Mehrere, teils schwere Einsätze, haben die Feuerwehr Kahl am gestrigen Mittwoch, den 19.07.2017, in Atem gehalten. Das Resümee des Tages am Abend: Zwei Verkehrsunfälle, zwei Schwerverletzte, eine leicht verletzte Person, ein durch die Hitze kollabierter Feuerwehrmann und mehrere Unwettereinsätze beschäftigten die Feuerwehr Kahl fast zeitgleich zwischen 18:30Uhr und 20:30Uhr.
Im Einsatz waren beide Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge, beide Gerätewagen Logistik und das Mehrzweckfahrzeug mit insgesamt 20 Feuerwehrleuten.
Als sich beide HLF noch auf der Autobahn bei dem schweren Verkehrsunfall (siehe Vorbericht) befanden, wurden die Rettungskräfte zu einem erneuten Verkehrsunfall im Ortsgebiet alarmiert. Die Einsatzstelle wurde zunächst von beiden Gerätewagen Logistik und dem Mehrzweckfahrzeug angefahren, später rückten die Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge nach. Eine leicht verletzte Person sowie ein kollabierter Feuerwehrmann, der bei über 30 Grad Außentemperatur bereits mehrere Einsätze absolviert hatte, mussten von einem Kahler Rettungsassistenten medizinisch erstbetreut werden. Die durch den Verkehrsunfall verletzte Person wurde an den Rettungsdienst übergeben und in ein Krankenhaus gebracht. Der Verkehr musste geregelt und eine größere Menge an auslaufenden Betriebsstoffen aufgenommen werden.
Weiterhin musste im Anschluss bzw. zeitgleich durch die zurückkehrenden Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge ein durch das zwischenzeitlich begonnene Unwetter umgestürzter Baum auf der Fahrbahn entfernt und die Gemeinde bei dem Ausheben von Sinkkästen unterstützt werden, um einen Wasserüberlauf zu verhindern.

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Text & Fotos: Anastasia Lotz, FF Kahl

Zu einem schweren Verkehrsunfall wurden am frühen Mittwochabend (19.07.2017, 17:20 Uhr) die Feuerwehren Kahl, Alzenau und Karlstein (Verkehrssicherungsanhänger) auf die BAB 45 in Fahrtrichtung Gießen alarmiert.

Kurz nach dem Hanauer Kreuz kam aus derzeit noch ungeklärter Ursache ein mit zwei Personen besetzter Audi von der Fahrbahn ab und kam im  tieferliegenden Bankett zum Stehen. Beide Personen wurden bei dem Unfallgeschehen in ihrem Fahrzeug eingeklemmt.

Nach dem Eintreffen der Feuerwehr wurde umgehend der Brandschutz sichergestellt, die Autobahn im Auftrag der Polizei voll gesperrt und die technischen Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Parallel dazu wurde der Rettungsdienst sowohl durch die anwesende Kahler Feuerwehrärztin als auch medizinisch ausgebildete Einsatzkräfte der Feuerwehr bei der Verletztenversorgung unterstützt. Aufgrund der sehr hohen Außentemperaturen und der misslichen Lage des verunfallten Fahrzeugs gestalteten sich die Rettungsarbeiten sehr schwierig. Einerseits mussten die Retter die ca. 1,20 Meter hohe Leitplanke überwinden, andererseits befand sich der PKW ca. 2 Meter unterhalb des Fahrbahnniveaus. So konnten die Einsatzkräfte nur über Steckleitern zu dem im Graben liegenden Fahrzeug vordringen. Im Einsatzverlauf wurde sowohl die B-Säule als auch später das Dach des Fahrzeugs mittels einer Rettungsschere entfernt, um eine möglichst schonende Patientenrettung ermöglichen zu können. Nach der Befreiung wurden der 60-jährige Fahrer und anschließend seine ein Jahr jüngere Beifahrerin über Spineboards (Rettungsbretter) gerettet. Nach der Erstversorgung im Rettungswagen wurden beide Unfallbeteiligten mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen.

Einsatzleiter Günther Knoth (zweiter Kommandant der Feuerwehr Alzenau) konnte auf rund 45 Feuerwehrdienstleistende der Feuerwehren zurückgreifen. Der mitalarmierte Kreisbrandmeister Thorsten Trapp unterstützte den Einsatzleiter.

Von Seiten des Rettungsdienstes wurden zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie die  Rettungshubschrauber Christoph Mittelhessen und Christoph 2 durch die Integrierte Leitstelle Bayerischer Untermain entsandt.

Über den entstandenen Sachschaden und die Unfallursache können seitens der Feuerwehr keine Aussagen gemacht werden. 

Zu einem Flächenbrand unweit der Darmstädter Straße in Stockstadt wurde am Donnerstagnachmittag (19.07.17) gegen 14:51 Uhr die Feuerwehr Stockstadt alarmiert. Auf einem 100.000 Quadratmeter großen Roggenfeld gerieten aus derzeit noch ungeklärter Ursache rund 3000 Quadratmeter erntereifer  Roggen in Flammen. Für die Brandbekämpfung ließ Einsatzleiter Frank Bott nach der Erkundung der Einsatzstelle sofort weitere wasserführende Feuerwehrfahrzeuge nachalarmieren, da sich die Einsatzstelle außerhalb der Wohnbebauung befand. Von der Integrierten Leitstelle Bayerischer Untermain wurden daraufhin die Großtanklöschfahrzeuge der Feuerwehren Aschaffenburg, Großostheim und der Werkfeuerwehr SAPPI sowie der in Goldbach stationierte Abrollbehälter „Tank“ mit 8000 Litern Löschwasser entsandt. Mit fünf C-Rohren gelang es den Einsatzkräften das Feuer nach kurzer Zeit unter Kontrolle zu bringen. Parallel zu diesen Maßnahmen pflügte der Landwirt eine sogenannte „Brandschneise“ in das Roggenfeld, um eine weitere Brandausbreitung zu verhindern. Nach den umfangreichen Nachlöscharbeiten war der Einsatz gegen 16:30 Uhr beendet.

Der Einsatzleiter, Kommandant Frank Bott konnte auf zehn Feuerwehrfahrzeuge und rund 40 Einsatzkräfte zurückgreifen. Als Vertreter der Kreisbrandinspektion unterstützte Kreisbrandmeister Udo Schäffer den Einsatzleiter. Für die Absicherung der Einsatzkräfte stand der Rettungsdienst zur Verfügung. Dieser musste aber nicht eingesetzt werden.

Für die Dauer der Löscharbeiten musste die Kreisstraße AB 16 zwischen der B26 und der Großostheimer Straße voll gesperrt werden, was im abendlichen Berufsverkehr für erhebliche Behinderungen sorgte.  

Über das Thema „Wasserentnahme durch die Feuerwehren aus Trinkwassernetzen“ wurde bereits im Florian kommen Nr. 113 informiert. Parallel dazu hat nun der Fachbereich 3 des LFV Bayern eine Information zur Fortbildung bei der Wasserentnahme sowie beim Umgang mit Trinkwasser erstellt.

Diese stellen der LFV Ihnen für die Fortbildungen in den Feuerwehren zur Verfügung.

LFV_Fachinfo_Trinkwasserschutz_2017.pdf

Ein neuer Wagen für die Feuerwehr: „Die Sendung mit der Maus“ (WDR) zeigt diesen Sommer, wie aus einem einfachen LKW ein roter Drehleiterwagen mit Blaulicht wird. An vier aufeinanderfolgenden Sonntagen sind die Maus-Zuschauer dabei, wenn Armin Maiwald eine Fabrik für Feuerwehrautos besucht. Sendestart für die vierteilige Sachgeschichten-Reihe ist am Sonntag, 16. Juli (Das Erste, 9.30 Uhr; KiKA, 11.30 Uhr).  

Die Feuerwehr fasziniert viele Kinder: Bei der „Sendung mit der Maus“ erfahren sie, wie das Blaulicht aufs Dach, der Wasserschlauch in den Laderaum und die Leiter auf den Wagen kommt. Das Kamerateam ist dabei, wenn der LKW noch ganz ohne Aufbauten in die Fabrik in Karlsruhe rollt. Viele Schrauben müssen angezogen werden, bevor die Monteure ganz am Ende den Rettungskorb anbringen – und die Feuerwehrleute im niedersächsischen Wittingen mit ihrem neuen Wagen vom Hof fahren können. Doch wirklich fertig ist dieses Feuerwehrauto erst mit der Maus: Aufs Heck des Wagens geklebt, wird sie bald alle Einsätze begleiten.

Mit dem diesjährigen Wissenstest zum Thema „Unfallverhütung und persönliche Schutzausrüstung“ werden erste Anwendungen zur selbständigen Vorbereitung und eigenständigem Lernen angeboten. Dies darf als Startschuss für schon länger angekündigte E-learning Angebote betrachtet werden.

Mit den beiden E-learning Anwendungen ist es nun möglich, sich mit seinem Smartphone/Tablet an allen Orten mit verfügbarem Internetempfang auf den Wissenstest vorzubereiten oder sein bereits erworbenes Wissen zu testen.

Die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg ist bemüht in Zukunft regelmäßig Anwendungen in dieser oder einer ähnlichen Form anzubieten, sodass Feuerwehrangehörige ihre Freizeit nicht nur sinnvoll, sondern auch effektiv nutzen können.

Quiz WT 2017

UVV in der Feuerwehr WT 2017

Kurzfristig ist ein Lehrgangsplatz für den Lehrgang "Aufbaulehrgang Führungskräfte Einsatzleitung" vom 19.07.2017 - 21.07.2017 frei geworden.

Interessenten melden sich bitte bei KBM Thorsten Frank: Tel. 0175 2770837

31 der 61 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg haben in den letzten Jahren Kinderfeuerwehren bei ihren Feuerwehrvereinen angesiedelt.

Mit dem zum 01.07.2017 neu gefassten Art. 7 des Bayer. Feuerwehrgesetzes (BayFwG) ist nun die Bildung von Kinderfeuerwehren, als Teil der gemeindlichen Feuerwehr, möglich.

Art. 7 Kinder- und Jugendfeuerwehr

(1) Bei den Freiwilligen Feuerwehren können für Minderjährige ab dem vollendeten 6. Lebensjahr Kindergruppen gebildet werden.

(2) 1Minderjährige können vom vollendeten 12. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr als Feuerwehranwärter Feuerwehrdienst leisten. 2Feuerwehranwärter sind den Feuerwehrdienstleistenden gleichgestellt, soweit sich aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt. 3Sie dürfen nur zu Ausbildungsveranstaltungen und erst ab dem vollendeten 16. Lebensjahr bei Einsätzen zu Hilfeleistungen außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone herangezogen werden. 4Zum Jugendwart kann nur ein geeigneter volljähriger Feuerwehrdienstleistender bestellt werden.

Durch die Verankerung von Kinderfeuerwehren im Gesetz und damit in der öffentlichen Einrichtung Feuerwehr erwartet sich der Gesetzgeber eine erhebliche Stärkung der Nachwuchsarbeit der Freiwilligen Feuerwehren.

Im Abs. 1 heißt es „Können“ und nicht „müssen“. Daher ist immer die Zustimmung des Trägers der Feuerwehr (Gemeinde) für die Bildung einer gemeindlichen Kinderfeuerwehr notwendig. Die Bildung einer Kinderfeuerwehr muss einvernehmlich zwischen der jeweiligen Feuerwehr und ihrer Gemeinde abgesprochen und von dem dafür zuständigen Gemeindeorgan beschlossen werden.

Dies bedeutet, dass die Kinderfeuerwehren / Kindergruppen, die bislang dem Feuerwehrverein angegliedert sind, nicht automatisch in die gemeindliche Einrichtung Feuerwehr übergehen. Es ist hierfür ein Antrag der Feuerwehr für die Übernahme an die zuständige Gemeinde notwendig. Gleiches gilt zukünftig für die Neugründung einer Kinderfeuerwehr, wenn sie Teil der gemeindlichen Feuerwehr werden soll.  

Erst mit der Zustimmung der Gemeinde wird die Kindergruppe Teil der gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr mit der Folge, dass dann auch die Verantwortlichkeit auf den Kommandanten übergeht und notwendige Kosten, wie für die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr auch schon, dann auch für die Kinderfeuerwehr von der Gemeinde zu tragen sind.

Zugleich gilt ab der Zustimmung der Gemeinde auch der gesetzliche Unfallversicherungsschutz für die Angehörigen der Kinderfeuerwehren. Im Falle eines Unfalls ist die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) mittels einer (elektronischen) Unfallanzeige zu informieren. Es gelten die gleichen Regelungen und Abläufe wie im Bereich der Jugendlichen und Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren.

Der Übergang von der Kinderfeuerwehr in die Feuerwehranwärterschaft in der Jugendgruppe vollzieht sich laut dem Art. 7 BayFwG – anders als bei Vollendung des 18. Lebensjahres der Übergang von Feuerwehranwärtern zur Erwachsenenabteilung – nicht bei Vollendung des 12. Lebensjahres automatisch kraft Gesetzes. Vielmehr bleibt nach derzeitiger Ausführung auch für Mitglieder der gemeindlichen Kinderfeuerwehr ein ausdrücklicher Antrag auf Aufnahme in die Jugendgruppe mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erforderlich.

Am 13.07.2017 hat der Gemeinderat Heinrichtshal beschlossen, für die Freiwillige Feuerwehr Heinrichsthal eine Kinderfeuerwehr als Teil der gemeindlichen Einrichtung "Feuerwehr" einzuführen.
Die Freiwillige Feuerwehr Heinrichsthal dürfte damit die erste gemeindliche Kinderfeuerwehr nach der Änderung des Feuerwehrgesetzes in unserem Landkreis sein.

Das Sonderinvestitionsprogramm Hochwasser aus 2013 wurde aufgrund der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2013 erstellt udn sieht u. a. die Beschaffung von Löschwasserfördersystemen vor.

Mit Schreiben vom 01.06.2017 informierte nun das StMI darüber, dass ab sofort insgesamt 12 Wasserfördersysteme in Bayern zur Verfügung stehen. Die Standorte können dem unten beiliegenden IMS entnommen werden.

Die Gesamtkosten für die 12 Wasserfördersysteme und die drei Verstärkerpumpen beliefen sich auf über 5 Millionen Euro.

In Unterfranken stehen die Löschwasserfördersystem bei der FF Großwallstadt im Lkr. Miltenberg und bei der FF Schweinfurt in der Stadt Schweinfurt.

ID2-2256-1-6-ILS_7115.pdf

Wasserfördersystem_Bayern.pdf

In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es zu einem länger andauernden Stromausfall im Mittleren/Oberen Kahlgrund. Betroffen waren die Ortschaften Krombach, Hofstädten, Geiselbach, Omersbach, Blankenbach und Königshofen.
 
Es gab - laut Stromversorger - eine Störung bei einer 20 KvA-Leitung, die durch den Kahlgrund führt (evtl. durch das starke Gewitter mit Blitz in dieser Region zu dieser Zeit).
 
Von der ILS wurden die Feuerwehren Krombach, Hofstädten, Geiselbach, Omersbach, Blankenbach und Königshofen alarmiert. Weiterhin machte sich KBI Frank Wissel ein Bild von der Lage.
 
Die Gerätehäuser wurden durch die Feuerwehren besetzt, weiterhin wurde mit Feuerwehrfahrzeugen mit eingeschaltetem Blaulicht durch die jeweilige Ortschaft gefahren.
Diese Feuerwehrfahrzeuge und das jeweilige Gerätehaus sind die Anlaufstellen für alle Bürger, wenn es bei Stromausfall einen Notfall (Brand oder medizinisches Problem) geben sollte, da meist die Telefone der Bürger zu Hause nicht mehr funktionieren - die Feuerwehr kann jedoch über Funk die Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst weiterhin erreichen.
 
Weiterhin können die Einsatzkräfte der Feuerwehr bei Bränden bzw. einem medizinischen Notfall sofort eingreifen und erste Maßnahmen durchführen.
 
Gegen 3.00 Uhr am Montag morgen war der Strom in den jeweiligen Ortschaften wieder da.

Schutzleiterprüfeinrichtung bei Stromerzeugern der Feuerwehr

Sehr geehrte Damen und Herren,

da nach den aktuellen Fassungen der einschlägigen Normenreihen die Schutzleiterprüfvorrichtung nicht mehr grundsätzlicher Bestandteil der Feuerwehr-Stromerzeuger ist, bestehen vereinzelt Unsicherheiten im Hinblick auf die ordnungsgemäße Prüfung der ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel nach dem Einsatz. Daher hat die KUVB in Abstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern e.V. und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr eine entsprechende Information erarbeitet und im KUVB Feuerwehrportal zum Download bereitsgestellt.

Mit freundlichen Grüßen

I. A.

Thomas Roselt

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Dipl.-Ing. (FH) Thomas Roselt Aufsichtsperson

Geschäftsbereich I Prävention  Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) Bayerische Landesunfallkasse (Bayer. LUK) Ungererstraße 71 80805 München

Tel.: 089 36093-234 Fax.: 089 36093-349 KUVB Feuerwehrportal

Am Donnerstag, den 29.06.2017 wurde das neue HLF 10 bei der Feuerwehr Gemeinde Haibach in Dienst gestellt. Das Fahrzeug basiert auf einem Mercedes-Benz Fahrgestell mit einem Ziegler Aufbau. Neben der bekannten Standardbeladung sind eine Rettungsplattform, ein Motortrennschleifer und eine Rettungssäge an Bord. Das HLF 10 ist eine Ersatzbeschaffung für ein LF 8-Unimog aus dem Jahr 1982, das bis zur Fusion der Haibacher Wehren bei der Feuerwehr Grünmorsbach stationiert war. Weitere Infos und Bilder unter https://www.ziegler.de/de/news-infos

HLF 10 am 06.07.2017 01

Deutscher Feuerwehrverband und Waldeigentümer appellieren an Waldbesucher

Berlin – Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat die Waldbrandstatistik für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die gute Nachricht ist, dass sich die Zahl der Waldbrände im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr fast halbiert hat und um 43 Prozent (2016: 608 Waldbrände; 2015: 1.071) zurückgegangen ist. Dabei wurde mit 232 Waldbränden die größte Anzahl in Brandenburg verzeichnet.  Die schlechte Nachricht: Ein großer Teil der Waldbrände ist auf Brandstiftung zurückzuführen. Daher warnen der Deutsche Feuerwehrverband und die AGDW – Die Waldeigentümer vor dieser Gefahr und rufen die Waldbesucher dazu auf, besonders aufmerksam zu sein. „Waldbrände gefährden Menschenleben – auch das von Einsatzkräften – und zerstören die Existenz ganzer Familienforstbetriebe“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. „Da Wälder viele Generationen für ihr Wachstum benötigen, braucht es Jahrzehnte, bis ein zerstörter Wald wieder nachgewachsen ist.“ 

Fast die Hälfte der Waldbrände im vergangenen Jahr ist auf Brandstiftung und leichtsinniges Verhalten zurückzuführen. 158 Waldbrände auf 40 Hektar wurden vorsätzlich herbeigeführt – damit ist die Brandstiftung die häufigste Brandursache. 140 Waldbrände auf 64 Hektar entstanden durch Fahrlässigkeit. „Prävention ist hier wichtig, um den Wald auch für kommende Generationen zu erhalten. Die Feuerwehren arbeiten nicht nur im Einsatzfall eng mit den Forstbehörden und den Waldbesitzern zusammen“, sagte Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Dass Brandstiftungen auch in diesem Jahr eine Hauptursache für Waldbrände sind, zeigt sich in Brandenburg: Bei den 101 Bränden, die zwischen März und Juni registriert wurden, wird vermehrt von Brandstiftung als Ursache ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund warnen die beiden Präsidenten zu Guttenberg und Ziebs vor dieser Gefahr. An Tagen anhaltender Trockenheit sollten Waldbesucher besonders aufmerksam sein und sofort reagieren, wenn der Ansatz eines Brandes entdeckt wird. Gleichzeitig warnen sie aber auch davor, beim Spaziergang durch den Wald selbst einen Brand zu verursachen.

Zu Guttenberg wies auf die Gesetze und Regeln hin, die im Wald gelten: Dazu zählt, dass man ein Grillfeuer nur an offiziellen Feuerstellen entzünden darf. Bei offenem Feuer außerhalb des Waldes muss man einen Mindestabstand von 100 Metern zum Waldrand einhalten. Und ganz wichtig: Zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober gilt in vielen Bundesländern ein absolutes Rauchverbot im Wald, in einigen Bundesländern gilt das Rauchverbot das ganze Jahr.
Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes wies darauf hin, dass bei Entdeckung eines Brandes sofort die Feuerwehr alarmiert werden müsse. Hartmut Ziebs: „Wählen Sie den kostenfreien Notruf 112. Die Leitstelle fragt dann nach präzisen Angaben zu Ort und Umfang des Brandes und sendet entsprechend Einsatzkräfte.“ Welche Ausmaße ein Waldbrand einnehmen könne, sei in Portugal wieder deutlich geworden. „Daher ist es wichtig, sich als Waldbesucher verantwortungsbewusst zu verhalten und aufmerksam gegenüber dieser Gefahr zu sein“, sagte Ziebs.

Die Waldbrandstatistik ist online unter www.ble.de zum Download verfügbar.

Eine Rettungsgasse für Einsatzkräfte rettet Leben

Feuerwehrverbände fordern schwer entflammbare Bus-Innenausstattung

Berlin – „Bilden Sie bei Staus auf der Autobahn immer eine Rettungsgasse!", fordern Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), und Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Bayern. Hintergrund ist der tragische Busbrand, bei dem gestern in Münchberg (Bayern) 18 Menschen ums Leben gekommen waren. „Unsere Kräfte sind gut ausgebildet und haben Erfahrung in derartigen Lagen – trotzdem konnten sie den im brennenden Bus eingeschlossenen Menschen nicht mehr helfen. Durch eine korrekt gebildete Rettungsgasse kommen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei schnellstmöglich an die Einsatzstelle, ohne dass wertvolle Zeit vergeht", erklären sie.

Ziebs und Weinzierl fordern schwer entflammbare Innenausstattungen in Rei-sebussen: „Diese verhindern die blitzartige Ausbreitung des Feuers." Sie begrüßen die europäischen Vorschriften für automatische Brandmeldeanlagen in allen vom Fahrer nicht direkt einsehbaren Bereichen sowie die Ausstattung des Motorraums mit einer Löschanlage: „Hierdurch können Brände bereits in einem frühen Stadium erkannt und bekämpft werden." Die Verbands-Chefs appellieren zudem an alle Autofahrer, bei einem Unfall Hilfe zu leisten: „Ein richtig eingesetzter Feuerlöscher kann einen Entstehungsbrand stoppen und damit Leben retten!"

In Münchberg waren mehr als 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren vor Ort. „Unsere ehrenamtlichen Kräfte sind das Rückgrat des Flächen deckenden Brandschutzes in Deutschland", bekräftigt DFV-Präsident Ziebs. LFV-Vorsitzender Weinzierl ergänzt: „Allein in Bayern sind mehr als 311.000 Männer und Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren aktiv – das ist ein Drittel der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen Deutschlands!"

Presseinformation Nr. 31/2017 vom 4. Juli 2017