit in der Vorstandschaft und als 1. Vorsitzender hat Heinrich Waldhutter den Fortbestand des "Feuerwehrheims" maßgeblich mitbestimmt. Viele Weichenstellungen waren notwendig um den erfolgreichen Weg des gesamten Hauses zu sichern.
Lange Jahre der Verhandlungen mit der Grundstücksverwaltenden Dienststelle, der Immobilien Freistaat Bayern, mussten geführt und abgeschlossen werden. Zahlreiche Umbauten und Renovierungen hatte Heinrich Waldhutter mit der Führung des Bayer. Staatsministerium des Innern auf den Weg gebracht.
Als anspruchsvollste Baumaßnahme der vergangenen Jahrzehnte war der Umbau der Küche zu bewältigen. Auch der Bau eines Saunagebäudes, sowie viele Renovierungen auf dem gesamten Gelände durch den Freistaat Bayern fielen in die Amtsperiode von Heinrich Waldhutter.

Der Verein Bayer. Feuerwehrerholungsheim ist auch Arbeitgeber von inzwischen rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und all diese Tätigkeiten hatte Heinrich Waldhutter immer unentgeltlich und ehrenamtlich erledigt. Das Wohl der Feuerwehrfamilien in ganz Bayern war Antrieb und Motivaton von Heinrich Waldhutter. Herzlichen Dank dafür.

Auch der Schriftführer des Vereins, der langjährige Kreisbrandrat und jetzige Ehrenkreisbrandrat des Landkreises Regensburg, Waldemar Knott, stand aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung und trat nicht mehr zur Wahl an. Waldemar Knott hatte das Amt des Schriftführers seit 1996 inne und auch er übernahm dieses Amt unentgeltlich und ehrenamtlich. Aufgrund Ihrer langjährigen und herausragenden Leistungen wurden Waldemar Knott zum Ehrenmitglied bzw. Heinrich Waldhutter zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Da die Vertreterversammlung turnusmäßig im November 2020 angesetzt war, wurden bei dieser Versammlung der erste und zweite Vorsitzende sowie der Schriftführer neu gewählt. Wegen der Coronapandemie konnte die Versammlung erstmalig nicht als Präsenzveranstaltung, sondern musste in Papierform abgehalten werden. Zum 1. Vorsitzenden wurde der bisherige 2. Vorsitzende und Ehrenkreisbrandrat des Landkreises Würzburg, Heinz Geißler, gewählt.

Zum zweiten Vorsitzenden wurde der Kreisbrandrat aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, Dr. Rüdiger Sobotta, gewählt. Neuer Schriftführer ist der Kreisbrandinspektor des Landkreises Rottal-Inn, Helmut Niederhauser. Alle neugewählten wurden mit überwältigender Mehrheit gewählt. Sie nehmen Ihre Ämter in einer unvergleichbar schwierigen Zeit an.

v.l. 2. Vorsitzender, Dr. Rüdiger Sobotta, 1. Vorsitzender Heinz Geißler und Schriftführer Helmut Niederhauser.

Nachdem die gesamte Gastronomie und somit auch das Feuerwehrheim während des ersten Lockdowns schon für zweieinhalb Monate geschlossen war, musste am 20.10.2020 erneut alles schließen. Derzeit ist noch nicht klar wie und vor allem wann es weiter gehen wird. In diese Zeit fällt auch das Ende des Pachtverhältnisses mit dem Pächterehepaar Petra und Rudi Zeif jr., die das Pachtverhältnis im beiderseitigen Einvernehmen zum 15.12.2020 beendet haben.

Der Verein wird ab dem 16.12.2020 die Gastronomie in Eigenregie übernehmen. Umfangreiche Vorbereitungen hierzu sind bereits in Gange. Der Verein Bayer. Feuerwehrerholungsheim e.V. wartet im wahrsten Sinne des Wortes auf bessere Zeiten und auf die Wiedereröffnung des Hotelbetriebes. Viele Gäste mussten Ihre Aufenthalte verschieben oder absagen und warten auf den Neustart.

Wir möchten uns hiermit auch bei unseren Gästen bedanken, die die Schließung, die Verschiebungen und Stornierungen sehr pragmatisch und unkompliziert hingenommen haben.

Wir freuen uns schon sehr, wenn wir unsere Gäste endlich wieder begrüßen dürfen.

Das Feuerwehrheim wünscht allen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren Bayerns, deren Angehörigen und Familien eine ruhige Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Neue Jahr 2021.

Bleiben Sie gesund.

Walter Nöhrig Geschäftsführer

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Nationales Konzept für besonders große oder schwierige Vegetationsbrände erstellt

Deutscher Feuerwehrverband und Deutscher Städte- und Gemeindebund veröffentlichen Empfehlung

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Berlin – Extreme Hitze, lange Dürre und massenhafter Schädlingsbefall: Die deutschen Wälder sind durch die Folgen des Klimawandels immer anfälliger für Waldbrände geworden. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) haben daher ein „Nationales Konzept für besonders große oder schwierige Vegetationsbrände“ erstellt, das Verbesserungspotenziale für vorhandene Strukturen aufzeigt.

„In vielen Wäldern fehlt die notwendige Infrastruktur für drohende: Befahrbare Wege, Wasserentnahmestellen, Systeme zur Branderkennung können und müssen deutlich verbessert werden“, erklärt Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer beim DStGB. Hinzu kämen Behinderungen der Löscharbeiten durch Munitionsverdachtflächen sowie teils hoher Anforderungsaufwand für die effektive Unterstützung durch Hubschrauber. „Die Feuerwehren verfügen aktuell nur in sehr geringem Umfang über spezielle Fahrzeuge und Geräte für die Vegetationsbrandbekämpfung“, erklärt DFV-Vizepräsident Karl-Heinz Knorr. Die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte sei zumeist auf die Gebäudebrandbekämpfung ausgelegt; dies stelle bei Vegetationsbränden jedoch eine unzumutbare körperliche Belastung dar. Auch die taktischen Besonderheiten seien noch kein ausdrücklicher Bestandteil der Ausbildung. „Daher ist das bestehende System auf mögliche Verbesserungen zu überprüfen“, fordern Landsberg und Knorr. Das nationale Konzept nennt Verbesserungspotenzial in folgenden Bereichen:

  • Prävention (Sensibilisierung von Bevölkerung und Waldbesitzern, Ausbau der Rettungspunkte Forst, Einrichtung und Ausbau von Früherkennungssystemen, Kartenmaterial und Geo-Informationssysteme, Informationsaustausch, Vorbeugender Waldbrandschutz, waldbauliche Maßnahmen, Überprüfung von Munitionsverdachtsflächen, Harmonisierung des Kampfmittelbeseitigungsrechts, Abstimmung der Maßnahmen)
  • Organisation/Taktik (stärkere Verantwortungsübernahme bei Bund und Ländern, Unterstützung kommunaler Behörden bei Einsatzplanung, klare Anforderungs- und Kostenübernahmeregelungen, zentrale Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, bundesweit einheitliche Ausbildung in Vegetationsbrandbekämpfung, Führungslehrgänge für Langzeitlagen, regelmäßige gemeinsame Übungen)
  • Technik/Ausstattung (Beschaffung geeigneter Schutzkleidung, Entwicklung eines einfachen Atemschutzes, [Ersatz-]Beschaffung geeigneter Fahrzeuge, Sicherstellung ausreichender Anzahl von Hubschraubern mit Außenlastbehältern, Entwicklung und Beschaffung von Spezialfahrzeugen durch den Bund, Optimierung der Löschwasserförderungstechnik, Etablierung überörtlich einsetzbarer Einheiten, Stationierung von Task-Forces bei Feuerwehren, Optimierung der Einsatztechnik bei kampfmittelbelasteten Flächen)

„Ursächlich für die Probleme und Defizite bei den Feuerwehren ist neben den teils kleinteiligen Strukturen des Feuerwehrwesens vor allem der Umstand, dass besonders große oder schwierige Vegetationsbrände nicht zum regelmäßigen Erfahrungsschatz der (meisten) Feuerwehren zählen“, sind sich Dr. Gerd Landsberg und Karl-Heinz Knorr einig. Die Ausarbeitung des nationalen Konzepts erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Waldbrandbekämpfung des Deutschen Feuerwehrverbandes, Dr. Ulrich Cimolino.

Das Dokument ist unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/publikationen/positionen/ online verfügbar.

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Corona-Pandemie: Feststellung der Katastrophe in Bayern

Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration vom 8. Dezember 2020

Az. D4-2257-3-43

Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration erlässt folgende Bekanntmachung: Aufgrund der Corona-Pandemie wird ab 9. Dezember 2020 das Vorliegen einer Katastrophe im Freistaat Bayern gemäß Art. 4 Abs. 1 Satz 1 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes (BayKSG) festgestellt.

Begründung:

Die bislang ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben noch nicht zu einem spürbaren landesweiten Rückgang der Infektionszahlen geführt. Das Infektionsgeschehen entwickelt sich dynamisch in allen Bevölkerungsgruppen, unabhängig von lokalisierbaren Ausbruchsgeschehen und erschwert die Möglichkeit der schnellen Nachvollziehbarkeit und damit Durchbrechung der Infektionsketten. Bayern hat inzwischen eine 7-Tage-Inzidenz von 177. 27 Landkreise und kreisfreie Städte überschreiten den Schwellenwert von 200. Gleichzeitig steigt die Belegung von Krankenhausbetten, insbesondere von Intensivbetten, mit COVID-19-Patienten weiter an. Dies erhöht den Koordinierungsbedarf bei der Belegung der Intensivbetten und der Verlegung von Patienten aus überlasteten Kliniken. Auch die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle in Bayern hat ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Die Belastung des Gesundheitssystems verschärft sich zudem weiter. Die Corona-Pandemie gefährdet Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen im gesamten Staatsgebiet Bayerns. Diese Gefahren können nur abgewehrt werden, wenn unter Leitung der obersten Katastrophenschutzbehörde die im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen, Organisationen und die eingesetzten Kräfte zusammenwirken.

Joachim H e r r m a n n Staatsminister

Auf Grund vermehrter Nachfragen sei auf das die aktualisierte Handhabe von Infektionsgeschehen in Schulen hingewiesen:

Wegen der am 2. Dezember erlassenen Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege gestaltet sich das Vorgehen im Falle der Coronainfektion eines Schulkindes nunmehr wie folgt:

Der gesamten Klasse des betroffenen Kindes wird eine sofortige und fünftägige Quarantäne angeordnet. Die Schulkinder gelten dabei nicht als Kontaktpersonen der Kategorie I, sondern als kohortenisolierte Schüler*innen - unabhängig von der Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen. Kohortenisolierte Schulkinder werden frühestens nach fünf Tagen auf den SARS-CoV-2 getestet. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, wird die Quarantäne beendet.

Nicht von der Kohortenisolierung betroffen sind die Haushaltsmitglieder der Schulkinder oder die Lehrkräfte. Bei Letzteren wird eine reguläre Prüfung vorgenommen, ob es sich um eine Kontaktperson I handelt.

Diese Regelung wird rückwirkend auch für diejenigen Schulkinder angewandt, welche sich bereits nach vorigem Vorgehen in Quarantäne befinden.

Nach bisherigem Vorgehen wurden Schulklassen als reguläre Kontaktpersonen der Kategorie I für 14 Tage in Quarantäne geschickt, welche sich auch bei Vorliegen eines negativen Testergebnisses nicht verkürzt wurde.

INFO LRA bearbeitet

Der Landkreis hat bei der FF Großostheim einen neuen Anhänger mit Heisswasser/Hochdruckgeräten für den ABC-Dienst in Dienst gestellt.

Der neue Anhänger ersetzt einen Anhänger des Katastrophenschutzes mit einem Kärchergerät mit Baujahr 1980.

Auf dem Anhänger sind ein stationäres Heisswasser-Hochdruckgerät mit mit zwei Hochdrucklanzen und Zumisch- und Aufsprühmöglichkeiten für Reinigungs-, Desinfektions oder Dekontaminationsmittel, zwei mobile Heisswasser-Hochdruckgerät, ein Stomerzeuger und umfangreiches Zubehör untergebracht.

Der Anhänger gehört auch zum Betrieb der vorhandenen Dekontaminations- bzw.Desinfektionsschleuse für Fahrzeuge.

geschlossen vorne re

geschlossen hinten li

offen li

offen re

offen hi

offen vorne re

Die Gemeinde Heigenbrücken hat für die FF Heigenbrücken einen gebrauchten Versorgungs-LKW beschafft.

Das Fahrzeug hat den Rufnamen "Florian Heigenbrücken 56/1". Es wird in nächster Zeit noch mit einer entsprechenden Beklebung versehen.

LKW Heigenbrücken 1

LKW Heigenbrücken 2 


Brinkmann 1a

Der »Barm­her­zi­ge Sa­ma­ri­ter« des Lu­kas-Evan­ge­li­ums ist sein Vor­bild. Der heu­te 80-­jäh­ri­ge Joa­chim Brink­mann aus Hös­bach ei­fert ihm seit vie­len Jahr­zehn­ten im Di­enst von Hilf­s­or­ga­ni­sa­tio­nen nach. Im Festgottesdienst in der Aschaffenburger Christuskirche ist er am Sonntag aus seinem Amt als Dekanatsbeauftragter für die Seelsorge in der Feuerwehr und im Rettungsdienst verabschiedet worden. In dieses Amt hat die bayerische evangelische Landeskirche Joachim Brinkmann vor zehn Jahren berufen. Nicht nur sein reicher Erfahrungsschatz, den er sich seit seinen Jugendtagen als aktiver Feuerwehrmann und im Rettungsdienst erworben hat, hatte ihm für diese Aufgabe prädestiniert. 
Es ist, so Dekan Rudi Rupp, auch seine feste Verankerung im Glauben an die von Jesaja prophezeite Zukunft von Gott her, »in der der Tod nicht das letzte Wort hat«. Diakon Ulrich Wagenhäuser, der Würzburger Diözesanbeauftragte für die Feuerwehrseelsorge, nannte in seinem Grußwort Brinkmann deshalb auch den »Jesaja der Feuerwehr«. 
Joachim Brinkmann wurde 1940 in Mönchengladbach geboren. In Hamburg studierte er Biologie, in diesem Fach promovierte er auch. Ferner absolvierte er eine Ausbildung als Psychotherapeut und Heilpraktiker. Nach beruflichen Stationen - unter anderem in Bad Reichenhall - kam er 1990 nach Heigenbrücken. Dort leitete wie auch schon in Oberbayern eine Vater - Mutter- Kind-Klinik.
Sofort schloss er sich der Freiwilligen Feuerwehr an und diente ihr mehr als 20 Jahre lang als aktiver Feuerwehrmann. In dieser Zeit gründete er 1999 die »First-Responder-Gruppe«, die sich aus zu Ersthelfern ausgebildeten Feuerwehrleuten zusammensetzt. Nach entsprechender Ausbildung wirkte er ab 2005 zunächst als Notfallseelsorger. 2007 wurde Brinkmann bereits 2007 zum Leitenden Notfallseelsorger und zum ökumenischen Fachberater für die Seelsorge für die Feuerwehren in Stadt- und Landkreis Aschaffenburg ernannt.
In seinem jetzt endenden Amt war Joachim Brinkmann zuständig für die ökumenische seelsorgerische Begleitung der Feuerwehr- und Rettungskräfte in der Stadt Aschaffenburg und in den Kreisen Aschaffenburg und Miltenberg während und nach einem Einsatz sowie für die Schulung in der psychosozialen Notfallversorgung. 
Im Gespräch mit unserem Medienhaus erinnert sich Joachim Brinkmann an einen schweren Verkehrsunfall, bei dem er einem Feuerwehrmann Beistand leistete, als dieser seinen eigenen schwerverletzten Sohn mit schwerem Gerät aus dem Auto herausschneiden musste. Auch betreut er heute noch einen jungen Feuerwehrmann, der nach einem Einsatz mit Todesopfern vor einigen Monaten das Geschehen noch nicht voll verarbeitet hat. 
Für seine Verdienste erhielt der scheidende Dekanatsbeauftragte bereits 2013 die Goldene Bürgermedaille der Gemeinde Heigenbrücken sowie 2019 die Goldene Plakette der Ökumenischen Bayerischen Notfallseelsorge.
Im Gottesdienst erhielt er aus den Händen von Diakon Wagenhäuser die Ehrenmedaille des bayerischen Landesfeuerwehrverbands.
Quelle: Main-Echo

Wir danken Joachim Brinkmann für seinen langjährigen Dienst zum Wohle der Menschen und Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg - Joachim stand uns oft in schwierigen Zeiten zur Seite und hat durch seinen persönlichen Einsatz vielen Feuerwehrleuten nach schweren und belastenden Einsätzen geholfen.

Für die Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg ist Joachim Brinkmanns Nachfolge bereits geregelt: Die Krombacher Feuerwehrfrau und katholische Pastoralreferentin Katja Roth von der Pfarreiengemeinschaft Mittlerer Kahlgrund hat die Fachberatung für die psychosoziale Notfallversorgung der Einsatzkräfte bereits übernommen und ist auch Mitglied im Verbandsausschuss des KFV.

Gestern waren viele Feuerwehren aus unserem Landkreis als Nikolaus unterwegs und haben kleine Geschenke und Süßigkeiten den Kindern vorbei gebracht.

Dies war eine ganz tolle Aktion und hat sehr viel öffentliche Anerkennung gefunden - vielen Dank hierfür!!

Dies war - neben den freudigen Augen der Kinder (aber auch Erwachsener) eine prima Öffentlichkeitsarbeit für die Feuerwehren.

Schönen 2. Advent an euch alle.

In ei­ner systematisch geplanten Ak­ti­on haben die Verantwortlichen der Seniorenresidenz in Kahl auf den mas­si­ven Aus­bruch des Co­ro­na­vi­rus in ihrer Ein­rich­tung rea­giert. Die in­fi­zier­ten Be­woh­ner wurden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Aschaffenburg iso­liert.

Die Kohortenisolierung wurde von René Kinstle (Würzburg) als externem Hygieneverantwortlichen der Einrichtung zusammen mit der Einrichtungsleitung sowie Alexander Reuß (Kommandant der Feuerwehr Kahl) und Frank Wissel (Kreisbrandinspektor) geplant und organisiert. Die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Kahl (20 Einsatzkräfte) aber auch die BRK Bereitschaft Kahl (6 Einsatzkräfte) hal­fen, aus­ge­stat­tet mit Schutz­an­zü­gen, Handschuhen und Atemschutzmasken, am Samstag (05.12.20) die 23 In­fi­zier­ten von den Üb­ri­gen der ins­ge­s­amt 84 Be­woh­ner zu tren­nen und um­zu­zie­hen. 27 hausinterne Umzüge inkl. der persönlichen Gegenstände und des Mobiliars wurden von den Einsatzkräften in dem dreigeschossigen Anwesen durchgeführt, sodass sich am Ende des Tages alle infizierten Bewohner im Covidbereich befanden. Die 11 positiv getesteten Beschäftigten der Einrichtung befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Um die Einsatzkräfte vor den winterlichen Temperaturen zu schützen, kam auch der landkreiseigene Abrollbehälter Aufenthalt, welcher bei der Feuerwehr Großostheim stationiert ist, zum Einsatz.

Der Landrat des Landkreises Dr. Alexander Legler machte sich vor Ort ein Bild vom Geschehen und dankte den Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz in der Pandemiebekämpfung.

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Der Ausschuss „Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Vertei-digung – AFKzV –" des Arbeitskreises V der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder hat in seiner 46. Sitzung am 8. Juli 2020 den Entwurf der Feuerwehr-Dienstvorschrift 10 genehmigt.

Den Feuerwehren Bayerns wird daher die Feuerwehr-Dienstvorschrift 10 zur Anwendung bei der Ausbildung, der Fortbildung und im Einsatz mit dem IMS vom 03.12.2020 empfohlen.

Link zur neuen FwDV 10

Die Freiwillige Feuerwehr Westerngrund trauert um Ihren Ehrenkommandant Helmut Amberg, der im Alter von 70 Jahren am 02.12.2020 verstorben ist.

Unser aller Mitgefühl gehört seiner Familie.

Wir werden Ihm stets ein ehrendes Andenken erhalten.

Die Beisetzung findet am Montag, den 07.12.2020 um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Westerngrund in der Schulstraße statt.

Helmut Amberg