Am Faschingssonntag um 09:55 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Karlstein zu einem Einsatz „ABC Gefahrstoff – auslaufender Kraftstoff“ in den Ortsteil Dettingen alarmiert. Die 16 Einsatzkräfte rückten mit einem Einsatzleitwagen 1 (ELW 1), einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 (HLF 20/16) sowie einem Gerätewagen-Umweltschutz (GW-U) zur Einsatzstelle aus.
Vor Ort wurde ein geparkter 40-Tonnen-Sattelzug, beladen mit Papierrollen, vorgefunden. Am linken Tank tropfte Dieselkraftstoff herab, verteilte sich auf dem Boden und lief über die Straße. Zunächst wurde von einer Überfüllung der beiden Tanks ausgegangen (links und rechts, verbunden durch eine Pendelleitung). Die weitere Erkundung ergab jedoch ein deutlich größeres Problem.
Am linken Tank scheuerte eine anliegende Schraube der Tankverkleidung am Aluminiumtank – so stark, dass sich ein kleines Loch gebildet hatte. Nach der Demontage der Tankverkleidung und dem Reinigen des betroffenen Bereichs wurde die Schadstelle sichtbar. Erste Versuche, das Loch mit Leckdichtpaste abzudichten, scheiterten an der ungünstigen Position. Auch weitere Versuche mit einem speziellen Dichtband (DENSO-Binden) führten nicht zum gewünschten Erfolg.
Daraufhin wurde entschieden, den defekten Tank leer zu pumpen, um ein weiteres Auslaufen zu verhindern. Da beide Tanks über eine Pendelleitung miteinander verbunden sind, hätten insgesamt rund 900 Liter Diesel umgepumpt und zwischengelagert werden müssen.
Nach Rücksprache mit dem Werkstattchef der betroffenen Spedition wurde die Pendelleitung durchtrennt und abgequetscht. Hierfür kam eine Quetschklemme für Kunststoffleitungen aus dem Abdichtungs-Equipment der Feuerwehr zum Einsatz. Anschließend wurde der havarierte linke Tank (ca. 450 Liter Diesel) abgepumpt. Nachdem dieser vollständig entleert war, wurde die abgequetschte Pendelleitung am defekten Tank entfernt und hochgebunden. Der Anschluss wurde mit einer vor Ort umgebauten Befestigungsschraube dichtgesetzt. So konnte sichergestellt werden, dass kein weiterer Diesel aus dem Tank auf die Straße läuft.
Nach etwas mehr als drei Stunden war der Einsatz – einschließlich der Reinigung der gesamten Ausrüstung am Gerätehaus – beendet. Die Situation zeigte erneut, dass mit vorhandener Technik, fachlicher Kompetenz und den vielseitigen beruflichen Hintergründen der Einsatzkräfte auch ungewöhnliche Lagen erfolgreich bewältigt werden können.
Kommandant Andreas Emge spricht allen beteiligten ehrenamtlichen Einsatzkräften seinen ausdrücklichen Dank für den besonnenen und fachlich versierten Einsatz am Faschingssonntag aus.













