Am Samstag, den 07.03.2026, fand auf dem Main im Oberwasser der Schleuse Kleinostheim eine groß angelegte Einsatzübung von Feuerwehr, Wasserrettungsorganisationen sowie Rettungs- und Sanitätsdiensten statt. Übungsannahme war ein Brand im Maschinenraum des Fahrgastschiffes „Willy Schneider“.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden zu einem brennenden Passagierschiff gerufen. Dabei wurden unter anderem 16 Atemschutzgeräteträger, zwei Mehrzweckboote, zwei Rettungsboote vom Typ RTB-2, zwei Einsatzleitwagen, eine Drehleiter, ein Rüstwagen sowie zwei Mitglieder der Kreisbrandinspektion alarmiert.
Parallel dazu wurde für den Rettungsdienst das Stichwort „RD-Wassernot 3“ ausgelöst. Hierbei kamen unter anderem vier Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht aus Kahl, Mainaschaff, Stockstadt und Alzenau, die SEG Transport und Sanität, die SEG Technik und Sicherheit, die UG-SanEL sowie mehrere Rettungswagen des Regelrettungsdienstes mit Zusatzbesatzungen im Rahmen der Übung zum Einsatz. An der Übung beteiligten sich Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen des Bayerischen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Mehrere Notärzte waren ebenfalls beteiligt. Als Einsatzleiter Rettungsdienst fungierte Thomas Ritter, als Leitender Notarzt Martin Brand sowie als Organisatorischer Leiter Florian Ewald.
Im dargestellten Szenario war im Maschinenraum des Personenschiffes ein Feuer ausgebrochen. Infolge des Brandereignisses galt das Schiff als manövrierunfähig und lag im Oberwasser der Schleuse Kleinostheim auf Höhe Mainkilometers 78,2 neben der Fahrrinne ohne direkten Uferkontakt vor Anker. Aus dem Maschinenraum drang Rauch. An Bord befanden sich rund 50 Passagiere, die im Verlauf der Übung durch die Einsatzkräfte erstversorgt und evakuiert werden mussten.
Die Statisten, die die Passagiere darstellten, wurden vor Übungsbeginn teilweise aufwendig geschminkt, um realistische Verletzungsmuster darzustellen und die medizinische Versorgung unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Übungsbeginn war um 09:00 Uhr.
Da eine Rettung der Passagiere nur über den Wasserweg möglich war, wurden die Personen mit den eingesetzten Booten an Land gebracht. Dort erfolgte zunächst eine Sichtung der Patienten, bei der diese entsprechend ihrer Verletzungsschwere einer Triage-Kategorie zugeordnet wurden. Anschließend wurden die Verletzten am aufgebauten Behandlungsplatz erstversorgt und danach zum Übungskrankenhaus im Feuerwehrhaus Kleinostheim transportiert.
Zur Unterstützung der Einsatzleitung kam auch die landkreiseigene Drohne, stationiert bei der Feuerwehr Karlstein, zum Einsatz. Sie lieferte der Einsatzleitung fortlaufend aktuelle Luftbilder der Einsatzstelle. Diese ermöglichten einen schnellen Überblick über das Einsatzgeschehen, erleichterten die Koordination der eingesetzten Kräfte und unterstützten die Einsatzleitung bei der Lagebeurteilung.
Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte bei der Brandbekämpfung auf einem Wasserfahrzeug sowie bei der Evakuierung einer größeren Anzahl von Personen unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Neben den Feuerwehren waren auch Kräfte der Wasserwacht sowie des Rettungs- und Sanitätsdienstes eingebunden. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Koordination zwischen den Organisationen, die Rettung der Passagiere vom Schiff sowie deren anschließende medizinische Sichtung und Versorgung an Land.
Auch das Streckenboot WSP 21 der Wasserschutzpolizei war in das Übungsgeschehen eingebunden und unterstützte die Maßnahmen auf dem Wasser.
Als Übungsschiff diente das Fahrgastschiff „Willy Schneider“ der Reederei Charterliner GmbH. Das Schiff verfügt über eine Länge von 29,10 Metern, eine Breite von 6,45 Metern sowie eine Höhe von 9,10 Metern. Der Tiefgang beträgt 1,10 Meter. Angetrieben wird das Schiff von zwei MAN-Hauptmaschinen mit einer Gesamtleistung von 178 kW.
Die Gesamtverantwortung für die Übungsvorbereitung lag bei Kreisbrandmeister Thorsten Frank. Die Betreuung von neugierigen Besuchern und Medienvertretern erfolgte über Kreisbrandmeister Markus Fischer sowie die Unterstützungsgruppe Pressesprecher des Landkreises Aschaffenburg, welche bei der Feuerwehr Alzenau stationiert ist. Fabien Kriegel übernahm während der Übung die Funktion des Pressesprechers der Feuerwehr.
Die Verpflegung der rund 200 Teilnehmer übernahm die Logistikgruppe der Feuerwehr Hutzelgrund am Feuerwehrgerätehaus Kleinostheim.
Vor Ort machten sich unter anderem Landrat Dr. Alexander Legler, Kreisbrandrat Frank Wissel sowie Dennis Kempel, Kreisgeschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Aschaffenburg, ein Bild vom Übungsgeschehen. Ebenfalls anwesend waren weitere Mitglieder der Kreisbrandinspektion.
Gegen 12:00 Uhr waren alle betroffenen Personen im Übungsszenario fiktiv auf dem Weg ins Übungskrankenhaus, sodass die Übung planmäßig beendet werden konnte.
Bei der anschließenden Manöverkritik dankten die Verantwortlichen allen Übungsteilnehmern für ihre Teilnahme. Verbesserungspunkte wurden angesprochen und sollen in einem weiteren Termin mit den Führungskräften vertieft werden. Insgesamt wurde die Übung als erfolgreich bewertet.
Landrat Dr. Alexander Legler überbrachte den Einsatzkräften seinen Dank für ihr Engagement und würdigte den hohen Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte sowie die gute Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.
Seitens der Feuerwehren nahmen die Freiwilligen Feuerwehren Kleinostheim, Stockstadt, Mainaschaff, Großostheim, Karlstein und Alzenau an der Übung teil. Die Kreisbrandinspektion war mit Kreisbrandinspektor Georg Thoma sowie Kreisbrandmeister Max Asmar ebenfalls im Übungseinsatz. Feuerwehreinsatzleiter war Lukas Lötterle von der Feuerwehr Kleinostheim.
Die Übung diente der Ausbildung und der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzkräfte und bot die Möglichkeit, Einsatzabläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren und weiter zu optimieren.
 
Bilder: Kilian Steigerwald / Fabien Kriegel / Sascha Rheker / Thomas Tietz
Text: KBM Markus Fischer
 
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