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Der holzbefeuerte Brandübungscontainer und der Materialcontainer sind jetzt vom alten Standort von der Obernburger Straße zu ihrem neuen Standort in den Staatshafen Aschaffenburg am Ende der Limesstraße umgezogen.

Bis spätestens zum März 2021 ist am neuen Standort die komplette holzbefeuerte Übungsanlage wieder voll einsatzbereit und steht wieder für die Atemschutzausbildung zur Verfügung.

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Für einen langen Stau und aufwendige Reinigungsarbeiten sorgte am Freitagnachmittag ein Unfall auf der A 3 im Bereich der Kauppenbrücke. Ein 51-Jähriger war um 16.04 Uhr mit seinem Sattelzug in Richtung Frankfurt unterwegs, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte dort mit der Leitplanke. Durch den Aufprall wurde der Tank am Lkw beschädigt und eine große Menge Diesel lief auf alle drei Fahrstreifen. Während der Reinigungsarbeiten durch eine Spezialfirma musste die Autobahn deshalb über eine Stunde komplett gesperrt werden, was zu einem langen Rückstau führte. Die Feuerwehr Waldaschaff war ebenfalls im Einsatz, sicherte den Verkehr ab und pumpte den Kraftstoff aus dem beschädigten Tank. Der Sattelzug musste abgeschleppt werden, der Schaden beträgt über 10000 Euro.

Quelle: Pressemeldung der VPI Aschaffenburg-Hösbach

Feuerwehr im Einsatz

112 Newsletter vom 5. November 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie gewohnt darf ich auch heute mit einer Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern beginnen. Die Lage ist sehr ernst. Heute, Donnerstag, 05.11.2020, 08:00 Uhr, verzeichnen wir bestätigte COVID-19-Infektionen (Vorwoche 99.472). Das sind im Vergleich zum letzten Donnerstag 20.425 (nach 15.074, 8.702, 4.561, 2.601 und 2.292 die fünf Wochen davor) mehr. Dies bedeutet für die zurückliegenden Tage einen rechnerischen Schnitt von rund 2.918 Neuinfektionen. Für die acht vorangegangenen Wochen lagen die Vergleichswerte bei 2.153, 1.243, 652, 372, 327, 375, 376, 392 bzw. 273.

Im Unterschied zur Vorwoche müssen wir damit zwar nicht eine neuerliche Verdoppelung der Infektionszahlen binnen Wochenfrist konstatieren, sondern „nur“ mehr eine Steigerung um ca. 35 Prozent. Das ist zwar erfreulich, eine generelle Trendwende vermag ich darin aber noch nicht zu erkennen. Zum einen ist auf diesem hohen Niveau jede Steigerung zu viel, zum anderen markiert der heutige Tageswert von 3.766 für Bayern ein neues Allzeit-Hoch.

Ganz ähnlich stellt sich die Situation für Gesamtdeutschland dar. Heute weist das Robert Koch-Institut (RKI) 19.990 COVID-19-Neuinfektionen aus; so hoch lag dieser Wert noch nie. Letzte Woche hatte die Verlaufskurve ihren Scheitelpunkt noch bei 16.744, nach 11.287 und 6.638 Neuinfektionen in den Wochen davor. Wir müssen also davon ausgehen, dass wir es nach wie vor mit einer exponentiell ansteigenden pandemischen Welle zu tun haben.

Für die Beantwortung der Frage, ob die tendenziell weniger stark ansteigenden Neuinfektionen einen ersten Beleg für die Wirksamkeit der seit Montag geltenden Beschränkungen des Teil-Lockdowns liefern könnten, ist es noch zu früh. Denn bei den heute ausgewiesenen Zahlen gilt es immer zu bedenken, dass die Inkubationszeit, die das Virus regelmäßig benötigt, um sich im Körper des Infizierten so stark anzureichern, dass es mit dem Test nachgewiesen werden kann, ca. eine Woche beträgt. Insoweit sehen wir in den heutigen Zahlen ein Infektionsgeschehen, das deutlich vor dem Inkrafttreten der 8. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung mit ihren erheblich strengeren Regeln stattgefunden hat.

Mindestens so angespannt wie bei uns stellt sich die Lage bei unseren europäischen Nachbarstaaten dar. Eine besonders harte Woche erlebt gerade Österreich. Denn die Alpenrepublik wurde dieser Tage nicht nur von einem in Wien verübten schweren islamistischen Terroranschlag mit vier Toten (ein Todesopfer stammte aus München) und etwa zwei Dutzend Verletzten erschüttert, sie hatte auch gestern mit 6.901 registrierten Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand zu verkraften. Und auch die Sterbefallzahlen entwickeln sich im Kontext von Corona nicht gut, denn allein gestern waren 35 Corona-Tote zu beklagen.

Eine im Vergleich nochmals dramatischere Lage wird aus Tschechien berichtet: Dort haben die zuständigen Behörden gestern mit 15.729 (Vorwochen: 12.977 sowie 14.948) Neuinfektionen ebenfalls ein Allzeit-Hoch registriert. Besonders schlimm ist hierbei, dass sich das Infektionsgeschehen seit mehr als zwei Wochen auf einem hohen Level zwischen 12.000 und fast 16.000 Infektionsfällen pro Tag eingepegelt hat. Dies bringt in der Folge nicht nur sehr hohe Zahlen bei den hospitalisierungs- und beatmungspflichtigen Patienten und auch viele Sterbefälle mit sich – allein gestern starben 123 bei 10,7 Mio. Einwohnern an und mit Corona (zum Vergleich: Bayern 10 Sterbefälle bei 13,1 Mio. Einwohnern), sondern setzt die Kliniken des Landes unter Dauerhöchstlast. Deshalb hat gestern Ministerpräsident Dr. Markus Söder seinem tschechischen Amtskollegen Babis angeboten, bis zu 100 tschechische COVID-19-Patienten in bayerischen Kliniken aufzunehmen.

Anders als Tschechien hat womöglich das unter einem harten Lockdown stehende Belgien erst einmal das Schlimmste in Sachen Neuinfektionen hinter sich. Lag am 30. Oktober der Tageswert noch bei fast 24.000 Neuinfektionen, so ging dieser binnen weniger Tage rasant zurück und betrug gestern knapp 5.200. Das ist sehr ermutigend, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kranken- und Sterbewelle noch länger nachlaufen wird. Gestern hatte das dreisprachige Land mit seinen knapp 11,5 Millionen Einwohnern 268 neue mit COVID-19 in Zusammenhang stehende Sterbefälle zu verzeichnen, womit deren Gesamtzahl auf 12.311 Fälle angestiegen ist. Zum Vergleich wiederum die Bayern- und Deutschlandzahlen: Bayern: 2.852, Deutschland 10.930 Corona-Tote. Das mag erahnen lassen, wie stark Belgien, dessen Bevölkerung nur etwa ein Siebtel der Deutschlands ausmacht, von COVID-19 gebeutelt wird.

Wie Sie wissen stelle ich bei der Beurteilung der Lage nicht allein auf die Neuinfektionen ab. Zwar bildet dieser Parameter das Kernelement, aber auch andere Kenngrößen liefern wichtige Hinweise – so z. B. die Positivrate. Sie setzt die Zahl der laborpositiven Tests ins Verhältnis zu deren Gesamtzahl und gibt unabhängig von der absoluten Zahl der erkannten Neuinfektionen einen Hinweis darauf, wie sich die Lage strukturell entwickelt. Auch für die Positivrate steigt nach langer Stagnation um 1 Prozent nun seit fünf Wochen die Kurve stetig an und hat sich diese Woche bei Tageswerten zwischen 5 und 6 Prozent eingeschwungen.

Weitere bedeutende Gradmesser sind für meine Einschätzung zur Corona-Situation seit jeher die Kenngrößen „Sterbefallzahl“ und „Hospitalisierungssituation“. An oder mit einer Corona-Infektion sind in Bayern mittlerweile 2.852 Personen verstorben; das sind im Vergleich zur Vorwoche 65 Sterbefälle mehr, nachdem dieser Wert für die vorvergangene Woche bei +60 lag. Aktuell an COVID-19 erkrankt sind in Bayern 34.420 (Vorwochen 23.100 bzw. 13.190) Personen und damit 9.910 mehr als Donnerstag letzter Woche. Allein im Vergleich zum Vortag bedeutet dies ein Plus von 1.850 oder 5,7 Prozent. Auch hier finden wir also eine Parallelität zum Trend bei den Neuinfektionen vor: Wir haben es zwar nicht mehr mit einer Verdoppelung im Wochentakt zu tun, aber leider immer noch mit einem Anstieg um ca. ein Drittel binnen sieben Tagen. Dies wird sich im weiteren Verlauf auch in den Kliniken entsprechend auswirken, zumal sich der schon in den letzten Wochen deutlich gewordene Anstieg bei den hospitalisierungs- und intensivbehandlungspflichtigen Patienten diese Woche fortsetzt. So befinden sich, Stand heute, in Bayern 1.751 Patienten wegen Corona in stationärer Behandlung (Vorwoche 1.072, in den Wochen davor 614, 328, 243, 213, 215, 166, 215 bzw. 106). Von diesen liegen 367 (Vorwochen: 151 bzw. 100) auf einer Intensivstation.

Zum Glück genesen aber auch die meisten Infizierten wieder. Statistisch gesehen sind von den bisher 119.897 in Bayern erkannt infizierten Menschen mittlerweile 82.630 wieder genesen. Das sind im Vergleich zum Vortag +1.910 oder + 2,0 Prozent.

Lassen Sie uns nun den Blick auf die lokalen Entwicklungen richten. Auch in der Fläche Bayerns bleibt der Infektionsdruck insgesamt sehr hoch, wenngleich durchaus regionale Unterschiede zu beobachten sind. Konkret festmachen möchte ich die Beschreibung der Situation einmal mehr mit den absoluten 7-Tage-Inzidenzwerten sowie anhand der Zahl der Gebietskörperschaften, die jenseits einer 7-Tage-Inzidenz von 35, 50 oder 100 liegen.

Den höchsten Einzelwert verzeichnet aktuell die kreisfreie Stadt Augsburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 283,6. Dies ist insoweit bemerkenswert, als damit eine Großstadt mit ca. 300.000 Einwohnern den in den letzten Wochen von dem mit ca. 105.000 Einwohnern vergleichsweise bevölkerungsschwächeren Landkreis Berchtesgadener Land gehaltenen Spitzenwert von zuletzt 264,3 überspringt. Die Brisanz dieser Feststellung erschließt sich aus der Berechnung der 7-Tage-Inzidenz, die zur Herstellung einer Vergleichbarkeit der Zahlen stets auf 100.000 Einwohner heruntergebrochen wird. Im Vergleich von Augsburg und BGL bedeutet dies, dass in der Stadt Augsburg mit ihren ca. 300.000 Einwohnern nach absoluten Zahlen etwa dreimal so viele Infektionsfälle auftreten müssen, als im Landkreis BGL mit seinen ca. 100.000 Einwohnern, um auf den gleichen Wert bei der 7-Tage-Inzidenz zu kommen. Um es mit einfachen Worten zu sagen: In Augsburg ist die Lage höchst angespannt.

Auf Platz 2 der Liste steht weiterhin der Landkreis Rottal-Inn mit einem Inzidenzwert von 265,0 (nach 258,4 letzte Woche), gefolgt von der Stadt Rosenheim mit 248,6 (256,5), dem Landkreis Rosenheim mit 246,8, dem Landkreis Lindau mit 228,1 und jetzt auf Platz 6 dem bereits erwähnten Landkreis BGL mit 216,2. Hier bessert sich also die Situation nach und nach etwas, die vor Ort ergriffenen Maßnahmen scheinen insoweit zu greifen.

Auch in der Gesamtschau aller 96 kreisfreien Städte und Landkreise in Bayern wird die flächendeckend angespannte Lage transparent. Lagen letzte Woche bei der 7-Tages-Inzidenz immerhin noch eine Gebietskörperschaft unter 35 und zwei weitere unter 50, sind nunmehr alle über 50. Noch am besten steht momentan der Landkreis Ansbach mit einer 7-Tage-Inzidenz von 56,3 da.

Waren letzte Woche 5 Gebietskörperschaften jenseits der Marke von 200, finden sich dort nun 10 Kreise oder Städte. Und wiesen zuletzt 44 Gebietskörperschaften einen Wert jenseits der 100er-Marke aus, gilt dies heute für 72. Die Lage bleibt also schwierig.

Wie im Statistikteil dargestellt wirkt die Infektionslage zusehends in die Kliniken hinein und führt dort zu einer Zunahme an Patientinnen und Patienten, die wegen einer COVID-19-Erkrankung auf den Normalstationen oder wegen eines besonders schweren Verlaufs auf den Intensivstationen versorgt werden müssen. Zum großen Glück sind wir diesbezüglich aktuell weit vom Auslastungsgrad in tschechischen, französischen, spanischen oder zunehmend auch wieder italienischen Kliniken entfernt. Und doch sind wir nach allem, was uns auch fachmedizinische Verbände sagen, keineswegs davor gefeit, dass in einzelnen besonders betroffenen Hotspot-Regionen die dortigen Kliniken schnell ihre Auslastungsgrenzen erreichen könnten. Wer etwa heute Früh im ZDF-Morgenmagazin den Bericht aus der Uniklinik Jena gesehen hat, der wurde darüber informiert, dass sich dort wie in vielen anderen deutschen Kliniken auch die intensivmedizinisch zu behandelnden Fälle in den letzten zwei Wochen nahezu verdoppelt haben und bei einer Fortdauer dieser Entwicklung in wenigen Wochen die aktuell verfügbaren Kapazitäten voll ausgelastet wären.

Um auf eine mögliche Lageverschärfung vorbereitet zu sein, gilt es, nicht nur wie im Frühjahr zusätzliche Klinikkapazitäten für Corona-Patienten etwa dadurch zu schaffen, dass aufschiebbare Behandlungen zurückgestellt, Stationen freigeräumt oder etwa Reha-Kliniken für die Akutversorgung nutzbar gemacht werden. Es geht vor allem auch darum, rechtzeitig den Zugang neuer Patienten zwischen den einzelnen Kliniken im Verfahren effektiv und in der Sache bestmöglich zu steuern. Das bedeutet, die besonders im Feuer stehenden Kliniken nicht erst total auszulasten, bis Neuzugänge abgewiesen oder bereits aufgenommene Patienten in eine andere Klinik verlegt werden müssen, zumal dies zusätzliche Aufwände verursacht und dem Patienten oder der Patientin zusätzlich unnötige Belastungen auferlegen würde, die es unbedingt zu vermeiden gilt.

Die medizinisch gebotene Steuerung der Patienten zwischen den verschiedenen Krankenhäusern ist im klinischen und rettungsdienstlichen Alltag oder bei besonderen Schadensereignissen mit einem massenhaften Anfall von Verletzten – etwa nach Massenkarambolagen oder anderen schweren Unglücken wie dem Zugunglück von Bad Aibling im Februar 2016 – eigentlich nichts Ungewöhnliches. Allerdings haben wir im Frühjahr erleben müssen, dass Corona mit seiner spezifischen Charakteristik des pandemischen Verlaufes alles andere als typisch oder „gewöhnlich“ ist, sondern selbst für das in der Praxis gut eingespielte rettungsdienstliche und klinische System schnell zur schweren Herausforderung werden kann. Dies liegt zum einen an der landesweiten und weit darüber hinaus ausgreifenden räumlichen Ausdehnung der Pandemie, des Weiteren an ihrer langen Dauer, vor allem aber am extrem kurzfristig auftretenden Anfall einer ungewöhnlich großen Zahl sehr schwer, ja lebensbedrohlich erkrankter und noch dazu infektiöser Patienten, der in kürzester Zeit örtlich oder regional vorhandene Krankenhäuser und Klinikverbünde in ihren klinischen und personellen Kapazitäten zu überfordern droht.

Deshalb war es schon im Frühjahr das Gebot der Stunde, Organisations- und Steuerungsstrukturen einzurichten, die gleichsam wie ein System kommunizierender Röhren die Belastungen so effektiv in weniger stark betroffene Gebiete mit freien Klinikkapazitäten ableiten, dass im Ergebnis jeder klinikpflichtige COVID-Patient bestmöglich versorgt werden kann.

Während der „ersten Welle“ wurde unter dem Regime des Katastrophenschutzrechts das mit Weisungsbefugnis ausgestattete Institut des „Ärztlichen Leiters Führungsgruppe Katastrophenschutz“ (ÄLFüGK) neu geschaffen. Entsprechende Funktionen wurden nicht nur für eine örtliche Steuerung auf Ebene der meist drei oder vier Landkreise und/oder eine kreisfreie Stadt umfassenden Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) eingerichtet. Vielmehr wurden für die überregionale Steuerung auch auf Ebene der sieben Bezirksregierungen die Ärztlichen Bezirksbeauftragten Leiter Rettungsdienst als Koordinatoren eingesetzt. Jeder war in seinem Bereich mit weitreichenden Weisungsbefugnissen ausgestattet, sodass sich im Ergebnis ein hierarchisch ineinandergreifendes Koordinierungsinstrument ergeben hat. Dieses hatte sich in der Praxis außerordentlich bewährt und schon seine bloße Existenz hat bewirkt, dass die besonders belasteten Kliniken wirksam entlastet und die Patienten auch in der ganz heißen Phase um Ostern jederzeit gut stationär untergebracht werden konnten. Mit zunehmender Entspannung der Lage und der daraufhin verfügten Aufhebung des Katastrophenfalles im Juni sind die ÄLFüGK außer Funktion getreten.

Bald war aber klar, dass es in Anbetracht einer aus damaliger Sicht – und wie wir heute wissen, leider zutreffend – nicht auszuschließenden „zweiten Corona-Welle“ womöglich eines vergleichbar straff organisierten Instruments auch unterhalb der Schwelle des Katastrophenfalles bedürfen könnte. Deshalb wurden schon im Sommer die erforderlichen rechtlichen Grundlagen geschaffen, um die insoweit schon während der „ersten Welle“ bewährten Organisations- und Entscheidungsstrukturen zwar unter anderen Voraussetzungen und Regularien, aber in ähnlicher Funktionalität implementieren zu können.

Mit der „Allgemeinverfügung zur Bewältigung erheblicher Patientenzahlen in Krankenhäusern, Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 2. November 2020“ hat das Gesundheitsministerium nun die erforderlichen Anordnungen getroffen. Kernstück ist hierbei der in Aufgabe, Funktion und Stellung weitgehend dem Ärztlichen Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz nachempfundene Ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung (ÄLKHKO).

Hier wird nun ein dreistufiges System etabliert. Das Fundament bilden wiederum die örtlichen Strukturen, die sich räumlich auf die Rettungszweckverbände beziehen. Der ÄLKHKO wird von dem Landrat oder dem Oberbürgermeister einer kreisfreien Stadt ernannt, der innerhalb des Rettungszweckverbandes den Vorsitz führt.

Auf Ebene der Regierungsbezirke bestellt die Regierung, i.d.R. die Regierungspräsidentin oder der Regierungspräsident, einen ärztlichen Koordinator.

Und für die landesweite Koordination wird erstmals ein Koordinator des LGL eingesetzt.

Mit der Bestellung entsteht ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis, das dem ÄLKHKO eine dienstliche Stellung und Autorität verleiht, bei Bedarf Anordnungen zu treffen, die die Klinikbetreiber und ihre Mitarbeiter binden. Natürlich werden die ÄLKHKO stets bestrebt sein, die erforderlichen Lösungen im Konsens zu erzielen. Sollte dies aber ausnahmsweise nicht gelingen, dann kann, darf und muss der ÄLKHKO seine Entscheidung durchsetzen.

Schon vor diesem Hintergrund kann nicht jeder Arzt eine der genannten Funktionen übernehmen. Vielmehr setzt die Allgemeinverfügung eine für diese schwierige Aufgabe zweckdienliche fachliche Expertise und Erfahrung auf einschlägigen koordinierenden ärztlichen Aufgabenfeldern voraus und verlangt für die Tätigkeit des ÄLKHKO konkret eine klinische Tätigkeit in der Akutmedizin, die fachliche Expertise für Krisenbewältigung sowie in der Regel mindestens die Funktion als Oberarzt. Das Leitbild erfüllen insoweit vor allem Ärztinnen und Ärzte, die schon viele schwierige Situationen durchgestanden haben, die das Umfeld, in dem sie sich bewegen, in- und auswendig kennen, die es gewohnt sind, Zielkonflikte moderierend und argumentativ aufzulösen, die aber im Zweifel auch die Verantwortung nicht scheuen, in ihren Konsequenzen weitreichende Entscheidungen zu treffen. Persönlichkeiten, die organisatorisches Geschick besitzen und über ein gerüttelt Maß an Empathie verfügen, um den Menschen, die ihnen anvertraut sind, gerecht zu werden. In vielen Fällen dürfte es auf Ärztinnen und Ärzte hinauslaufen, die in ihrem bisherigen beruflichen Leben als (leitende) Notärzte, Intensivmediziner, Anästhesisten, Kardiologen u.a.m. an vorderster Front tätig waren.

Die Aufgaben und Befugnisse des ÄLKHKO sind weitreichend. So haben sie ganz generell die Aufgabe, innerhalb des jeweiligen Rettungsdienstzweckverband-Gebiets auf die Gewährleistung der akutstationären Versorgung insbesondere der COVID-19-Erkrankten hinzuwirken. Dies kann z.B. bedeuten, im Konzert mehrerer Kreiskliniken eine einzelne für eine bestimmte Zeit aus der allgemeinen Krankenhausversorgung herauszunehmen und sie zur zentralen COVID-Klinik zu bestimmen. Und sollten die Ressourcen der im Bereich des ZRF liegenden Kliniken absehbar nicht mehr ausreichen, so ist es am ÄLKHKO, gemeinsam mit seinen Kollegen aus den benachbarten Rettungsdienstbereich eine Lösung zu finden.

Insgesamt handelt es sich also um eine ausgesprochen anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe und ich bin allen Ärztinnen und Ärzten sehr dankbar, die sich bereit erklärt haben, als ÄLKHKO zu fungieren. Ich hoffe, dass wir mit den bisher ergriffenen Maßnahmen das Infektionsgeschehen soweit dämpfen können, dass die ÄLKHKO möglichst nicht eingreifen müssen. Sollte es aber nötig werden, dann sehe ich uns bestens gerüstet.

Im Zusammenhang mit der Steuerung der Auslastung von Normal- und Intensivbetten möchte ich noch einen Aspekt ansprechen, dessen Behandlung in der öffentlichen Debatte mich zusehends irritiert: Immer wieder wird vorgetragen, die Maßnahmen des Lockdown light seien zu weitreichend, weil sie außer Acht ließen, dass noch genügend Intensivbetten frei seien. Man könne ruhig den Menschen mehr Freiheit lassen und hierfür die freien Krankenhauskapazitäten in einen kalkulatorischen Ansatz bringen.

Eine solche Betrachtung verkennt gleich mehrere wichtige Dimensionen, zu aller erst eine ethisch-moralische. In meinen Augen ist es extrem selbstgerecht zu fordern, andere Menschen sollten eine Erkrankung hinnehmen, damit man selbst z.B. ein paar mehr Menschen treffen kann. Sie verkennt weiterhin, dass es angesichts der enorm hohen Ansteckungsgefahr des Virus schlicht unmöglich ist, sich an die Kapazitätsgrenzen der bayerischen oder deutschen Kliniken heranzutasten. Das geht schlicht nicht, die Gefahr ist viel zu groß, dass derlei Agieren nach dem Vorbild des „Zauberlehrlings“ aus dem Ruder läuft.

Und schließlich scheinen die Vertreter einer solchen Strategie keine zutreffende Vorstellung davon zu haben, was es heißt, akut und hospitalisierungspflichtig an COVID-19 erkrankt zu sein. Selbst Patienten, die „nur“ eine Behandlung auf der Normalstation benötigt haben, berichten, eine solche Erkrankung und die damit einhergehenden Belastungen wie schwere Erschöpfung und körperliche Abgeschlagenheit, Atemprobleme, teils begleitet von trockenem Husten, hohem Fieber und teilweise auch Durchfall träten in einer Intensität und Dauer auf, die mit einem herkömmlichen grippalen Infekt nicht ansatzweise vergleichbar seien. Alle Genesenen sagen: „Das brauche ich kein zweites Mal!“

Und noch härter trifft es Patienten, die eine künstliche Beatmung benötigen. Diese geht einher mit einer Vollnarkose und dauert nicht selten zwei bis drei Wochen, in Einzelfällen auch länger. Man kann es sich leicht vorstellen, wie es einem Menschen geht, der mit einem besonders schweren Verlauf des geschilderten Krankheitsbildes konfrontiert war und obendrein viele Tage sediert im Bett gelegen ist. Das schlaucht den Körper enorm und bei länger andauernder künstlicher Beatmung müssen verschiedentlich die Patienten das selbstständige Atmen erst wieder mühsam neu lernen, weil sich durch das maschinell gesteuerte Ein- und Ausatmen der Atemreflex zurückgebildet hat.

Eine akute Corona-Erkrankung sitzt man also nicht einfach mal so ab oder verschläft man mal eben und dann ist alles wieder gut, sondern gerade mit einem schweren Verlauf ist nicht zu spaßen. Das gilt auch vermehrt für jüngere Menschen, wie immer öfter zu hören ist. Das hat übrigens in dem bereits erwähnten MoMa-Bericht auch der Ärztliche Direktor des Klinikums Jena berichtet. Dort hat man in den letzten Tagen auch Patienten in den 20ern stationär aufnehmen und intensivmedizinisch behandeln müssen.

Die Corona-Gefahr klein zu reden, hilft also nichts. Im Vergleich zu vielen anderen Staaten sind wir bisher trotz der geschilderten Verschärfung der Lage durch diese einigermaßen gut durchgekommen. Ich bin optimistisch, dass das so bleibt. Dafür müssen wir aber alle den Tatsachen realistisch ins Auge sehen und uns entsprechend verantwortungsvoll verhalten. Mit Umsicht und Vorsicht kommen wir sicher gut durch die Pandemie.

Wir arbeiten weiter faktenbasiert – dem faulen Zauber keine Chance!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister

In einer tollen gemeinschaftlichen Aktion, haben heute die gemeindlichen Bereiche Kinder Hort, Bauhof, Technische Dienste und Feuerwehr, am Hort in Karlstein-Dettingen, zwei Zelte aus dem Katastrophenschutzlager der Feuerwehr Gemeinde Karlstein, aufgebaut. Zum einen wurde ein MUZ 28 (5,65 x 10,00 Meter) zum anderen ein klassisches SG40 mit 6,00 Meter Länge verwendet. Alle genannten gemeindlichen Abteilungen, stellten insgesamt 8 Personen zur Verfügung, so dass nach weniger wie drei Stunden, alle Arbeiten, inkl. Laden/Abladen, Abspannen/Sichern, Rückfahrt und aufräumen, erledigt waren.

20201103 Karlstein Zelt 2

So macht Arbeiten Spaß und alle beteiligten hatten ihre Freude dabei, für die Kinder zwei weitere Unterbringunsgmöglichkeiten an der frischen Luft, zur Überbrückung dieser schwierigen Zeit, geschaffen zu haben. Wenn die Temperaturen weiter fallen, können beide Zelte noch mit je einer mobilen Gebläseheizung, beheizt werden. Diese stehen, im Katastrophenschutzlager der Feuerwehr Gemeinde Karlstein, bereit zum Einsatz.20201103 Karlstein Zelt

Text&Bilder: Andreas Emge, FF Gemeinde Karlstein a. Main

Am Samstagmittag (31.10.2020) gegen 13:00 Uhr wurde der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Markt Großostheim zusammen mit Kreisbrandinspektor Otto Hofmann und einem Rettungswagen der Rotkreuz-Bereitschaft aus Großostheim zu einer gemeldeten Rauchentwicklung bei einer außerorts ansässigen Firma gerufen. Schnell stellte sich heraus, dass eine Fördereinrichtung für Hackschnitzel Feuer gefangen hatte.20201030 Brand Förderband 2 web

Obwohl das Förderband im Außenbereich der Firma verläuft und der Brand somit noch nicht von der hiesigen Brandmeldeanlage erfasst wurde, bemerkten Mitarbeiter das Ereignis bereits vor Eintreffen der Feuerwehr. Sie konnten mit Hilfe der nahegelegenen Wandhydranten frühzeitig eine größere Ausbreitung des Feuers sehr erfolgreich verhindern. Die Feuerwehr übernahm sofort nach Eintreffen die Löscharbeiten mit 3 C-Rohren und ging dabei teilweise unter schwerem Atemschutz vor. Auch die Brandbekämpfung von der Drehleiter wurde vorbereitet, musste aber nicht eingesetzt werden. Der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden.

Die Brandreste sowie umliegendes Material wurden mit Wärmebildkameras auf ihre Temperatur kontrolliert. Dank des gewissenhaften Eingreifens der Mitarbeiter konnte der Einsatz bereits nach gut einer Stunde beendet werden. Die Ursache für den Brand und der entstandene Sachschaden sind unklar. Insgesamt waren 27 Kräfte der Feuerwehr sowie die Besatzung eines Rettungswagens vor Ort. Die Einsatzleitung oblag dem örtlichen Kommandanten Thomas Domanig mit Unterstützung des Kreisbrandinspektors Otto Hofmann.

Philipp van der Gouwe, Freiwillige Feuerwehr Markt Großostheim

Bilder: Kreisbrandinspektion

Liebe Juleica-Inhaber, liebe Interessierte,

die Jugendarbeit steht trotz Corona nicht still. Daher möchten wir Dich / Euch auch in diesen besonderen Zeiten tatkräftig unterstützen:

Die Update – Fortbildungsveranstaltung ist ein Schulungsangebot für Juleica-Inhaber*innen vom KJR AschaffenburgKJR Miltenberg und dem Jugendhaus St. Kilian, Miltenberg. Sie findet jedes Jahr statt und soll den Juleica-Inhaber*innen einen Teil der nötigen Fortbildungsstunden bieten.

2020 wird diese Veranstaltung rein online, das heißt per Videokonferenz, angeboten.

Unten findest du die Workshops mit einer kurzen Inhaltsangabe. Du meldest dich mit dem Onlineformular an und sagst uns, bei welchen Workshops du dabei sein möchtest. Wir schicken dir eine Bestätigung mit einem Link, der dich zu unserem virtuellen Besprechungsraum führt.

Warum update?

Inhaber*innen der Jugendleiter-Card (JuLeiCa) haben eine fundierte Ausbildung nach festen Vorgaben durchlaufen. Weitere Infos hier. Um diese Karte nach ihrer Gültigkeit von 3 Jahren zu verlängern, müssen die Inhaber*innen 8 Fortbildungsstunden nachweisen. Der Update-Fortbildungstag bietet hierfür kompakt an einem Tag die Möglichkeit maximal 6 Stunden davon abzuleisten. Die Idee ist, dass im Zeitraum von 3 Jahren die 8 Stunden gesammelt werden. Hierfür gibt es von vielen Trägern Angebote.

Workshop 1: Jugendarbeit in Zeiten von Corona:

In diesem Workshop wollen wir gemeinsam erarbeiten, wie wir in Zeiten von Corona gute Jugend(gruppen)arbeit machen können. Wir wollen neue Methoden kennen lernen, hilfreiche Links anschauen und zusammen den Blick nach vorne richten. Wir wollen gemeinsam der Frage nachgehen, welche Möglichkeiten der virtuellen aber auch realen Gruppenarbeit aktuell bestehen. Ziel soll es sein mit einem Koffer voller Möglichkeiten den Workshop zu verlassen, denn: Jugendarbeit ist gerade auch in Zeiten von Corona möglich und für die Kinder und Jugendlichen sehr wichtig.

Referent*in: Jenniffer Hartmann (Dipl. Sozialpädagogin, Geschäftsführerin KJR Miltenberg) Jenniffer verfügt über eine über 20jährige Erfahrung in der Gruppenarbeit. Sie war Teamerin für Jugendleiterausbildungen der KJG im Bistum Augsburg.

Workshop 2: Kritischer Konsum im Jugendverband

"Das Wenige, das du tun kannst, ist viel!" getreu dem Motto möchten wir gemeinsam schauen, was sich hinter kritischem Konsum verbirgt. Was bedeutet es, fair zu produzieren, fair zu handeln und fair zu sein?  Wie können wir dieses Thema in der Jugendarbeit einbringen und wo kannst du in deinem persönlichen Umfeld anfangen?

Referent*in: Greta Schulte (Dipl. Sozialpädagogin, Bildungsreferentin Jugendhaus St. Kilian).

Workshop 3: Öffentlichkeitsarbeit in der Jugendarbeit

Gute Kommunikation, ob über die Zeitung oder über Socialmedia, wird immer wichtiger, auch und vor allem in der Jugendarbeit. Wenn gegenüber eurer Jugendarbeit seitens Anwohner, Eltern oder Behörden Vorurteile bestehen und die Leistungen in der Bevölkerung wenig bekannt sind, dann kann dies eure tägliche Arbeit beeinträchtigen und vielleicht sogar die Notwendigkeit von Jugendarbeit in Frage stellen. Öffentlichkeitsarbeit passiert nicht einfach von selbst, die Basics kann man aber leicht lernen und lassen sich gut umsetzen. Im Workshop wollen wir genau hier ansetzen! Wie könnt ihr eine gut funktionierende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit organisieren? Welche Möglichkeiten stehen euch zur Verfügung? Wie erreicht ihr eure Ziele? Bringt gerne auch eigene Beispiele und Fragen mit!

Referent*in: Lukas Hartmann, Dipl.-Pädagoge (Univ.), Leiter Jugendhaus St. Kilian. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Medien und vor allem Öffentlichkeitsarbeit.

Workshop 4: Action Bound

Kennenlernen der Actionbound-App und Bekanntmachen mit den Möglichkeiten zur Erstellung eines eigenen Bounds. Optional besteht die Möglichkeit, den eigenen Bound bei einem weiteren Online-Termin vorzustellen und testen zu lassen. Eine Zertifizierung über die gesamte Dauer des Workshops kann erfolgen.

Referent*in: Team von der EJ Untermain

Workshop 5: Datenschutz im Jugendverband

Die Datenschutzgrundverodnung (DSGVO) gilt auch für die Jugendarbeit. Was es hierbei zu beachten gibt, und welche actionreichen Methoden es gibt, um auch eure Gruppenkinder auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen, erfahrt ihr hier.

Referent*in: Theresa Störlein, 24 Jahre alt und studiere Grundschullehramt in Würzburg. 2015/16 habe ich beim Bezirksjugendring Unterfranken FSJ und die Ausbildung zum Mediencoach gemacht.

Workshop 6: Argumentationstraining gegen Rechts

Hate Speech - Argumentieren gegen rechte Stammtischparolen

Ein Team der DGB Jugend wird mit euch gemeinsam die gängigen Argumentationsstrategien beleuchten und mit euch üben, wie damit umgegangen werden kann.

Weitere Infos zu den Workshopangeboten und zum Ablauf: www.kjr-aschaffenburg.de/updateschulung oder auch sehr gerne im Kreisjugendringbüro.

Viele Grüße aus der Geschäftsstelle

Tanja Heimbach

Verwaltungsangestellte  

Kreisjugendring Aschaffenburg K.d.ö.R Merlostr. 1-3 63741 Aschaffenburg

Tel.: 06021 / 23693 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Internet: www.kjr-aschaffenburg.de

112 Newsletter vom 29. Oktober 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie gewohnt darf ich auch heute mit einer Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern beginnen. Die Lage ist sehr ernst. Heute, Donnerstag, 29.10.2020, 08:00 Uhr, verzeichnen wir 99.472 bestätigte COVID-19-Infektionen (Vorwoche 84.398). Das sind im Vergleich zum letzten Donnerstag 15.074 (nach 8.702, 4.561, 2.601 und 2.292 die vier Wochen davor) mehr. Dies bedeutet einen rechnerischen Tagesschnitt von rund 2.153 Neuinfektionen. Für die sieben vorangegangenen Wochen lagen die Vergleichswerte bei 1.243, 652, 372, 327, 375, 376, 392 bzw. 273.

Wir erleben damit die zweite Woche in Folge annähernd eine Verdoppelung der Infektionszahlen binnen einer Woche. Der heutige Tageswert markiert wiederum für Bayern ein Allzeit-Hoch, das mit 3.057 Neuinfektionen gemessen wurde. Beide Parameter belegen die aktuell exponentiell ansteigende pandemische Welle, daran kann kein Zweifel bestehen.

Diese dramatisch zu nennende Situation spiegelt sich auch über Bayern hinaus wider. Für Gesamtdeutschland verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) heute ein neuerliches COVID-19-Allzeithoch mit 16.744 Neuinfektionen, nachdem die Verlaufskurve noch vor einer Woche ihren Scheitelpunkt bei 11.287 und vor zwei Wochen bei 6.638 Neuinfektionen hatte.

Der Blick über die Bundesgrenzen hinweg eröffnet das gleiche Bild. Unsere südlichen Nachbarn in Österreich haben gestern mit 3.394 wieder einen sehr hohen Tageswert hinnehmen müssen, der nur gering unter dem am letzten Samstag erreichten Allzeithoch von 3.614 Neuinfektionen liegt. Ähnlich sieht es in Tschechien aus. Dort haben die zuständigen Behörden gestern mit 12.977 (Vorwoche: 14.948) Neuinfektionen ebenfalls einen nach wie vor viel zu hohen Tageswert registriert (zum Vergleich: am 14.09.2020 waren es 1.028). Der nationale Notstand gilt schon deshalb fort, weil die Situation in den Kliniken nach wie vor dramatisch ist und die Zahl der wegen oder mit Corona zu beklagenden Sterbefälle gestern bei 74 lag – bei 10,7 Millionen Einwohnern. Völlig außer Kontrolle geraten zu sein scheint die Lage in Belgien, für das am vergangenen Sonntag bei knapp 11,5 Millionen Einwohnern – sage und schreibe 17.709 Neuinfektionen und 139 Todesfälle zu Buche standen. Und auch dort ist die Lage in den Kliniken jenseits des noch gut zu Bewältigenden angekommen, wofür zahlreiche an NRW gerichtete Ersuchen um Übernahme von Patienten sprechen.

Nun kann und darf man die Beurteilung der Lage nicht allein auf einen einzigen Parameter stützen. Deshalb empfiehlt sich die Analyse weiterer zentraler Kenngrößen. Hier nenne ich zunächst die Positivrate. Sie setzt die Zahl der laborpositiven Tests ins Verhältnis zu deren Gesamtzahl und gibt insoweit unabhängig von der absoluten Zahl der erkannten Neuinfektionen einen Hinweis darauf, wie sich die Lage strukturell entwickelt. Auch für die Positivrate steigt nach langer Stagnation um 1 Prozent nun seit vier Wochen die Kurve kontinuierlich an. Lag der Wert am Mittwoch vergangener Woche um Nachmeldungen konsolidiert bei 4 Prozent, so waren es am vergangenen Montag 7 Prozent.

Weitere bedeutende Gradmesser sind für meine Einschätzung zur Corona-Situation seit jeher die Kenngrößen „Sterbefallzahl“ und „Hospitalisierungssituation“. An oder mit einer Corona-Infektion sind in Bayern mittlerweile 2.787 Personen verstorben, das sind im Vergleich zur Vorwoche 60 Sterbefälle mehr, nachdem dieser Wert für die vorvergangene Woche bei +29 lag. Aktuell an COVID-19 erkrankt sind in Bayern 23.100 (Vorwoche 13.190 Personen) und damit 9.910 mehr als Donnerstag letzter Woche. Es ist geradezu gespenstisch, wie sich auch in diesen Parametern in etwa die bereits bei den Neuinfektionen von Woche zu Woche zu beobachtende Verdoppelung der täglichen Fallzahlen wiederholt.

Angesichts der gestiegenen Zahl der akut erkrankten Personen ist es keine Überraschung, dass diese Entwicklung in die klinische Situation hineinwirkt. Hierbei zeichnet sich eine Fortsetzung des Aufwuchses der Zahl hospitalisierungs- und beatmungspflichtiger Patienten ab. So befinden sich, Stand heute, in Bayern 1.072 Patienten wegen Corona in stationärer Behandlung (Vorwoche 614, in den Wochen davor 328, 243, 213, 215, 166, 215 bzw. 106). Von diesen liegen 151 (Vorwoche: 100) auf einer Intensivstation, von denen wiederum 139 (92) künstlich beatmet werden müssen.

Die auf den Tag abstellende Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich heute entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) auf R=1,06 (nach R=1,19 in der Vorwoche). Der auf einen Betrachtungszeitraum von sieben Tagen abstellende „geglättete R-Wert“ beläuft sich auch auf R=1,19, nach R=1,25 in der Vorwoche. Beide Werte liegen kontinuierlich über der entscheidende Marke R=1,0 und zeigen damit an, dass immer mehr Menschen sich neu mit Corona infizieren, als es überwinden.

Dieser Überhang bildet sich auch in der Zahl der Genesenen im Verhältnis zur Zahl der akut Erkrankten ab. Für diese Kenngröße wurde heute der Wert 1.090 ermittelt, dem stehen 2.010 erkrankte Personen gegenüber.

Lassen Sie uns nun den Blick auf die lokalen Entwicklungen richten. Auch in der Fläche nimmt das Infektionsgeschehen erheblich zu. Gleichlaufende Indikatoren sind hier sowohl die absoluten 7-Tage-Inzidenzwerte, als auch die Zahl der Gebietskörperschaften, die jenseits einer 7-Tage-Inzidenz von 35, 50 oder 100 liegen.

Den höchsten Einzelwert verzeichnet nach wie vor der Landkreis Berchtesgadener Land mit 264,3 nach 292,7 letzte Woche. Die Lage bessert sich somit in „BGL“ zwar nur leicht, aber immerhin wirken die vor Ort ergriffenen drastischen Maßnahmen so weit, dass sich der rasante Aufwärtstrend zu Gunsten einer leichten Entspannung umgekehrt hat.

Auf Platz 2 der Liste steht der Landkreis Rottal-Inn mit einem Inzidenzwert von 258,4, gefolgt von der Stadt Rosenheim mit 256,5. In der Gesamtschau liegt von 96 kreisfreien Städten oder Landkreisen in Bayern bei der 7-Tages-Inzidenz nur einer unter 35. Demgegenüber liegen 93 über 50, davon 44 über 100, fünf über 200. Dies zeigt insgesamt im Vergleich zur Vorwoche eine deutliche Zuspitzung der Situation in der Fläche Bayerns.

Soweit die „blanken“ Zahlen. Ein Nachrichten-Sender wirbt mit dem Slogan „… denn in 24 Stunden kann sich die Welt verändern“. In der gestrigen Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit der Bundeskanzlerin hat es sogar nur fünf Stunden gedauert, bis endgültig klar war, dass sich auch bundeweit die Lage dramatisch verändert hat und sich ab der kommenden Woche das Leben in ganz Deutschland für vier Wochen grundlegend ändern wird.

Die im ersten Teil dieses Newsletters dargestellten Kenngrößen belegen für Bayern und an seinem Beispiel eindrucksvoll, welche enorme Beschleunigung die Pandemie erfahren hat und was das konkret bedeutet. Im Newsletter der letzten Woche hatte ich darüber spekuliert, dass die Kanzlerin mit ihrer Prognose von vor zwei Wochen, wonach bei einem ungebremsten Verlauf die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland zu Weihnachten bei 19.000 liegen könnte und wofür sie der Übertreibung verdächtigt wurde, womöglich zu optimistisch war. Dass es aber so schnell gehen könnte und wir schon heute am 29. Oktober die 17.000er Grenze antasten, damit hatte ich nicht gerechnet.

Nun ist es aber so und deshalb musste schnell gehandelt werden. Jeder Tag zählt, weshalb die ursprünglich für den morgigen Freitag geplante MPK auf den gestrigen Mittwoch vorverlegt wurde. Das hat jenseits einer beschleunigten Herbeiführung einer neuen Beschlusslage dem Ministerrat die Möglichkeit gegeben, noch vor dem Wochenende die formalrechtliche Umsetzung der MPK-Beschlüsse auf den Weg zu bringen und obendrein dem Landtag die Gelegenheit eröffnet, die zu treffenden Maßnahmen zu diskutieren und sich hierzu zu verhalten. Der Landtag wird am morgigen Freitag u.a. mehrere Dringlichkeitsanträge zu der neu zu fassenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung beraten und darüber abstimmen. Soweit sich hieraus ein Änderungsbedarf ergeben sollte, wird Gesundheitsministerin Huml diesen umgehend in die Verordnung einarbeiten und sodann voraussichtlich noch morgen die neue Verordnung unterzeichnen, sodass diese pünktlich und, wie auf Bundesebene vereinbart, am kommenden Montag in Kraft sein wird.   

Bevor ich Ihnen einige der von der MPK beschlossenen Maßnahmen konkret nenne, ist es mir besonders wichtig, zunächst die Leitlinien aufzuzeigen, an denen die Regierungschefinnen und Regierungschefs ihre Entscheidungen ausgerichtet haben. Diese Zusammenhänge zu kennen erleichtert es sehr, manche vermeintlich willkürlich erscheinenden Abgrenzungen zwischen „weiterhin möglich“ und „im November 2020 nicht möglich“ zu verstehen und vielleicht sogar zu akzeptieren.

Zunächst galt es, sich im Kreise der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ehrlich zu machen. Auch diejenigen, die vormals anderer Auffassung waren, mussten zur Kenntnis nehmen, dass die vor zwei Wochen beschlossenen Maßnahmen schlicht zu schwach ausgefallen waren, um wirksam in das sich immer schneller drehende pandemische Rad greifen zu können. Und sie mussten angesichts einer sich von Tag zu Tag stärker rot einfärbenden Deutschlandkarte, die Landkreise und kreisfreie Städte mit 7-Tage-Inzidenzen von mehr als 50, 100 oder gar 200 ausweist, anerkennen, dass die Zeit für ein regional fein ziseliertes Vorgehen erst einmal vorbei ist. Wenn halb Deutschland oberhalb der „roten Linie“ liegt und der Rest auf dem kurzen Weg ist, diese zu überspringen, dann macht ein regional differenziertes Vorgehen nur noch begrenzt Sinn.

Das Infektionsgeschehen ist mittlerweile so umfangreich geworden, dass auch mit den Methoden des Contact Tracing nur mehr in etwa einem Viertel der Fälle nachvollzogen werden kann, wann und unter welchen konkreten Umständen die Infektion einer Person geschehen ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die ansteckungsentscheidenden Aspekte in drei von vier Fällen nicht mehr zu identifizieren sind. Man kann allenfalls noch die aus übersichtlicheren Zeiten stammenden episodenbezogenen Erfahrungswerte heranziehen, wonach private Feiern, Asylbewerberunterkünfte oder Betriebe bestimmter Branchen auffällig geworden sind. Im Einzelfall einen gleichsam wissenschaftlich fundierten Beweis von Ursache und Wirkung zu führen, ist in der Mehrzahl der Fälle objektiv unmöglich und bietet daher keinen Ansatz mehr für ein differenziertes Vorgehen. Das wird sich wieder ändern, sobald die Fallzahlen signifikant gesunken sind. Jetzt aber bleiben als Optionen nur, entweder nichts zu tun und die Dinge einfach laufen zu lassen, was die MPK zutreffend ausgeschlossen hat, oder großflächiger wirkende Maßnahmen zu ergreifen.

Nach den Ausführungen der Bundeskanzlerin hatten mehrere führende Virologen unisono erklärt, dass es einer Reduzierung der Sozialkontakte um 75 Prozent für vier Wochen bedürfe, um die Kraft der Pandemiewelle so entscheidend zu brechen, dass Deutschland einigermaßen gut durch die kalte Jahreszeit komme. Mildere Mittel würden nur bewirken, dass die Gefahren auf hohem Niveau verlängert und in der Gesamtschau wesentlich mehr Opfer und größere wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden zu verzeichnen sein würden.

Somit war abzuwägen einerseits zwischen dem Schutz des Lebens und der Gesundheit derer, die gerade als vulnerable Personen, aber auch ganz generell von COVID-19 an Leib, Leben und Gesundheit bedroht sind, wenn der exponentielle Verlauf der Pandemie nicht umgehend gestoppt wird, und andererseits Rechtsgütern wie der allgemeinen Handlungsfreiheit oder der Berufsfreiheit. Die Regierungschefinnen und Regierungschefs haben Leib, Leben und Gesundheit den Vorrang gegeben.

Sodann war von den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zu entscheiden, auf welche Bereiche die frei bleibenden 25 Prozent der Sozialkontakte in erster Linie zu konzentrieren sind, und umgekehrt, mit welchen Einzelmaßnahmen besonders viele Sozialkontakte eingefroren werden können. Denn will man Erfolg haben, darf man sich nicht im kosmetischen Kleinklein verlieren, sondern muss wirksame Masse machen.

Es herrschte schnell Einigkeit, dass die zu belassenden 25 Prozent zu aller erst für einen möglichst umfassenden Betrieb von Schulen und Kitas eingesetzt werden sollen. Denn bleiben diese offen, erhalten nicht nur die Kinder Erziehung und Bildung, sondern haben auch die Eltern die Chance, möglichst uneingeschränkt dem Beruf nachzugehen. Das nützt den Unternehmen, belässt gerade Selbständigen ihre Erwerbsmöglichkeiten und schont das Nervenkostüm von Eltern und Kindern. Denn es war eine wesentliche Erkenntnis des Lockdowns vom Frühjahr, dass in den Familien der soziale Druck enorm ansteigen und sich im Einzelfall gleichsam „schlagartig“ sogar in Gewalt gegen Kinder und Frauen entladen kann, wenn in einer für Homeschooling und Homeoffice zu kleinen Wohnung zu viele Menschen zu lange zu eng aufeinandersitzen.

Der Ministerrat hat heute beschlossen, für Bayern die Beschlusslage der MPK eins zu eins zu übertragen. Dies bedeutet u.a., dass der Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes, jedoch in jedem Fall maximal mit 10 Personen gestattet ist. Die Grenze von 10 Personen bildet insoweit die Obergrenze auch dann, wenn sich z.B. die Mitglieder von einer oder zwei Großfamilie(n) treffen wollen und in Summe über den genannten Wert kämen. Darüber hinaus gehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, aber auch in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage inakzeptabel und deshalb zu untersagen. 

Die Menschen in Deutschland sind aufgefordert, auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Übernachtungsangebote werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt. Deshalb wird es die neue Rechtsverordnung Hoteliers und Betreibern von Beherbergungsbetrieben untersagen, Touristen zu beherbergen. Anderes gilt für berufsbedingt reisende Personen, etwa Handelsvertreter oder Monteure. Diese dürfen auch weiterhin beherbergt werden. Sie sind im Rahmen der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz unterwegs und deshalb anders zu behandeln.

Des Weiteren betreffen die kommenden Beschränkungen das weite Feld der Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind. Für vier Wochen geschlossen werden Theater, Opern, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen, aber auch Messen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von In- und Outdoor-Freizeitaktivitäten, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, daneben Prostitutionsstätten sowie der Freizeit- und Amateursportbetrieb. Zugelassen bleibt aber der Individualsport, soweit dieser allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand ausgeübt wird. Demgegenüber müssen Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Thermen, Fitnessstudios etc. schließen.  Gleichermaßen von Schließungen betroffen sind Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause, auf Neuhochdeutsch „to go“, sowie der Betrieb von Kantinen.

Und schließlich müssen Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoo-Studios den November über zusperren. Medizinisch notwendige Behandlungen, etwa Physio-, Ergo und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben weiter möglich. Und auch Friseursalons bleiben unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet. Die im Frühjahr im Laufe der Zeit entstandenen „Lockdown-Locken“ wird es jetzt also im November nicht geben, denn im Teil-Lockdown können die Locken runter.

Natürlich greifen alle diese Maßnahmen massiv in das Leben der Menschen in Deutschland ein und lösen enorme wirtschaftliche und emotionale Betroffenheiten aus. Deshalb hat die MPK Vorkehrungen getroffen, um zu verhindern, dass die zu ergreifenden Maßnahmen die von den Einschränkungen Betroffenen nicht mehr als unbedingt notwendig belasten oder gar in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährden.

Ganz allgemein ist festzustellen, dass die nunmehr beschlossenen Maßnahmen gerade keinen generellen Lockdown bilden, sondern sehr viele Bereiche offen bleiben. Das gilt – neben den bereits genannten Schulen, KiTas und KiGas – etwa für den Groß- und Einzelhandel, produzierende Betriebe und Werkstätten etc. Das gilt aber auch für die Ausübung der Religion und die Durchführung und Teilnahme an Aufzügen und Versammlungen, alles Bereiche, die im Vergleich zur aktuellen Lage keine weiteren Einschränkungen oder Auflagen erfahren. 

Des Weiteren sind die Maßnahmen von vorne herein auf vier Wochen befristet, und es besteht die Hoffnung, dass dann zu einem wesentlich individueller angelegten Schutzkonzept und dem Prinzip „Lockerung gegen Hygienekonzept“ zurückgekehrt werden kann. Deshalb sind die oft mit größter Mühe und erheblichem Aufwand von vielen Betrieben ins Werk gesetzten Hygienekonzepte keineswegs umsonst gewesen, denn sie werden diese bald wieder einsetzen können.

Bereits in zwei Wochen findet die nächste Sitzung der MPK statt, um zu überprüfen, ob die Maßnahmen greifen und ggf. schon wieder erste Schritte zur Rücknahme der Beschränkungen vorbereitet werden können.

Und die von Schließungen betroffene Unternehmer und Unternehmen erhalten massive wirtschaftliche Unterstützung vom Staat. So gilt für Mittelständler die Faustregel, dass sie im November 2020 bis zu 75 Prozent des im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielten Umsatzes ausbezahlt bekommen. Dieses vom Bund mit 10 Milliarden Euro ausgestattete Hilfsprogramm wird nach allem, was wir wissen, insbesondere auch für alle Arten sog. Solo-Selbständiger gelten, vom Einmann-Handwerksbetrieb bis zur künstlerischen One-Man-Show.

Ich bin mir bewusst, dass wir nicht nur den von den Schließungen betroffenen Geschäftsleuten sehr viel zumuten. Aus zahlreichen Zuschriften weiß ich, dass viele um ihre wirtschaftliche Existenz bangen oder gar ihr über Jahrzehnte aufgebautes Lebenswerk bedroht sehen. Ihnen kann zumindest eine wirtschaftliche Perspektive zum Durchkommen gegeben werden.

Hart getroffen sind auch die von den Schließungen mittelbar Betroffenen, die etwa in den am Montag beginnenden Herbstferien verreisen, die im Kino, Theater, oder Konzert, beim Amateursport oder einfach in der Kneipe Zerstreuung suchen wollten, um sich von den Belastungen des Alltags unter Corona-Bedingungen abzulenken und zu erholen. Ich weiß, dass der Verzicht auf diese Möglichkeiten vielen Menschen im Lande erheblich aufs Gemüt drückt und sich auch nicht wenige die Frage stellen, warum sie, die sie sich penibel an alle Hygienekonzepte gehalten haben, nun die Zeche für das Fehlverhalten der 10 oder 15 Prozent der Bevölkerung zahlen sollen, denen alles „wurscht“ war und die z.B. ohne Mund-Nasen-Bedeckung, mit wenig Abstand, aber dafür umso mehr Alkohol nächtelang gefeiert haben.

Das ist alles sehr ärgerlich und ich verstehe den daraus sprechenden Frust zutiefst. Mir widerstrebt es sehr, dass ich Corona-bedingt diese Woche zwei hoch verdiente Polizeipräsidenten ohne den gebührenden Festakt und ohne Publikum in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden muss. Aber auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, so führt doch die Frage nach der „Schuld“ nicht weiter, denn das Corona-Virus unterscheidet nicht zwischen „Schuldigen“ und „Unschuldigen“, es greift sich jeden, den es kriegen kann.

Deshalb ist jetzt unser aller Solidarität und Zusammenhalt gefragt. Ich bin zuversichtlich, dass wir es ähnlich wie im Frühjahr auch jetzt schaffen, das Infektionsgeschehen so zu reduzieren, dass wir bald wieder normalere Verhältnisse bekommen. Ich danke allen von Herzen, die sich dem Gemeinwohl nicht verweigern, sondern mithelfen, die neuen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Und diejenigen, die das alles kritisch sehen und sich verweigern wollen, bitte ich, noch einmal nachzudenken, ob sie nicht doch aktiv ihren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten wollen.

Solidarisch brechen wir die Welle!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat beim diesjährigen Ehrenamtsempfang am vergangenen Freitag, 23. Oktober, das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau als ehrenamtsfreundlichen Betrieb ausgezeichnet. Die Auszeichnung soll laut Herrmann ein Bewusstsein dafür schaffen, dass funktionierende Gefahrenabwehr neben dem Einsatz aller Ehrenamtlichen auch ein großes Engagement der Arbeitgeber voraussetzt. Sebastian Lehotzki, Geschäftsführer des Klinikums, nahm die Auszeichnung entgegen.

In seiner Laudatio würdigte er das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, dass trotz teilweiser angespannter Personalsituation Mitarbeiter zur Einsätzen und Ausbildungsveranstaltungen formlos und unkompliziert freistellt. Außerdem biete das Klinikum den Feuerwehren die Möglichkeit beim jährlich stattfindenden “Kinder-Mitbring-Tag” für die Arbeit der Feuerwehren zu werben. Auch bei der Vorhaltung von Notfallmedikamenten für spezielle Einsatzlagen unterstützt das Klinikum die Einsatzkräfte.

Vorgeschlagen wurde das Klinikum für die Auszeichnung von den Feuerwehren der Stadt und dem Landkreis Aschaffenburg.

 K9A9943 1

Liebe Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden,

die Wahl der Verbandsvorstandschaft, des Verbandsausschusses, der Kassenprüfer und der Delegierten des Kreisfeuerwehrverbandes Aschaffenburg e. V. findet nach der in Art. 2 § 5 des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie (GesRuaCOVBekG) beschriebenen Möglichkeit einer schriftlichen Abstimmung statt.

Die Wahlunterlagen wurden allen Wahlberechtigten am Dienstag, 06. Oktober 2020 per Briefpost versandt.

Die Auszählung der Briefwahl erfolgte am 28.10.2020 um 14:30 Uhr im Landratsamt Aschaffenburg durch den Wahlausschuss.

Der Wahlausschuss bestand aus:

Vorsitz: LR Dr. Alexander Leger
Beisitzer: 1. Bgm. Marcus Grimm und 1. Bgm. Christoph Ruppert
Helfer: RR Madeleine Michna und VAR Markus Mauler Wahlberechtigte insgesamt: 152

Eingegangene Briefwahlkuverts: 131               Wahlbeteiligung: 86,18 %

Gültige Stimmzettelkuverts:        125              ungültig 6 wegen fehlender oder fehlerhafter Wahlscheine

Ergebnis der Briefwahl

Wahlgang 1. Vorsitzender

Frank Wissel                  Ja 123    Nein 1   Ungültig 1   = 125

Wahlgang 2. Vorsitzender

Otto Hofmann                 Ja 116    Nein 8  Ungültig 1   = 125

Wahlgang Schatzmeister

Robert Etzel                   Ja 121    Nein 4  Ungültig 0    = 125

Wahlgang Schriftführer

Thorsten Trapp              Ja 119    Nein 5  Ungültig 1    = 125

Wahlgang Vertreter der Feuerwehren

Thomas Schwind           Ja 17                  Ungültig 14* = 53 Kdt.
Hans-Peter Völker         Ja 22                                    

Gewählt: Hans-Peter Völker

* Beide Kandidaten angekreuzt

Wahlgang Vertreter der Feuerwehren

Michael Bott                  Ja 48     Nein 2   Ungültig 3   = 53 Kdt.

Wahlgang Vertreter der Feuerwehrvereine

Peter Kernhof                Ja 54     Nein 1   Ungültig 1   = 56 Vors.

Wahlgang Vertreter der Feuerwehrvereine

Helmut Stenger             Ja 52     Nein 3   Ungültig 1   = 56 Vors.       

Wahlgang Kassenprüfer

Roland Albert                Ja 119    Nein 1   Ungültig 5   = 125

Wahlgang Kassenprüfer

Marco Grünewald         Ja 118    Nein 1   Ungültig 6   = 125

Wahlgang Delegierten

Vorschlag zugestimmt  Ja 120    Nein 1   Ungültig 4   = 125

Ich gratuliere allen Gewählten und wünsche Ihnen eine glückliche Hand und viel Erfolg bei Ihrer Verbandstätigkeit.

Dank an Thomas Schwind für seine Kandidatur und Dank den bisherigen Mitgliedern des Verbandsausschusses, die zu einer Wiederwahl nicht mehr angetreten sind, für Ihr bisheriges Engagement für unseren Verband.  

Ich danke den Wahlberechtigten, dass Sie in dieser außergewöhnlichen Zeit sich so zahlreich an den schriftlichen Abstimmungen und an der Briefwahl beteiligt haben.

Ich danke dem Wahlausschuss mit LR Dr. Legler an der Spitze und den Wahlhelfern für die Auszählung der Briefwahl.

Altersbedingt stehen bei mir die Zeichen auf Wechsel. Ende 2021 gehe ich in den Ruhestand und beende meine Amtszeit als Kreisbrandrat. Im Verband ist der Stab ab heute schon weitergegeben. Ich bedanke mich nach fast 23 Jahren als 1. Vorsitzender unseres Kreisfeuerwehrverbandes bei allen für die überaus gute Zusammenarbeit in all den vielen Jahren. Ich wünsche meinem Nachfolger Frank Wissel alles Gute und viel Erfolg bei seiner Arbeit für den Kreisfeuerwehrverband und damit für die Feuerwehren in unserem Landkreis.

KH Ostheimer

Zur allgemeinen Klarstellung, wegen einiger Rückfragen: Die Belastungsübungen im Atemschutzzentrum Goldbach sind derzeit bis auf weiteres wegen der 7-Tages-Inzidenz von mehr als 50 ebenfalls abgesagt.

KUVB - Pandemiebedingte Einschränkungen im Atemschutz

Trotz der Coronavirus-Pandemie muss die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren aufrechterhalten werden.

(Belastungs-) Übungen
Von den pandemiebedingten Einschränkungen des Ausbildungs- und Übungsdienstes sind momentan auch die nach Feuerwehrdienstvorschrift 7 „Atemschutz durchzuführenden Belastungsübungen betroffen. Können diese Belastungsübungen aufgrund der Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus nicht fristgerecht durchgeführt werden, so verstößt dies aus Sicht der KUVB weder gegen die DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“, noch wird die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr bzw. der hiervon betroffenen Atemschutzgeräteträger*innen eingeschränkt.

Gegen 09:37 Uhr gingen am Sonntagvormittag (25.10.20), mehrere Notrufe bei der Feuerwehr ein. Gemeldet wurde eine Rauchentwicklung aus einer Wohnung in der Marienstraße in Kleinostheim. Bei Eintreffen der ersten Einheiten drang dichter Rauch aus einem Fenster im ersten Obergeschoss eines dreigeschossigen Hauses.

Sofort wurden mehrere Atemschutztrupps zur Erkundung in das Gebäude geschickt. Von der Feuerwehr wurde ein 74-jähriger Senior unverletzt aus dem Haus begleitet. Parallel dazu wurde eine Abluftöffnung geschaffen und das Gebäude gezielt entraucht, um auch die Sichtverhältnisse für die eingesetzten Atemschutztrupps zu verbessern. Hierfür kam ein Hochleistungslüfter zum Einsatz. Brennende Einrichtungsgegenstände sorgten für die starke Rauchentwicklung. Das Feuer wurde mit zwei C-Rohren abgelöscht. Nach der abschließenden Kontrolle des Brandraums mit einer Wärmebildkamera wurde die Einsatzstelle an den Wohnungsinhaber übergeben.

Im Einsatz waren rund 35 Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen der Feuerwehren aus Kleinostheim und Mainaschaff. Die Einsatzleitung oblag dem ersten Kommandanten der Feuerwehr Kleinostheim Thorsten Frank. Von rettungsdienstlicher Seite war ein Rettungswagen vor Ort. Der Rettungsdienst musste aber nicht eingesetzt werden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Über den entstandenen Sachschaden und die Brandursache kann seitens der Feuerwehr keine Aussage gemacht werden.

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Gerade noch rechtzeitig mit der Einstellung unserer überörtlichen Aus- und Fortbildung wegen der Corona-Pandemie konnte der Atemschutzgeräteträger- Lehrgang mit einer schriftlichen Prüfung erfolgreich zu Ende gebracht werden.

Zusätzliche ergänzende Ausbildungen für die Teilnehmer, wie z.B. praktische Übungen im gasbefeuerten Brandübungscontainer oder der Umgang mit sonstiger weiterer persönlichen Schutzausrüstungen unter Atemschutz, wurden bis auf weiteres ins nächste Jahr verschoben.  

Den Feuerwehren im Landkreis stehen seit dieser Woche somit 14 neue Atemschutzgeräteträger zur Verfügung:


1             Hörstein                              Frau        Igl                         Kerstin

2             Hörstein                              Herr        Debes                   Markus

3             Wasserlos                           Herr       Seipel                    Luca

4             Wasserlos                           Herr        de Rue                  Gijs

5             Schimborn                           Frau       Kampfmann          Natascha

6             Großostheim                       Herr        Kunisch                 Paul      

7             Heimbuchenthal                 Herr        Kullmann               Michael

8             Heimbuchenthal                 Herr        Reuchlein              Hartmut              

9             Waldaschaff                       Frau        Hofmann               Kristin

10           Waldaschaff                       Herr        Völker                    Moritz

11           Waldaschaff                       Herr        Büttner                  Jonathan

12           Blankenbach                      Herr        Rollmann              Jonas

13           Krombach                           Herr       Liedtke                   Lukas

14           Krombach                           Herr       Korn                      Dominik

ATG 3



Zur Nachverfolgung von Kontakten von mit Corona positiv getesteten Peronen sind weitere Arbeitsplätze für kurzfrisitge personelle Verstärkungen des Gesundheitsamtes erforderlich, die kurzfrstig in den vorhandenen Räumlichkeiten nicht unterzubringen sind.

Wir haben am Freitag, den 23.10.2020 in Amtshilfe in unseren Schulungsraum im Atemschutzzentrum in Goldbach kurzfristig sechs Arbeitplätze mit Telefon und internetfähigen Rechnern eingerichtet und stellen die dazu gehörenden Sozialräumen für die Mitarbeiter zur Verfügung. Die Räumlichkeiten stehen ab Montag für die personelle Verstärkungen des Gesundheitsamtes aus anderen bayer. Dienststellen zur Verfügung.

Bild 1

rote ampel

Das RKI veröffentlicht für den 23.10.2020 für den Landkreis Aschaffenburg einen 7-Tage-Inzidenzwert von 51,1. Damit steht die Corona-Ampel bei uns auf ROT. Für die Feuerwehren gelten daher ab diesem Wochenende die veröffentlichten besonderen Maßnahmen und Einschränkungen für die Stufe ROT, insbesondere ist zum Schutz der Einsatzbereitschaft der Übungs- und Ausbildungsbetrieb bis auf weiteres einzustellen. Im Vordergrund steht dabei der Gesundheitsschutz unserer Feuerwehrleute und damit die Aufrechterhaltung unserer Einsatzfähigkeit.

112 Newsletter vom 22. Oktober 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie gewohnt darf ich auch heute mit einer Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern beginnen. Die Lage ist ernst. Heute, Donnerstag, 22.10.2020, 08:00 Uhr, verzeichnen wir 84.398 bestätigte COVID-19-Infektionen (Vorwoche 75.696). Das sind im Vergleich zum letzten Donnerstag 8.702 (nach 4.5562, 2.601 und 2.292 die drei Wochen davor) mehr. Dies bedeutet einen rechnerischen Tagesschnitt von rund 1.243 Neuinfektionen. Für die sieben vorangegangenen Wochen lagen die Vergleichswerte bei 652, 372, 327, 375, 376, 392 bzw. 273.

Damit steht außer Frage, dass die zweite Welle da ist und derzeit mit einer exponentiellen Steigerungsrate bei den Neuinfektionen einhergeht. Lag der aktuelle Tageswert vor genau einer Woche noch bei 1.072 Neuinfektionen, so liegt dieser heute nur sieben Tage später bei 2.128, also ziemlich genau doppelt so hoch. Der heutige Spitzenwert hat zwar nur deshalb die 2.000er-Marke übersprungen, weil in diesen ca. 150 Nachmeldungen von den Vortagen eingeflossen sind. Das ändert aber nichts an der generellen Situation und man muss kein großer Prophet sein, um vorauszusagen, dass wir bereits morgen auch ohne einen nachmeldebedingten Sondereffekt neuerlich jenseits der 2.000er-Linie landen werden.

Die Situation in Bayern spiegelt sich in weiten Teilen Deutschlands gleichermaßen wider. Auch für Gesamtdeutschland verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) heute ein COVID-19-Allzeithoch mit 11.287 Neuinfektionen, nachdem die Verlaufskurve noch vor einer Woche ihren Scheitelpunkt bei 6.638 Neuinfektionen gefunden hatte (vor zwei Wochen 4.058). Aus heutiger Sicht wirken diese Werte geradezu unscheinbar. Ich muss bei der Rasanz der Entwicklung der letzten Woche immer wieder an die Kritiker der Bundeskanzlerin denken, die ihr vorgehalten hatten, sie liege mit ihrer letzte Woche in der Ministerpräsidentenkonferenz vorgetragenen Einschätzung falsch, wonach wir an Weihnachten bei 19.000 Neuinfektionen pro Tag stehen könnten. Womöglich liegt die Kanzlerin tatsächlich falsch. Dies aber nicht in dem von ihren Kritikern artikulierten Sinne, der Wert sei übertrieben hoch, sondern dahingehend, dass er nicht erst an, sondern bereits deutlich vor Weihnachten erreicht sein könnte.

Auch der Blick über die Bundesgrenzen bietet wenig Erfreuliches. Unsere südlichen Nachbarn in Österreich haben heute mit 2.435 Neuinfektionen – nach 1.345 vor einer Woche und 1.524 gestern – ein weiteres „Allzeithoch“ zur Kenntnis nehmen müssen und will man aktuellen Pressemeldungen glauben, dann wird schon morgen das RKI mit Ausnahme von Kärnten fast ganz Österreich als Risikogebiet einstufen. In Tschechien haben die zuständigen Behörden gestern mit 14.948 (Vorwoche: 9.544) Neuinfektionen ebenfalls einen neuen Tagesrekordwert registriert (am 14.09.2020 waren es 1.028). Daraufhin hat die Regierung den nationalen Notstand ausgerufen. Die Schweiz hat vorgestern, am 20.10., 8.032 Neuinfektionen vermeldet, am 1.10. lag der entsprechende Wert noch bei 411. Ich könnte die Reihe beliebig fortsetzen, etwa mit Frankreich, Belgien, den Niederlanden oder Polen, überall böte sich ein ganz ähnliches Bild: Die Zahlen der Neuinfizierten gehen dort geradezu durch die Decke.

Nun kann und darf man die Beurteilung der Lage nicht allein auf einen einzigen Parameter stützen. Deshalb empfiehlt sich die Analyse weiterer zentraler Kenngrößen. Hier nenne ich zunächst die Positivrate. Sie setzt die Zahl der laborpositiven Tests ins Verhältnis zu deren Gesamtzahl und gibt insoweit unabhängig von der absoluten Zahl der erkannten Neuinfektionen einen Hinweis darauf, wie sich die Lage strukturell entwickelt. Auch für die Positivrate steigt nach langer Stagnation um 1 Prozent nun seit drei Wochen die Kurve kontinuierlich an und markiert für gestern einen Wert von 3,6 Prozent. Dieser wird erfahrungsgemäß nach Einbeziehung von heute noch zu erwartenden Nachmeldungen ziemlich genau bei konsolidierten 4 Prozent liegen. Sie ahnen es schon: Auch bei dieser Kenngröße verzeichnen wir binnen Wochenfrist in etwa eine Verdoppelung, nachdem die Positivrate am letzten Donnerstag 2,1 Prozent betragen hatte.

Weitere bedeutende Gradmesser sind für meine Einschätzung zur Corona-Situation seit jeher die Kenngrößen „Sterbefallzahl“ und „Hospitalisierungssituation“. An oder mit einer Corona-Infektion sind in Bayern mittlerweile 2.727 Personen verstorben, das sind im Vergleich zur Vorwoche 29 Sterbefälle mehr, nachdem dieser Wert für die vorvergangene Woche bei +19 lag. Hier liegen wir also trotz einer ebenfalls zu verzeichnenden Zunahme der Fallzahlen relativ betrachtet nach wie vor deutlich günstiger als bei Infektionszahlen und es bleibt zu hoffen, dass wir diesen Trend halten können. Dass aber auch an dieser Stelle Gefahr droht, zeigt wiederum der Blick nach Tschechien, wo gestern – bei ca. 10,7 Millionen Einwohnern – bereits 69 Corona-Tote zu beklagen waren, nachdem der Vergleichswert vor einer Woche noch bei 35 COVID-bezogenen Sterbefällen lag.

Aktuell an COVID-19 erkrankt sind in Bayern 13.190 (Vorwoche 7.540 Personen) und damit 1.570 bzw. 13,5 Prozent mehr als gestern. Es nimmt nicht Wunder, dass diese Entwicklung in die klinische Situation hineinwirkt. Hierbei zeichnet sich eine Fortsetzung des Aufwuchses der Zahl hospitalisierungs- und beatmungspflichtiger Patienten an. So befinden sich, Stand heute, in Bayern 614 Patienten wegen Corona in stationärer Behandlung (Vorwoche 328, in den Wochen davor 243, 213, 215, 166, 215 bzw. 106). Von diesen liegen 100 (Vorwoche: 76) auf einer Intensivstation, von denen wiederum 92 (66) künstlich beatmet werden.

Die auf den Tag abstellende Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich heute entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) auf R=1,19 (nach R=1,0 in der Vorwoche). Der auf einen Betrachtungszeitraum von sieben Tagen abstellende „geglättete R-Wert“ beläuft sich auch auf R=1,25, nach R=1,16 in der Vorwoche. Beide Werte entfernen sich langsam nach oben von der entscheidende Marke R=1,0 und zeigen an, dass immer mehr Menschen sich neu mit Corona infizieren, als es überwinden. Konkret heißt dies für R=1,19, dass auf 100 Genesene/Verstorbene 119 Neuinfizierte kommen.

Dieser Überhang bildet sich auch in der Zahl der Genesenen ab. Für diese Kenngröße wurde heute der Wert 550 ermittelt, dem stehen 1.570 erkrankte Personen gegenüber.

Lassen Sie uns nun den Blick auf die lokalen Entwicklungen richten. Auch in der Fläche steigt das Infektionsgeschehen erheblich an. Gleichlaufende Indikatoren sind hier sowohl die absoluten 7-Tage-Werte, als auch die Zahl der Gebietskörperschaften, die jenseits einer 7-Tage-Inzidenz von 35 oder 50 liegen. Wahrscheinlich ab morgen werden wir mit einer 7-Tage-Inzidenz von 100 in Bayern einen weiteren verbindlichen Grenzwert haben, mit dem sich weitergehende Regelungen bei der Sperrzeit in der Gastronomie und für die maximal zulässige Größe jeglicher Feiern verbinden wird. Wie ich höre, wird Gesundheitsministerin Huml noch heute die gestern von Ministerpräsident Dr. Söder in seiner Regierungserklärung angekündigte Neuregelung unterzeichnen, sodass diese dann morgen in Kraft treten kann.

Den höchsten Einzelwert verzeichnet aktuell der Landkreis Berchtesgadener Land mit der hinter Delmenhorst bundesweit zweithöchsten 7-Tage-Inzidenz von 292,65. Sie haben sicherlich den Medien entnommen, dass Landrat Kern auf diese Entwicklung mit weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Einschränkungen des sozialen Lebens reagiert hat. Die Bayer. Bereitschaftspolizei unterstützt die örtlichen Polizeidienststellen bis auf Weiteres täglich mit zwei Zügen (ca. 60 Beamtinnen und Beamten) und auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat zusätzlich Polizisten nach „BGL“ geschickt, um die Einhaltung der Beschränkungen zu überwachen und nötigenfalls durchzusetzen. Ich hoffe sehr, dass sich die Lage in der südöstlichsten Ecke Bayerns sehr bald wieder zum Besseren wendet

Auf Platz 2 der Liste steht die Stadt Augsburg mit einem Wert von 135,21. Platz 3 nimmt mit 121,66 die kreisfreie Stadt Weiden ein. Was mir insgesamt schon etwas Sorge macht, ist der Umstand, dass in immer weniger Gebietskörperschaften die nach oben schnellenden Infektionszahlen mit einzelnen und dabei gut eingrenzbaren Infektionsschwerpunkten verbunden werden können. Stattdessen wird mehr und mehr ein diffuses Geschehen zum Normalfall. In der Gesamtschau liegen von 96 kreisfreien Städten oder Landkreisen in Bayern 74 über einem Inzidenzwert von 35, davon 47 Gebietskörperschaften jenseits der 50er-Linie und weitere 7 sogar jenseits der Marke von 100.

All diese Zahlen belegen eindrucksvoll die binnen einer Woche eingetretene, massive Veränderung der Lage. Alle relevanten Verlaufskurven wie etwa zur Belegung der Klinikbetten und zu den Sterbefallzahlen steigen deutlich an, die Kurve zu den Neuinfektionen weist sogar steil nach oben. Da muss man keine großen „Kurvendiskussionen“ anstellen, ob dieser Anstieg bereits exponentiell oder gerade noch linear ist. Er ist viel zu hoch und er ist gefährlich.

Diese Entwicklung gilt es unverzüglich umzukehren. Hierbei gibt es zwei Hauptakteure. Der eine, der mit Abstand wichtigste, das sind wir alle, die Menschen in Bayern. Denn die wirksamste Maßnahme gegen eine Neuinfektion ist die Beachtung der AHA-L-Formel, also Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmasken tragen und beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen regelmäßiges Lüften. Und die Zahl der Sozialkontakte reduzieren.

Ich werde nicht müde, immer wieder zu betonen, dass sich die große Masse der Menschen in Bayern verantwortungsvoll verhält. Dieser vernünftigen Mehrheit gelten mein ganz besonderer Dank und die Anerkennung der Staatsregierung. Denn nur wenn die Menschen mitmachen, mitdenken, Entbehrungen und Einschränkungen hinnehmen und sich diszipliniert verhalten, anstatt ihre Energie in großem Stile in die Suche nach den Schlupflöchern zu stecken, können die Maßnahmen gegen COVID-19 wirken.

Den vergleichsweise wenigen, für den Infektionsverlauf aber ebenso entscheidenden Zeitgenossen, die sich so gar nicht an die Regeln halten wollen, wird die Polizei auch in Zukunft und verstärkt Grenzen aufzeigen. Deshalb habe ich die Polizei angewiesen, gerade im öffentlichen Raum die Einhaltung der Infektionsschutzvorschriften intensiv zu kontrollieren und immer dort, wo es nach dem Verhalten der Betroffenen geboten ist, gebührenpflichtige Verwarnungen auszusprechen oder Ordnungswidrigkeitenanzeigen zu erstatten. 

Der zweite Hauptakteur ist die öffentliche Hand, allen voran der Staat, aber auch die Kommunen. Der Staat erlässt die maßgeblichen Vorschriften, überwacht diese – das Stichwort „Polizei“ hatte ich gerade genannt – und vollzieht den öffentlichen Gesundheitsdienst. Hierzu gehören insbesondere intensives Testen und die Anordnung von Quarantänemaßnahmen sowie die Nachverfolgung der Infektionsketten, sobald die Ansteckung eines Menschen festgestellt wurde. Wo könnte dieser das Virus aufgeschnappt, an wen könnte er es bereits weitergegeben haben? Diese „Ermittlungsarbeit“, die im Kern aus der telefonischen Befragung der positiv getesteten Personen besteht und auf die Identifizierung von Kontaktpersonen der Kategorie 1 zielt, wird Neuhochdeutsch als „Contact Tracing“ bezeichnet. Sie obliegt primär den 71 staatlichen Gesundheitsämtern als Teilorganisation der Landratsämter sowie fünf kommunalen Gesundheitsämtern bei den kreisfreien Städten München, Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt und Memmingen. Ausgeführt wird diese Tätigkeit von sog. „Contact Tracing Teams“, kurz CTT, die üblicherweise aus drei Personen bestehen.

Erfolgversprechendes Contact Tracing muss schnell und konsequent vonstattengehen. Dies gilt auch und insbesondere dann, wenn in einem Gesundheitsamtsbezirk gehäuft Infektionsfälle auftreten. Denn im Grunde ist jede Stunde mehr gefahrgeneigt, die ein infektiöser Mensch unerkannt bleibt und sich womöglich als Superspreader in der Öffentlichkeit bewegt.

Konzeptionell ruht das CT auf zwei Säulen: Zum einen auf der Gruppe der „hauptamtlichen CTTler“ und zum anderen auf „Nebenamtlern“, die alle Verwaltungszweige für eine gewisse Zeit aushilfsweise zur Abdeckung eines erhöhten Personalbedarfes bereitstellen. Diese „Nebenamtler“ sind namentlich bestimmt und organisatorisch in einem bayernweit 2.550 Dienstkräfte umfassenden „Unterstützungspool“ zusammengefasst. Diese Personen wurden für die Aufgabe CTT speziell geschult und arbeiten aber grundsätzlich bei ihren jeweiligen Stammdienststellen weiter, bis sie für einen konkreten Einsatz angefordert werden.

Ausgehend von dieser Doppel-Säulen-Konstruktion bildeten zunächst 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ersten Säule den personellen Grundstock der CTT. Diese Menschen wurden vom allgemeinen Arbeitsmarkt kommend seit Mai speziell für die Aufgabe Contact Traicing befristet eingestellt und nehmen diese Aufgabe bereits jetzt hauptamtlich wahr.

Ebenfalls seit Mai wurde der Unterstützungspool – die zweite Säule – sukzessive befüllt. Für das Innenministerium bedeutet dies, dass es aus seinem und dem Personalbestand seiner nachgeordneten Behörden ca. 19 Prozent von 2.550 Personen bereitzustellen hat, also 487.

Unter dem Eindruck der neuen Lage hat der Ministerrat am 13. Oktober beschlossen, in einem zweiten Schritt beide Säulen zu stärken. Hierbei wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Deshalb werden für die erste Säule ab sofort weitere gut 500 Mitarbeiter bis zum 1. März 2022 befristet eingestellt, sodass diese in ihrem Endausbau 1.275 CTTler umfassen wird.

Die zweite Säule wird um bis zu 2.000 weitere staatliche Dienstkräfte verstärkt. Hierzu hat der Ministerrat festgelegt, dass die Hälfte (1.000) der Verstärkungskräfte durch die Bayerische Polizei zu stellen ist. Dies ist eine erhebliche, aber notwendige Belastung des Polizeivollzugsdienstes, der in nächster Zeit obendrein verstärkt gefordert sein wird, die Maßgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung durchzusetzen und Ausgangsbeschränkungen wie aktuell im Landkreis Berchtesgadener Land zu überwachen.

Aber auch die Allgemeine Innere Verwaltung muss noch einmal für CTT alle Kräfte mobilisieren, um ihren Beitrag für das nichtpolizeiliche 1.000er-Kontingent zu leisten. Hierfür ziehen wir insgesamt 145 junge Beamtinnen und Beamte heran, die in den letzten Wochen Studium bzw. Ausbildung abgeschlossen haben. Die anderen Ministerien verfahren ähnlich, sodass sehr zeitnah den Anforderungen des Ministerrates voll umfänglich entsprochen werden kann.

Sie fragen sich wahrscheinlich, wie der Einsatz der insgesamt bis zu 4.550 bereitstehenden CTTler der zweiten Säule koordiniert werden soll. Hierfür haben wir das in der Polizeiabteilung meines Hauses konzipierte System SPOC verallgemeinert. SPOC ist nichts und niemand von einem fremden Stern oder aus einer fernen Galaxie, sondern steht für Single Points of Contact und bedeutet konkret, dass es bei jedem Polizeipräsidium und jeder Bezirksregierung sowie beim Landesamt für Finanzen jeweils eine zentrale Anlaufstelle gibt, über die die Gesundheitsämter die CTT-Unterstützungskräfte abrufen können oder ggf. zugewiesen erhalten. Angesichts der oben genannten Zahlen gehe ich stark davon aus, dass schon sehr bald sehr viele CTT-Kräfte herangezogen werden müssen.

Mit der jüngsten Aufstockung der CTT verbindet sich meine Freude der Woche. So finde ich es sehr beeindruckend, in welch kurzer Zeit die 1.000 zusätzlichen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sowie die 145 Dienstanfänger der Allgemeinen Inneren Verwaltung persönlich ausgewählt, online beschult und einsatzklar gemeldet werden konnten. Zwischen dem Ministerratsbeschluss und der Umsetzung liegt gerade einmal eine Woche.     

Ich möchte Ihnen aber auch meinem Ärger der Woche nicht vorenthalten. Der bezieht sich auf Falschmeldungen aus der sog. „Querdenkerszene“, auf Fakenews, auf die leider auch Landtagsabgeordnete einer bestimmten Fraktion aufspringen, um einmal mehr mit grundloser Angstmache ein demokratiepolitisch höchst giftiges Polit-Süppchen zu kochen.

So haben Einzelpersonen, verschiedentlich aber auch vordergründig seriös auftretende „Informationsportale“ mit Social Media-Beiträgen neuerlich der Eindruck erweckt, es sei jüngst in Unterfranken im Raum Schweinfurt und in Oberbayern im Umland von München in Folge des Tragens einer Mund-Nasen-Bedeckung zu CO2-Vergiftungen mit Todesfolge gekommen. Das ist schlicht falsch. Was die Sache noch perfider macht ist der Umstand, dass den Menschen über Twitter, Facebook und Co. vorgegaukelt wurde, die vermeintlichen Opfer seien sechsjährige Mädchen gewesen.

Urheber und Verbreiter dieser Nachricht gehen gezielt und perfide vor. Sie wecken bei den Empfängern der Nachricht das Mitleid mit den vermeintlich besonders schutzbedürftigen, weil kindlichen Opfern. Diese „Fakenewser“ spielen bewusst die „weiche“ Seite der Leserinnen und Leser an, um sie unter Umgehung des Verstandes, der eigentlich bei jedem einigermaßen vernunftbegabten Zeitgenossen starke Zweifel am Wahrheitsgehalt solcher Schauermärchen auslösen müsste, dennoch für „VerQuerdenker-Botschaften“ zu vereinnahmen.

Fakt ist: Die auf Unterfranken bezogene Meldung ist in allen Facetten frei erfunden. Kurz nachdem die Polizei Unterfranken in den Sozialen Medien die Dinge richtiggestellt und einen in Schweinfurt wohl ebenfalls durch „Fakenewser“ initiierten „Trauerort“ abgeräumt hatte, an dem zum Gedenken an das angeblich zu Tode gekommene sechsjährige Mädchen Teddybären abgelegt und Grablichter aufgestellt worden waren, haben die ertappten Initiatoren der Falschmeldung sogleich ihre Taktik geändert.

Nun sollte sich plötzlich ein vergleichbarer Fall im südlichen Oberbayern zugetragen haben. Traurige Wahrheit in diesem Kontext ist, dass es zur fraglichen Zeit im September 2020 tatsächlich in der besagten Gegend einen tragischen Todesfall mit einem sechsjährigen Mädchen gegeben hatte. Dieses war nach akuten gesundheitlichen Problemen in eine Münchner Uni-Klinik verlegt worden, wo man ihm leider nicht mehr helfen konnte. Im Unterschied zu dem von den „Fakenewsern“ erweckten Eindruck bestand zwischen dem Todesfall und dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht der geringste Zusammenhang. Die Pietätlosigkeit, den für die Eltern und Angehörigen unermesslichen Schmerz des Verlustes des eigenen Kindes, der Enkelin, des Geschwisterkindes etc. zu „kapern“, um damit im politischen Wettbewerb Stimmung zu machen und Hetze zu verbreiten, ist kaum zu ertragen.

Es heißt also immer auf der Hut zu sein und immer wieder den eigenen gesunden Menschenverstand dahingehend zu bemühen, ob eine ihrem Wesen nach skurrile und ihrer Zielrichtung nach obstruktive, aber auf den ersten Blick vermeintlich doch irgendwie einleuchtend wirkende Information tatsächlich stimmen kann. Sehr oft wird sich herausstellen, dass sie einem Faktencheck nicht Stand hält, sondern nur auf Verunsicherung der Menschen und Angstmacherei gerichtet ist. Besonders in diesen Zeiten sind Mutmacher gefragt. Angstmacher und „Fakenewser“ sind absolut verzichtbar.  

Konsequent die Regeln einhalten, dann werden wir die Kurve kriegen!

Mit besten Grüßen Ihr Joachim Herrmann, MdL Staatsminister