LINK zur Deutschen Feuerwehr-Zeitung - Ausgabe 02/2024
Demokratie muss weiterhin täglich verteidigt werden
Deutscher Feuerwehrverband schließt sich dem Deutschen Städtetag an
Seit Jahren engagiert sich der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mit seinen Mitgliedsverbänden in der Demokratiearbeit und Extremismusprävention. Diese Arbeit für Engagement und Bürgersinn sowie gegen Polarisierung und Ausgrenzung ist aktuell wichtiger denn je. Deshalb schließt sich der DFV auch der „Trierer Erklärung“ des Deutschen Städtetags ohne Wenn und Aber an:
Die bekannt gewordenen rechtsextremen Pläne sind ein Skandal! Sie greifen große Teile der Bevölkerung, die deutsche Demokratie und auch deren Verfassung direkt an, da aus Worten schnell Taten werden können. Rund zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Tagen und Wochen bundesweit gegen diese Vorhaben demonstriert. 80 Jahre nach dem Holocaust wird das Thema Migration missbraucht, um eine rassistische, verfassungsfeindliche Politik zu betreiben.
Im Hinblick auf die diesjährigen Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen sind Demokratie und Zivilgesellschaft herausgefordert. Vom Verfassungsschutz als „rechtsextremistische Verdachtsfälle“ beobachtete oder gar als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte Parteien müssen als Gefahr für unser Gemeinwesen angesehen werden.
Der DFV ruft daher die Feuerwehren auf, ihre wertvolle Aufgabe des interkulturellen Dialogs, sowie ihre Integrations- und Demokratiearbeit fortzusetzen. Extremismusprävention ist nach wie vor eine Notwendigkeit. Der DFV steht satzungsgemäß für die freiheitlich demokratische Grundordnung ein und tritt rassistischen, verfassungsfeindlichen sowie diskriminierenden Bestrebungen entgegen. Die deutschen Feuerwehren ermöglichen gelebte Solidarität und stiften sozialen Zusammenhalt vor Ort.
Daher begrüßt der DFV ausdrücklich die Entscheidungen der Bundesregierung, die Haushaltskürzungen bei der Bundeszentrale für Politische Bildung weitgehend rückgängig zu machen. Er wird sich weiterhin mit seinen Partnerorganisationen für eine starke, demokratische Zivilgesellschaft einsetzen.
Das Präsidium des Deutschen Feuerwehrverbandes
Jetzt anmelden: Symposium zur „Zeitenwende in der PSNV-E“
10. Veranstaltung der Fortbildungsreihe der Stiftung „Hilfe für Helfer“ am 16. Mai 2024
„Zeitenwende in der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte?!“ lautet das Leitthema des 10. Symposiums „Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren“ der Stiftung „Hilfe für Helfer“ des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Fortbildungsveranstaltung findet am Donnerstag, 16. Mai 2024, von 10.30 bis 16.30 Uhr im ParkHotel Kolpinghaus in Fulda (Hessen) statt. Parallel wird in Fulda vom 15. bis 17. Mai die Messe RETTmobil INTERNATIONAL veranstaltet, bei der auch der Deutsche Feuerwehrverband präsent ist.
„Gibt es eine Zeitenwende – für Feuerwehr und Rettungsdienst in Deutschland?“, erläutert Erneli Martens, DFV-Bundesbeauftragte für Feuerwehrseelsorge, das Thema: „Vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick: Fragen von Gewalt im Einsatz haben uns auch früher schon beschäftigt. Doch inzwischen sehen sich die großen Institutionen unseres Staates herausgefordert, auf den Krieg in Europa eine Antwort zu geben. Die zivil-militärische Verteidigung gibt Feuerwehr und Rettungsdienst zu denken. Plötzlich wird Gewalt noch einmal in einer neuen Dimension zu einer Herausforderung, der wir uns mit diesem Symposium ein erstes Mal stellen wollen.“ Erneli Martens moderiert gemeinsam mit BBK-Referent Volker Harks das 10. Symposium der erfolgreichen Kooperationsreihe.
Auf dem Programm stehen folgende Punkte:
- Begrüßung und Eröffnung: Karl-Heinz Banse (Präsident Deutscher Feuerwehrverband), Prof. Dr. Peter Sefrin (Vorsitzender des Beirats der Stiftung Hilfe für Helfer), Ralph Tiesler (Präsident Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)
- Fachliche Einführung in das Symposium und Moderation: Erneli Martens, Volker Harks
- Gewalt gegen Einsatzkräfte – Ergebnisse einer Umfrage: Thomas Wittschurky (Leiter DFV-Fachausschuss Sozialwesen)
- Psychosoziale Maßnahmen nach gewalttätigen Übergriffen im Einsatzkontext: Claudia Schedlich (Psychologische Psychotherapeutin)
- Zivilschutz als Herausforderung für die Gefahrenabwehr – Folgen für die PSNV-E: Mark Overhagen (BBK-Referent)
- Nach der Zeitenwende: PSNV-E in der Deutschen Marine: Christoph Sommer (Militärdekan, Beauftragter für Marineseelsorge)
- Vorschläge für Qualitätsstandards in der PSNV-E: Dr. Frank Conrads (Landesfeuerwehrpastor in Schleswig-Holstein)
- Amoktat in Hamburg bei den Zeugen Jehovas – Ein Erfahrungsbericht: Martin Timmler (kommissarischer Leiter Zentraldirektion Einsatzdienst der Feuerwehr Hamburg)
- Ankündigungen, Verabschiedung und Ausblick: Erneli Martens, Volker Harks
Die Tagungspauschale beträgt 99 Euro pro Person. Sie beinhaltet die Teilnahme am Symposium Hilfe für Helfer inklusive Tagungsverpflegung, Tagungsunterlagen (digital) und einem Teilnahmezertifikat.
Die Anmeldung erfolgt unter https://www.feuerwehrverband.de/veranstaltung/10-symposium-der-stiftung-hilfe-fuer-helfer/. Dort stehen auch weitere Informationen sowie das aktuelle Programm zur Verfügung.




Am 01.02.2024 um 10:17 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall auf der BAB 3 zwischen dem Ratshof Spessart und der Anschlussstelle Marktheidenfeld, Fahrtrichtung Würzburg, gerufen. Der Unfall wurde über das E-Call-System gemeldet.
Bei Anfahrt der Feuerwehr zur Unfallstelle musste leider eine mangelhaft gebildete Rettungsgasse festgestellt werden. Zwei Personenwagen waren in den Unfall verwickelt. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle ab und sperrte den rechten Fahrstreifen sowie die Standspur. Hierbei wurde der Verkehrssicherungsanhänger der Feuerwehr Waldaschaff eingesetzt. Feuerwehr-Sanitäter leisteten Erste Hilfe und versorgten eine verletzte Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Anschließend unterstützten die Einsatzkräfte die Polizei bei der Unfallaufnahme. Nach Abschluss der Unfallaufnahme wurde die Unfallstelle geräumt.
Insgesamt waren 26 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Weibersbrunn und Waldaschaff vor Ort. Der Einsatzleiter, Kommandant Michael Edelmann, wurde von Kreisbrandmeister Max Asmar unterstützt.
Ein verletzter PKW-Fahrer wurde vom Rettungsdienst ambulant an der Unfallstelle versorgt.



Im vergangenen Jahr wurde die Feuerwehr Großostheim zu 396 Einsätzen alarmiert. Bei diesen vergleichsweise hohen Einsatzzahlen für eine Freiwillige Feuerwehr bildet der namensgebende Teil – die aktive Brandbekämpfung – mit 43 bestätigten Meldungen inzwischen aber eher die Minderheit. Zimmer- und Wohnungsbrände gibt es heuer kaum noch. Umso wichtiger ist es da, das Wissen und die Routine für den Ernstfall nicht zu vergessen. Und das selbst nachts um 3 Uhr, wenn die Alarmierung den Tiefschlaf unterbricht und es möglicherweise Menschenleben zu retten gilt.
Aus diesem Grund schulen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht bloß regelmäßig Einsatztaktiken und die Handhabung des Materials, sondern üben verschiedene Szenarien auch praktisch, wie in diesem Fall am vergangenen Dienstag. Aktuell geschieht das immer mal wieder in einem Abbruchhaus in der Pflaumheimer Straße. Die beiden unterdessen unbewohnten Gebäude werden von der Gemeinde bis zu ihrem Abriss bereitgestellt um sie regelmäßig mit Kunstnebel zu fluten. Blitzleuchten markieren den Brandraum, realistische Puppen spielen hilfsbedürftige Anwohner, Schreie und Rufe aus einem Lautsprecher erhöhen den Stress und die in den Wohnungen verteilten Rauchmelder sorgen für den Rest. Aufmerksame Übungsleiter beobachten das Vorgehen genau und reflektieren ihre Verbesserungsvorschläge am Ende der Übung an die Mannschaft.
Damit nicht die gesamte Einsatzabteilung gleichzeitig da ist – das würde nämlich den Lerneffekt mindern – gibt es verschiedene Übungslöschzüge. Je Einsatzszenario finden sich so meist zwischen 20 und 30 Einsatzkräfte in ihrer Freizeit wieder, um im Ernstfall einen respektablen Dienst für die Gesellschaft leisten zu können. Bleibt zu hoffen, dass die Zahl der Brandtoten auch in Zukunft eine weiter sinkende Tendenz aufweist.

1 – Menschenrettung und Brandbekämpfung laufen. Soeben wurde ein Lüfter in Betrieb genommen, weshalb Kunstnebel aus den Kellerfenstern drängt. Wer kein Atemschutz tragt, begibt sich in einen sicheren Bereich.

2 – Ausgerüstet mit Atemschutz bildet er einen Teil des Sicherungstrupps. Wenn Einsatzkräfte im brennenden Gebäude sind, kann der Trupp im Notfall schnell eingreifen.

3 – Der Feuerwehrmann ist im Begriff das Gebäude zu betreten. Er unterstützt seine Partnerin dabei den Schlauch bis zur Rauchgrenze zu bringen.

4 – Eine Feuerwehrfrau hat ihren Auftrag ausgeführt und ist nun auf dem Weg den verrauchten Keller wieder zu verlassen.
Bilder und Text: Philipp van der Gouwe, Pressebetreuung, Freiwillige Feuerwehr Großostheim








