Schock für die Freiwillige Feuerwehr Stadtallendorf: In der Nacht zum 16.10.2024 brach im Feuerwehrhaus der Feuerwehr in Stadtallendorf (Lkr. Marburg-Biedenkopf) ein verheerendes Feuer aus. Das moderne Gebäude, das erst im Dezember 2023 fertiggestellt und im Januar dieses Jahres feierlich eingeweiht wurde, wurde komplett mit allen Einsatzfahrzeugen zerstört. Ein Totalschaden, der auf 20 bis 24 Millionen Euro geschätzt wird – ein Albtraum für die Kameradinnen und Kameraden vor Ort.
Dieses traurige Ereignis möchten wir zum Anlass nehmen, für einen guten Brandschutz in unseren Feuerwehrhäusern im Landkreis zu werben. Brandereignisse, wenn nicht auch in dieser Schadenshöhe, fanden ja auch schon in Feuerwehrhäusern in unserem Kreis statt. Neben der Einhaltung aller organisatorischen und bauordnungsrechtlich geforderten Brandschutzmaßnahmen im Feuerwehrgebäude steht die Brandfrüherkennung und die damit verbundene automatische Brandmeldung immer mehr im Fokus, um den eigenen Brandschutz des Feuerwehrhauses mit seinem ganzen Inventar, als Teil der kritischen Infrastruktur einer Kommune, zu gewährleisten.
Da zunehmend immer mehr Einsatzgeräte in den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr über Akkus verfügen und diese stets geladen sein müssen, hängen diese Geräte permanent in den Feuerwehrfahrzeugen an einer Ladetechnik. Leider kommt es mittlerweile in Feuerwehrhäusern häufiger zu Bränden, die meist durch einen Defekt beim Ladevorgang eines Akkus im Fahrzeug ausgelöst werden. Um solche Brände frühzeitig zu erkennen, bietet sich die Überwachung über eine Brandmeldeanlage an. Jedoch verfügen in unserem Landkreis nur wenige große Feuerwehrhäuser über eine bauordnungsrechtlich geforderte Brandmeldeanlage, die ihren Ursprung aus bauordnungsrechtlichen Abweichungen haben. Bei einem BMA-Alarm aus einem dieser Feuerwehrhäuser mit einer zur Integrierten Leitstelle aufgeschalteter Brandmeldeanlage wird auch immer die nächste benachbarte Feuerwehr zur Sicherheit mit mind. einem Löschfahrzeug mitalarmiert.
Wie der Brand im Feuerwehrhaus in Kleinostheim gezeigt hat, kann sich die Brandfrüherkennung verzögern, bis ein Entstehungsbrand im geschlossenen Mannschaftsraum eines Fahrzeuges zum Auslösen der vorhandenen Brandmeldeanlage des überwachten Feuerwehrhauses führt. Eine Lösung für eine zusätzliche Brandfrüherkennung innerhalb der Feuerwehrfahrzeuge wäre sicherlich hilfreich, die sich beispielsweise beim Aus- und Einfahren des Fahrzeugs in das Brandmeldesystems des Gebäudes aus- und einloggt.
Um auch kleinere Feuerwehrhäuser durch eine permanente Brandfrüherkennung zu schützen, haben in unserem Landkreis bereits einige Feuerwehren ihre Feuerwehrhäuser und ihre Feuerwehrfahrzeuge mit einer kostengünstigen, wenn auch nicht DIN- bzw. VdS-konformen aber funktionstüchtigen Brandmeldetechnik ausgestattet.
Ein Bericht über dieses Rauchwarnmeldersystem steht hier allen Feuerwehren nochmals zur Verfügung:
Rauchwarnmeldersystem_im_Feuerwehrhaus.pdf
Für weitere detaillierte Auskünfte hierzu steht unser Feuerwehrkamerad Bernd Belz gerne unter der E-Mail
(Bild KFV-Archiv, Brand Feuerwehrhaus Kleinostheim, Brandausbruch im Mannschaftsraum des TLF 16/25)