Nach dem im letzten Jahr das 75-jährige Bestehen des Großostheimer Ortsteils Ringheim gefeiert wurde, der nach dem zweiten Weltkrieg auf einem in den 1930-Jahren gebauten Militärflugplatz entstanden ist, kann nun 2026, ein Jahr später, auch mit einem Fest am 1. Mai das 75-jährige Jubiläum einer Freiwilligen Feuerwehr in Ringheim gefeiert werden.
Zur Gründungszeit 1951 standen in Ringheim lediglich die Gebäude des ehemaligen Fliegerhorstes, die von Flüchtlingen und Vertriebenen bewohnt wurden, und es entstanden im Bereich des heutigen Südrings und der heutigen Sonnenstraße gerade die ersten Siedlungshäuser. Die Ringheimer Neubürger waren es aus ihrer alten Heimat gewohnt, dass man sich um den Brandschutz als freiwillige Feuerwehrleute selbst kümmerte. Da die Freiwillige Feuerwehr in Großostheim eine weite Anfahrt hatte und die Motorisierung der Löschgeräte auch noch nicht so weit vorangeschritten war, gründete man zunächst eine Löschgruppe in Ringheim. Der Großostheimer Feuerwehrkommandant Georg Flügel ernannte Fritz Riemann und Hans Schiedrich zu Gruppenführern der Ringheimer Mannschaft. Als Ausstattung erhielten sie ein Saug- und Druckspritze aus dem Jahre 1881 (Bild 1) mit dazu gehörenden Schläuchen und Armaturen. Zum Abstellen der Spritze wurde zunächst eine private Garage genutzt. Später stellte der Markt Großostheim den Kameraden in Ringheim einen Abstellraum des ehemaligen Fliegerhorstes am Legesweg als Gerätehaus zur Verfügung.
Mit dem Wachsen des Ortsteils Ringheim und der Ansiedlung auch von Gewerbe wurde 1961 auf Bestreben der damaligen Kreisbrandinspektion die Freiwillige Feuerwehr in Ringheim organisatorisch selbständig. Erste Kommandant in Ringheim wurde Werner Löffler, der Besitzer der in Ringheim ansässigen Wattefabrik.
Kommandant Löffler sorgte für eine Verbesserung der Ausrüstung. Die Feuerwehr erhielt eine Tragkraftspritze TS 8/8 und weiteres Schlauchmaterial. In Eigenleistung wurde ein gebrauchter Opel Blitz Kastenwagen zu einem Tragkraftspritzenfahrzeug (Bild 2 + 3) umgebaut.
1971 wurde Fritz Seitschek zum neuen Kommandanten gewählt. Er konnte 1972 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug auf Basis eines Ford Transit (Bild 4) für die Feuerwehr in Ringheim in Empfang nehmen. Da das Gerätehaus im Legesweg wirklich nur dem Abstellen des Feuerwehrfahrzeuges und der Lagerung einiger Geräte diente, erhielt 1975 die Mannschaft in der ehemaligen Funkleitbaracke im Ostring zusätzliche Räumlichkeiten, die in Eigenleistung zu einem Feuerwehrheim ausgebaut wurden (Bild 5).
Den kompletten Brandschutz und die technische Hilfe konnte die Ringheimer Feuerwehr für ihren Ortsteil nie alleine leisten. Sie war immer auf die Unterstützung aus dem Hauptort angewiesen. In der Freiwilligen Feuerwehr in Ringheim engagierten sich viele Neubürger der ersten Stunde, eine sichere Einsatzstärke der Ortsfeuerwehr konnte aber auch mit den später in die Neubaugebiete gezogenen Bürgerinnen und Bürgern in Ringheim nicht erreicht werden. Nach der Gemeindegebietsreform mit der Eingemeindung von Pflaumheim und Wenigumstadt erhoffte man sich einen Feuerwehrhausneubau in Ringheim, der allerdings vom Gemeinderat abgelehnt wurde.
Nachdem am Ortseingang vom Ortsteil Pflaumheim 1990 ein zentrales Feuerwehrgebäude für die fusionierten Freiwilligen Feuerwehren Großostheim und Pflaumheim entstanden war, schloss sich 1991 auch die aktive Mannschaft aus Ringheim ebenfalls freiwillig der Großostheimer Feuerwehr an. Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde umgestellt und zu einem Kleinalarmfahrzeug (Bild 6) umgebaut und als solches noch einige Jahre im ganzen Markt Großostheim weitergenutzt. Heute sind die Kameradinnen und Kameraden aus Ringheim ein unverzichtbarer Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Großostheim und sie tragen in einem nicht unerheblichen Umfang zum Schutz aller Bürgerinnen und Bürger im ganzen Markt Großostheim bei. So hat auch der heutige Großostheimer Kommandant Alan Friedreich seinen Ursprung bei der Freiwilligen Feuerwehr in Ringheim (Bild 7, vorne rechts).
Fritz Seitschek beendete mit dem Anschluss der aktiven Mannschaft seinen Dienst als Kommandant in Ringheim. Er führte den Verein in Ringheim bis 1996 weiter und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt.
Nachdem Fritz Seitschek altersbedingt 1996 nicht mehr zur Wahl angetreten war, wurde Jürgen Klabunde der neue Vereinsvorsitzende. Nach zwei Jahrzehnten gab er sein Amt an den heutigen Vereinsvorsitzenden Matthias Staudt weiter.
Der Feuerwehrverein in Ringheim blieb auch nach dem Anschluss weiterhin eigenständig in Ringheim bestehen. Er wirbt weiter für ehrenamtliche aktive Feuerwehrleute aus der Ringheimer Bürgerschaft für die Großostheimer Feuerwehr und repräsentiert dort bis heute die Feuerwehr im Ortsteil Ringheim. Das Feuerwehrheim im Ostring wird weiterhin als Vereinsdomizil genutzt (Bild 8) und es wird ein aktives Vereinsleben betrieben. Der Ringheimer Feuerwehrverein ist ein wichtiger Faktor im gesellschaftlichen Leben in Ringheim. Viele Veranstaltungen in Ringheim wären ohne das Zutun und der Mithilfe der Ringheimer Feuerwehrleute gar nicht denkbar.
Mit stolzem Blick zurück auf die Vergangenheit und mit Zuversicht auf eine gute Zukunft freuen sich die Ringheimer Feuerwehrkameradinnen und -kameraden dieses besondere Jubiläum mit einem gesellingen Tag, in guter Atmosphäre am 1. Mai. ab 10 Uhr gemeinsam mit ihren Gästen am Feuerwehrheim im Ostring feiern zu können.
(Bilder FF Ringheim)






















